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Bürger hoffen auf versöhnliche Lösung

Bürger hoffen auf versöhnliche Lösung

Mitglieder eines lokalen Bündnisses diskutieren mit Wallerfangens Ortsvorsteher über Kita-Ausbau.

Zufrieden ist Horst Cürette nach dem 90-minütigen Gespräch mit Wallerfangens Ortsvorsteher Horst Trenz (SPD) nicht. "Immerhin haben wir ein paar neue Informationen bekommen", resümiert der Koordinator des Lokalen Bündnisses für Familie die Diskussionsrunde. Zu dieser waren am Dienstagabend rund 40 Bürger - unter ihnen viele betroffene Eltern, Schul- und Kitamitarbeiter - in die Cafeteria des St. Nikolaus-Hospitals in Wallerfangen gekommen. Sie hatten sich Anfang März zusammengeschlossen und wollen beim Bau von Krippe und Kindergarten mitreden. Ihr Ziel: eine familienfreundliche Lösung jenseits parteipolitischer Interessen zu finden.

"Wir wollen Krippe und Kindergarten unter einem Dach am Standort des Kindergartens St. Katharina unterbringen. Beide Einrichtungen sollen unter der kirchlichen Trägerschaft stehen", erklärt Cürette gleich zu Beginn des Gesprächs und fragt Trenz, ob es seinerseits Bestrebungen für diesen Ansatz gebe. Der Ortsvorsteher nickt. Er werde sich dafür einsetzen, dass der Kindergarten umfangreich saniert und dabei das Untergeschoss ausgebaut wird. "Dort könnten wir zwei Krippengruppen unterbringen." Die Sophienstiftung als Grundstückseigentümerin habe einer leichten Erweiterung des Gebäudes mittlerweile zugestimmt. "Allerdings sind auch die Bedarfszahlen gestiegen", merkt Trenz an. Wallerfangen benötige insgesamt fünf Krippengruppen. "Ich schlage vor, die derzeit unbrauchbare Krippe auf der Adolphshöhe wieder Stein für Stein neu aufzubauen und dort drei weitere Gruppen unterzubringen", erklärt der Ortsvorsteher. Alle Krippengruppen in dem Gebäude hinter der Kirche einzuquartieren, sei nicht möglich. "Ich will nicht, dass die Kinder eingepfercht werden."

Ein Vorschlag, der bei den Bündnis-Mitgliedern nicht auf Zustimmung trifft. "Wir möchten, dass das Grundstück auf der Adolphshöhe der Grundschule zugeschlagen wird", betont Cürette und erhält Unterstützung von Schulleiter Hilmar Scharf. "Der Bedarf für die Nachmittagsbetreuung steigt. Aber es ist kein Platz da", beschwert er sich. Der Betreuungsraum im Dachgeschoss und der Turnraum darunter könnten noch nicht genutzt werden. Die Fertigstellung der Brandschutztreppe verzögert sich immer wieder. Einige Kinder sind in Containern untergebracht. "Wie soll das Platzproblem Ihrer Meinung nach gelöst werden?", will Scharf wissen. Beantworten kann Ortsvorsteher Trenz diese Frage nicht. "Die Krippe ist ein Debakel ohne Ende", sagt er. "Wenn wir das Problem gelöst haben, gehen wir die Nachmittagsbetreuung finanziell an."

Ein Rückschlag für das Bündnis, das gerne eine Kombilösung für Grundschule und Kita hätte. "Wir sind die ganze Zeit von drei Krippengruppen ausgegangen. Dass Wallerfangen jetzt doch fünf benötigt, wundert uns sehr", erklärt Cürette. Abschrecken lassen er und seine Mitstreiter sich davon aber nicht. "Vielleicht gibt es ja doch noch eine Möglichkeit, alle Gruppen auf dem Grundstück hinter der Kirche unterzubringen", sagt Cürette. Er will die Ideen des Bündnisses weiterhin einbringen. Ein zweites Treffen mit Ortsvorsteher Trenz ist dazu vor der nächsten Gemeinderatssitzung am 23. März geplant. Dann wird Bürgermeister Günter Zahn den favorisierten Lösungs-Vorschlag der Verwaltung vorstellen.