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„Brücke ist nicht mehr zu sanieren“

„Brücke ist nicht mehr zu sanieren“

In Ihn droht der ganze Ortsteil im Umfeld der Kirche von der Außenwelt abgeschnitten zu werden. Denn die Brücke über den Ihner Bach ist nicht mehr zu sanieren. Ein Neubau und eine Übergangslösung müssen her.

Mehr Fallstricke als Lösungen gibt es derzeit im Zusammenhang mit der Großbachbrücke über den Ihner Bach. Vorgesehen war eine Sanierung über etwa sechs Wochen hinweg. Kurz nach Ostern zeigte sich jedoch: Das Bauwerk muss komplett neu gemacht werden. "Wir hatten 53 000 Euro in den Haushalt gestellt", sagte Bürgermeister Günter Zahn gestern. "Allein der Neubau käme, grob geschätzt, auf bis zu 350 000 Euro. Wir werden an einem Nachtragshaushalt nicht vorbei kommen." Zusätzliche Kosten verursache eine Umfahrung während der Bauzeit.

Die Großbachbrücke entstand Ende der 1940er Jahre, wusste Ihns Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt. Eine Brücke habe es hier schon immer gegeben. Nach dem Wiederaufbau habe seines Wissens nach keine Instandsetzung mehr stattgefunden, vor Jahren gab es mal eine neue Asphaltdecke.

Etwa zwölf Meter weit überbrückt das Bauwerk den Ihner Bach. Die Fahrbahn ist knapp vier Meter breit und hat beidseitig schmale Gehwege. "Man muss bedenken", sagte Schmitt, "dass die damals für Fuhrwerke gebaut wurde, und beim Material wurde wohl auch gespart".

Etwa drei Meter tiefer fließt der Ihner Bach. Der gilt jedoch nicht als Verursacher des Problems. "Das Salz vom Streusalz ist durch den Asphalt in den Beton darunter gesickert", erklärte Schmitt. Der Beton sei angegriffen und die Armierung. "Die Brücke ist nicht mehr zu sanieren", machte Zahn klar. Die zur Sanierung beauftragte Firma werde bald ihre Sachen wieder abbauen. Zur Sicherheit setze man noch Stahlstützen unter die Brücke.

Der Neubau werde in etwa die gleichen Dimensionen bekommen wie jetzt, führte Zahn weiter aus. Allerdings dürften die Gehwege breiter ausfallen.

Als reine Bauzeit rechne er grob mit drei bis vier Monaten. "Aber da hängt ja noch mehr mit dran." So führen Versorgungsleitungen unter der Brücke durch für Wasser und Telefon. Neben Feuerwehr und Rettungsfahrzeugen müssen auch Pflegedienste, Landwirte, Kirchenbesucher und Anwohner auf die andere Seite kommen.

60 Haushalte gebe es westlich des Baches, so Ortsvorsteher Schmitt. "Die wären während der Bauzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Deshalb brauchen wir eine Ausweichtrasse." Eine Möglichkeit führe über den südlichen Ortsrand von Ihn , weiter durch den Wiesenhof und zu Sportplatz und Kläranlage. Die Alternative wäre eine rund 400 Meter lange Verbindung unweit der Brücke in Richtung Dorfgemeinschaftshaus. "Dann sind wir aber auf Privatgrundstücken", sagte Schmitt.