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Bilanz zum Anruf-Sammel-Taxi Wallerfangen und Saarwellingen

Anruf-Sammel-Taxi : Wer will nachts günstig nach Hause?

Die Beförderung mit Anruf-Sammel-Taxis und Nachtbussen wird je nach Heimatgemeinde der Fahrgäste sehr unterschiedlich nachgefragt.

Die Anruf-Sammel-Taxis (AST) bringen nun schon seit mehreren Jahren vor allem Jugendliche in den Nachtstunden sicher nach Hause. In die Gemeinden Wallerfangen und Saarwellingen lassen sich Altstadt- und Discogänger von Saarlouis und Dillingen aus regelmäßig kutschieren. Die Beliebtheit unterscheidet sich aber stark: Viel mehr als nach Saarwellingen wollen die Menschen vor ihre Haustür in Wallerfangen gebracht werden. Das Saarlouiser AST, das 2016 probeweise gefahren ist, gibt es nicht mehr. Zu wenige machten von dem Angebot Gebrauch, in einen der Stadtteile von Saarlouis befördert zu werden.

Die Statistik der Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS) gibt Aufschluss über das aktuelle Mitfahrverhalten der Bürger des Landkreises. Sie besagt zum Beispiel, dass die meisten der durchschnittlich 15 Fahrgäste im Monat, die Richtung Wallerfangen wollen, eher in den Ortsteilen auf dem Gau, also beispielsweise Ihn und Ittersdorf, aussteigen. Ganze 20 Mitfahrer gab es jeweils in den Monaten Januar, April und Mai. Im Jahr 2014 lag der Monatsdurchschnitt noch bei 23 Fahrgästen, am meisten genutzt wurde das Taxi in den Monaten Februar und August. Die Gesamtzahl der Angebotsnutzer in diesem Jahr lässt sich noch nicht endgültig benennen: Die Daten vom Dezember müssen erst noch ausgewertet werden. „Es ist aber wirklich unwahrscheinlich, dass der letzte Monat im Jahr ein Ausreißer ist“, erklärt Silvia Paulus, technische Angestellte und inhaltlich Verantwortliche bei der KVS. Hochgerechnet sind es also wohl etwa 155 Leute, die das AST im vergangenen Jahr nach Wallerfangen befördert hat.

Nach Saarwellingen hingegen wollten deutlich weniger: nur etwa 35 Fahrgäste im ganzen Jahr konnte die KVS hier verzeichnen. Mai und Februar waren die stärksten Monate, einen bevorzugten Ortsteil gibt es nicht.

Wieso das Experiment in Saarlouis so missglückt ist, kann sich Paulus auch nicht erklären. „Das muss an einer Änderung des Freizeitverhaltens liegen“, spekuliert sie. „Oder daran, dass die Eltern vermehrt als persönliches Taxi unterwegs sind.“ Die Reaktion auf das Angebot war jedenfalls eine andere als erwartet. Schließlich gab es ein vergleichsweise erfolgreiches Vorgänger-Projekt. Paulus: „Ende der 90er Jahre haben wir solche Taxi-Fahrten in unser gesamtes Netz angeboten. Das kam damals deutlich besser an.“ Auch die Nachtbusse, die vor allem Nachtschwärmer in Saarbrücken in die Heimat bringen sollen, sind immer schlechter besetzt. Die Nachtbuslinie N 5, die von Saarbrücken über Hostenbach, Schaffhausen, Wadgassen, Bous, Ensdorf, Lisdorf, Saarlouis, Roden, Dillingen, Beckingen und Rehlingen-Siersburg nach Saarhölzbach fährt, ist ebenfalls nicht mehr so gefragt. Immerhin wollten aber von den insgesamt 1167 Fahrgästen der N 5 im vorigen Jahr 807 nach Saarlouis. Die Spitzenmonate waren April und Mai mit einem Höchstwert von 159 Mitfahrern. Auch in den Wintermonaten ist die Linie sehr beliebt, wobei an Sonn- und Feiertagen immer mehr Leute einsteigen als an Samstagen.

Interessant ist, dass wohl vermehrt Menschen auf der Strecke, eher als am Abfahrtspunkt in Saarbrücken, zusteigen. „Anscheinend sind die Anziehungspunkte nicht mehr so beliebt, wie sie es mal waren“, versucht Paulus, die Entwicklung zu erklären. 324 Fahrgäste, mehr als ein Viertel also, sind erst zugestiegen, nachdem der Bus in Hostenbach von der Autobahn abgefahren war.