"Bei uns gab es nur gute Sachen"

Bitche/Partnerstadt von Lebach. Jacqueline Mandernach lebt bereits seit über 20 Jahren in Eidenborn. Doch einige Bräuche und liebgewonnene Gewohnheiten hat sie aus ihrer Heimatstadt Bitche mit ins Saarland übernommen. Einer dieser Bräuche ist das Einbacken eines "Goldstückes" in einen Kuchen. Wer das Gold-Stück erhält, ist an dem Abend König oder Königin

Bitche/Partnerstadt von Lebach. Jacqueline Mandernach lebt bereits seit über 20 Jahren in Eidenborn. Doch einige Bräuche und liebgewonnene Gewohnheiten hat sie aus ihrer Heimatstadt Bitche mit ins Saarland übernommen.

Einer dieser Bräuche ist das Einbacken eines "Goldstückes" in einen Kuchen. Wer das Gold-Stück erhält, ist an dem Abend König oder Königin. Diesen Brauch lässt ihr Mann Erich ab und an auch mal aufleben. Zum Beispiel beim Familienabend des Kirchenchores Lebach.

Jacqueline Mandernach erinnert sich gerne an Weihnachten in ihrem Heimatort Bitche. Für die Familie war es selbstverständlich, den Heiligabend "immer bei Oma zu verbringen". Diese wohnte im Nachbarort. Dort traf sich die ganze Familie. Die Onkel und Tanten kamen alle Jahre aus Nancy und Saargemünd angereist.

Selbstverständlich war auch, nach dem langen und opulenten Essen um Mitternacht die Mette zu besuchen. Es gab stets Truthahn sowie Muscheln, Austern und Crevetten zur Vorspeise. Die Meeresfrüchte wurden auf einer Ständerplatte serviert. "Bei uns gab es nur gute Sachen", merkt die heute 73-Jährige an. Champagner wurde getrunken, ein frischer Elsässer und auch Rotwein. Oma backte immer einen Baumstamm, der zusammen mit Obstsalat als Nachtisch aufgetischt wurde.

Ein bisschen Käse rundete das Festmahl ab, bevor es zur Mette ging. Bei der Oma haben auch alle übernachtet. "Das war sehr schön." Und für den Heimweg tags darauf hat Oma ihrer Familie immer noch ein bisschen Proviant eingepackt.

Gesungen wurde in der Familie von Jacqueline Mandernach wenig. Der Christbaum wurde ähnlich wie im Saarland mit Kugeln, Lametta und Kerzen geschmückt. Doch den Baum bekamen die Kinder erst an Heiligabend zu sehen. Auch später, als Oma tot war, und sie in Bitche feierten. Einmal habe ihr Onkel aus Versehen ihr Geschenk verraten. "Das Velo ist aber schön", hat er sich verplappert, als er zusammen mit ihrer Mutter aus dem Zimmer kam. An Geschenken bekamen sie und ihre drei Geschwister oft nützliche Dinge. Bücher gehörten auch dazu. Über das Wörterbuch "Larousse" habe sie sich sehr gefreut. Ein großer Wunsch einer ihrer Schwestern sei ein Monopoly-Spiel gewesen. Doch in der Schachtel, die die Mutter hinter dem Kleiderschrank versteckt hatte, war ein Nachthemd.

 Die Oma von Jacqueline Mandernach war 1981 Königin für einen Abend. Mit ihr freuten sich auch ihre Enkel. Foto: Mandernach
Die Oma von Jacqueline Mandernach war 1981 Königin für einen Abend. Mit ihr freuten sich auch ihre Enkel. Foto: Mandernach

Jacqueline Mandernach erinnert sich gerne an die Weihnachtszeit in ihrer Kindheit im Bitcherland zurück. Die kann sie zwar nicht mehr zurückholen, doch gutes Essen und den Besuch der Christmette gehören für sie und ihren Mann weiterhin zu Weihnachten. kü