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Sperrung
Auf die Schnelle ist keine Lösung in Sicht

Ein Schild am Anfang der Kirchhofstraße weist auf die Sperrung hin.
Ein Schild am Anfang der Kirchhofstraße weist auf die Sperrung hin. FOTO: Ruppenthal
Wallerfangen. Erdrutsch macht Straße in Richtung Oberlimberg unpassierbar. Per Umleitung geht’s zum Kässchmieressen. Von Rolf Ruppenthal

Eine Straßensperrung sorgt in Wallerfangen und in Oberlimberg für Unmut. Der Verbindungsweg von der verlängerten Kirchhofstraße in Wallerfangen zur Oberlimberger Dorfstraße ist wieder einmal nicht befahrbar. Noch schlimmer: Bürgermeister Günter Zahn hat nach einem neuerlichen Erdrutsch die Einbahnstraße in Richtung Oberlimberg auch für den Fußgängerverkehr gesperrt. „Wegen Hangrutsch und Windbruch“ heißt es auf einem Schild auf den eigens aufgestellten Absperrungs-Elementen – „Lebensgefahr“. Wanderer und Radfahrer schütteln den Kopf und halten sich nur bedingt an dieses Verbot. Zwar ist der Erdrutsch dieses Mal doch etwas gravierender als vor rund einem Jahr, als man ihn suchen musste, um nur mit Hilfe Eingeweihter ihn überhaupt erkennen zu können, aber eine Sperrung mit dem Hinweis „Lebensgefahr“ halten viele doch für übertrieben, und das insbesondere mit Blick auf das anstehende Kässchmieressen am Karfreitag auf dem Limberg.


„Ich musste den Weg aus Sicherheitsgründen sperren, mir bleibt gar nichts anderes übrig“, betont der Bürgermeister und verweist auf drohende Schadensersatzforderungen im Falle eines Unfalls. Und eine Regelung „auf eigene Gefahr“ gibt es bei Juristen nun mal nicht.

Aber wie nun nach Oberlimberg auf dem Limberg kommen? Der alternative Kreuzweg, den etlicher Pilger an Karfreitag ohnehin marschieren wollen, ist nach Meinung von Anliegern mitnichten ungefährlicher – insbesondere bei nasser Witterung.

Bürgermeister Günter Zahn verweist in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Waldweg, der kurz vor dem gesperrten Verbindungsweg hoch auf den Limberg führt.

Auch Thomas Mouget (63), inzwischen seit 25 Jahren in Oberlimberg zuhause, ist zerknirscht. Mit viel Engagement und großem finanziellen Aufwand hat er sein Ausflugslokal „Haus Waldesruh“ in Oberlimberg in ein kleines, aber feines Restaurant mit einem angegliederten Hotelbetrieb (drei Ferienwohnungen/ sechs Zimmer) umgebaut. Nachdem viele Gäste aber bei der nun geänderten Anfahrt von ihrem Navi an der Nase herumgeführt werden, manchmal sogar den weiten Umweg über Siersburg umgeleitet werden, drohen ihm die Gäste auszubleiben.



Auch hier hat Bürgermeister Günter Zahn sich um eine Verbesserung bemüht. Bis nach Schottland hat er nach eigenen Angaben telefoniert, um bei den zuständigen Programmierern eine Änderung zu erreichen.

Thomas Mouget befürchtet, wie auch so mancher andere Oberlimberger, dass die Gemeinde den Verbindungsweg auf die Dauer komplett sperren wird, und obwohl nach seiner Meinung in den Gemeindestatuten steht, dass dieser Verbindungsweg zwischen Ober- und Unterlimberg – das ist der Bereich rechts von der verlängerten Kirchhofstraße – erhalten bleiben muss.

Problematisch dürften nach seiner Meinung auch die unterschiedlichen Besitzverhältnisse sein. Nach einem Tausch in früheren Zeiten gehört der Hang und Wald der Familie Villeroy, der Weg mit der Böschung dagegen der Gemeinde. Wer ist nun letztendlich für die Beseitigung des Schadens zuständig, wer zahlt die „Zeche“? Bürgermeister Günter Zahn befürchtet immens hohe Kosten für die sachgerechte Instandsetzung. Gutachten besagen nichts Gutes. „Auf die Schnelle wäre eine Instandsetzung auch technisch nicht möglich gewesen“, betont er.

Zufrieden ist er allerdings damit, dass von der Gemeinde nach langem Kampf endlich gerade noch rechtzeitig vor dem Kässchmieressen am Karfreitag im vorderen Teil der Kirchhofstraße ein zumindest bei Tag einigermaßen gut sichtbares Umleitungsschild angebracht wurde. Kopfzerbrechen bereiten Thomas Mouget auch die schlechten Wetterprognosen für Karfreitag und das Osterwochenende. Regnet es wie vorausgesagt, bleiben die Besucher aus, und er macht mächtig „miese“. Lässt er seine Zusatzkräfte zuhause oder öffnet erst gar nicht, droht Ärger mit den Gästen.