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Netzausbau
Arbeiten für schnelles Internet laufen an

Beim Micro-Trenching wird wie hier in Biringen eine Nut von zwei bis sechs Zentimeter Breite und etwa 10 bis 25 Zentimeter Tiefe in die Straße oder den Bürgersteig gefräst. Nachdem Breite und Tiefe kontrolliert sind, können die Glasfaserkabel in kleineren Röhrchen verlegt und die Fräsrille aufgefüllt werden.
Beim Micro-Trenching wird wie hier in Biringen eine Nut von zwei bis sechs Zentimeter Breite und etwa 10 bis 25 Zentimeter Tiefe in die Straße oder den Bürgersteig gefräst. Nachdem Breite und Tiefe kontrolliert sind, können die Glasfaserkabel in kleineren Röhrchen verlegt und die Fräsrille aufgefüllt werden. FOTO: Jörg Laux
Biringen. In zahlreichen Dörfern im Kreis Saarlouis rollen die Bagger. Auch in Rehlingen-Siersburg war jetzt Bauauftakt.

Im Landkreis Saarlouis werden jetzt zahlreiche Ort­schaften neu an das schnelle Internet angeschlossen. Möglich wird dies durch das landesweite Projekt NGA-Netzausbau Saar. Zur Vorstellung einer neuen Glasfaser-Verlege-Technologie, dem sogenannten Micro-Trenching, kamen am Montag Vertreter der Projektbeteiligten eGo-Saar, Staatskanzlei und Telekom sowie der Politik in Biringen zusammen.


In vielen bislang noch nicht mit schnellem Internet versorgten Orten im Landkreis Saarlouis laufen seit kurzem Ausbauarbeiten an. Hintergrund der zahlreichen Baustellen ist das Projekt NGA-Netzausbau Saar. Das Vorhaben wurde Ende 2015 auf Initiative der Staatskanzlei und des Zweckverbands eGo-Saar aus der Taufe gehoben, um eine flächendeckende Versorgung mit Bandbreiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bis Ende 2018 zu erreichen. Der Neunkircher Bürgermeister Jörg Aumann, Verbandsvorsitzender des eGo-Saar, betonte: „Für die Kommunen und das Land haben wir mit dem Projekt einen wichtigen Erfolg errungen. Denn wir konnten im Schulterschluss aller Akteure erreichen, dass nahezu alle Haushalte im Saarland in zeitgemäßer Geschwindigkeit Internet-Zugänge genießen können.“

Die Bedeutung der Maßnahme zeigt sich jetzt auch in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, dem Schauplatz des aktuellen Bauauftaktes. In der Flächengemeinde mit zehn Ortsteilen sind große Teilbereiche sogenannte weiße Flecken, in denen die möglichen Bandbreiten noch nicht ausreichend sind. Nun werden Ortsteile wie Biringen, Oberesch, Fürweiler, Niedaltdorf, Eimersdorf und Hemmersdorf im Rahmen des Projektes auf Bandbreiten zwischen 50 und 100 Mbit/s ausgebaut. Im Vergabeverfahren hatte die Deutsche Telekom den Zuschlag für den Ausbau im Landkreis Saarlouis und somit auch in diesen Bereichen erhalten. „Eine starke und leistungsfähige Breitbandversorgung steigert nicht nur die Attraktivität der einzelnen Ortsteile, sondern gehört meiner Meinung nach auch zu dem Thema Grundversorgung. Daher sind wir über diesen Baustart und auch über verschiedene Optimierungs-Maßnahmen überglücklich, um auch hier für die Anforderungen der Digitalisierung die nötigen Leistungen langfristig zur Verfügung zu haben“, sagte der Beigeordnete der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, Joshua Pawlak.



Erstmalig im Saarland baut die Telekom ihr Netz in Biringen und Oberesch im Micro-Trenching Verfahren aus. Um die Glasfaserkabel zu verlegen, werden bei diesem Verfahren mittels Frästechnik schmale Gräben und Schlitze in den Asphalt eingebracht. Diese Verlege-Methode beansprucht nur wenig Platz und ermöglicht eine schnelle Fertigstellung von Glasfasertrassen, der eigentliche Tiefbau entfällt an vielen Stellen. So lassen sich pro Tag zwischen 400 und 500 Metern Kabel verlegen. Durch die damit einhergehende kürzere Ausbauzeit beschränken sich die Beeinträchtigungen für die Anwohner durch Baustellen.

„Wir nutzen jede Chance, um den Breitbandausbau in Deutschland voran zu bringen. Micro-Trenching bietet hierbei eine ideale Möglichkeit, den Bürgerinnen und Bürgern so schnell wie möglich einen schnellen und zukunftssicheren Internetanschluss anzubieten“, sagt Frank Bothe, Leiter der Telekom Technik Niederlassung Südwest.

Ähnlich wie in Rehlingen-Siersburg sieht es auch in weiteren Städten und Gemeinden des Landkreises aus. Auch dort wird die Zielschwelle von mindestens 50 Mbit/s heute noch nicht überall erreicht. „Ich freue mich, dass sich das mit dem Projekt NGA-Netzausbau Saar nun schnell ändern wird. Eine gute Breitbandinfrastruktur ist für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Gewerbetreibende im Landkreis Saarlouis einer der wichtigsten Standortfaktoren“, sagte Landrat Patrik Lauer. Er betonte außerdem, dass ein schnelles Internet für den Landkreis als Schulträger von insgesamt 38 weiterführenden Schulen von großer Bedeutung sei. Schnelle Datenverbindungen seien Voraussetzung für digitales Lernen.

Um rund 13 700 bislang unterversorgte Haushalte und Gewerbestandorte in 40 Orts- und Stadtteilen anzubinden, werden bis Ende 2018 rund 40 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und mehr als 120 neue Verteiler innerorts an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Die Herstellung einer flächendeckenden 50-Mbit/s-Verfügbarkeit soll gleichzeitig der erste Schritt in Richtung Gigabitgesellschaft sein. Mit der jetzigen Ausbaustufe rückt das Glasfasernetz immer näher an den Kunden und erlaubt Übertragungsraten bis zu 100 Mbit/s. Das Netz wird bereits so dimensioniert, dass FTTH-Anschlüsse, also Glasfaseranschlüsse bis ins Haus, für interessierte Kunden möglich sind. Ein solcher Direktanschluss kann derzeit insbesondere für Unternehmen interessant sein, die schon heute deutlich höhere Anforderung an Bandbreite und Qualität ihrer Datenverbindungen haben.

(lx)