Anwohner verärgert über Umleitung durch Vorderst Seitert Wallerfangen

Verkehrsprobleme : Familien sehen Kinder durch Umleitungsverkehr gefährdet

Zusätzlicher Verkehr durch eine Umleitung im Neubaugebiet Vorderst Seitert ärgert Anwohner. Eine Alternative gibt es aber derzeit nicht.

Schön wär‘s im Vorderst Seitert, wäre da nicht der Straßenverkehr – finden zumindest die Anwohner. 2012 ist dieses Neubaugebiet in Wallerfangen entstanden. Seit gut zwei Jahren gehen aber die Anwohner dort an die Öffentlichkeit wegen Problemen infolge der Verkehrssituation. Die wird aktuell durch die Umleitung zwischen Lothringer Straße und Hauptstraße noch verschärft.

Davon betroffene Anwohner, insgesamt 28 Familien, verweisen erneut auf die Gefahren vor allem für Kinder. So rammte am vergangenen Donnerstag bei einem Unfall ein Autofahrer eine Gabione in eine Mauer. Und wegen des fehlenden Bordsteins stünden Kinder beim Spielen auch schnell einmal auf der Straße. Dies gelte nicht nur für die 40 Kinder im Wohngebiet. Die Strecke sei außerdem Schulweg und werde seit dem Umzug der Kita in die Walderfingia auch von den Kleinen genutzt.

Für die Zeit der Umleitung schlagen Anwohner unter anderen vor, die Geschwindigkeit im Vorderst Seitert zumindest auf zehn Stundenkilometer zu verringern. Und die Nutzung der Hospitalstraße mit beidseitiger Verkehrsführung, um das Wohngebiet zu entlasten.

Die Straße Vorderst Seitert verbindet Hospital- und Bungertstraße. Die Fahrbahn wirkt breiter durch einen einseitigen Gehweg, der sich ohne Bordstein anschließt. Für diese kurvige Strecke gilt Tempo 30.

Seit Neuestem steht eine Geschwindigkeitsanzeige mit Smiley vor der Einfahrt zum Kastanienweg. „Wir können kein Geschwindigkeitsmessgerät einsetzen“, erklärt Regine Collet, Leiterin der Ortspolizeibehörde der Gemeinde, auf Anfrage, „dazu fehlt die nötige gerade Messstrecke“. Deshalb die Tempohinweise per Smiley.

Was den Anwohnern vorschwebe, sei jedoch vielfach nicht machbar. Darunter Rechts-vor-Links, weil das an jeder Einmündung den Verkehrsfluss ausbremse. Gegen diese Möglichkeit stelle sich die Kreisverkehrsbehörde, sagt Collet. Auch die Gabionen, die seit einiger Zeit rechtwinklig vom Straßenrand in die Fahrbahn ragen, müssten eigentlich entfernt werden. „Die sind verboten nach StVO“, sprach Collet Vorgaben der neuen Straßenverkehrsordnung an. Dazu erfolge nächste Woche noch ein Gespräch mit der Fachaufsicht des Landkreises.

Auf die jetzige Umleitung über den Vorderst Seitert hätten sich drei dafür verantwortliche Behörden geeinigt: Landkreis, Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) und Gemeinde. Für die kam eine beidseitige Nutzung der Hospitalstraße nicht in Frage. Denn dort gebe es unter anderen Geschäfte, Firmen mit Lkw-Verkehr und ein Krankenhaus mit Geriatrie. Außerdem müsste dann die ganze Straße beidseitig mit komplettem Halteverbot belegt werden – schwierig für Anwohner und Geschäftskunden. Derzeit ist die Hospitalstraße als Einbahnstraße mit Tempo 30 aus Richtung Ortszentrum eingerichtet.

Was Anwohner immer wieder vorbringen, betrifft die ursprüngliche Planung des Vorderst Seitert. Der war einmal als verkehrsberuhigte Zone vorgesehen, was jedoch beim Bau später nicht umgesetzt wurde. „Die Straße Vorderst Seitert ist weder Spielstraße noch verkehrsberuhigter Bereich, sondern eine Tempo 30-Zone“, hieß es auf Nachfrage vom Landkreis. Gemeinde und Landkreis seien derzeit im Gespräch über Maßnahmen für mehr Sicherheit für Fußgänger in der Straße.

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