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Schultriathlon
Anstrengung groß, Spaß-Faktor riesig

Beim Start im Becken konnte es schon ganz schön eng werden.
Beim Start im Becken konnte es schon ganz schön eng werden. FOTO: Ruppenthal
Wallerfangen. Bei der 15. saarländischen Schulmeisterschaft im Triathlon stellten sich in Wallerfangen rund 300 Mädchen und Jungen dem Ausdauer-Dreikampf und testeten ihre Leistungsgrenzen. Von Roland Schmidt

Das Wasser brodelt, Gummireifen rotieren, Laufsohlen qualmen: Bei der 15. saarländischen Schulmeisterschaft im Triathlon ist in Wallerfangen heute der Fitness-Teufel los. Im Schwimmerbecken des Freibades und auf der angrenzenden Rad- und Laufstrecke stellen sich an diesem Dienstagmorgen rund 300 Mädchen und Jungen dem Ausdauer-Dreikampf gegen die Uhr. Das Jammern der inneren Schweinhunde überhören sie bewusst. Die Kids im Alter zwischen sechs und 15 Jahren geben lieber Vollgas und testen einfach mal die Leistungsgrenzen aus. Timo Wachter hat es gleich hinter sich. Im Höllentempo driftet der Schüler der Grundschule Oberlinxweiler um die letzte Kurve, passiert das Eingangstor und zieht kurz vor Zielbogen den Schlussspurt an.


Geschafft. Nach 50 Meter Schwimmen, 2,5 Kilometer Rad fahren und 700 Meter Laufen stoppt für den Neunjährigen die Uhr bei 12:47,5 Minuten. Die Zeit bedeutet Silber in der Wettkampfklasse zwei. Timo ist erschöpft, aber er strahlt: „Es war cool, nur die Radstrecke war sehr bergig. Laufen ist meine beste Disziplin“, keucht der Mini-Ironman. Mit den Klassenkameraden Noah Li-Sai und Yannis Krämer gewinnt er in der Mannschaftswertung zusätzlich Gold. Teamkollege Yannis verrät: „Ich war vor meinem ersten Wettbewerb sehr aufgeregt. Es spiele sonst Tischtennis, Fußball und Gitarre. Triathlon ist anstrengend, macht aber viel Spaß.“ Für die meisten Mädchen und Jungen war es der erste Kontakt mit dem trendigen Ausdauer-Dreikampf. Nicht wenige Kinder schlossen sich in der Vergangenheit nach einem Schnupper-Start später einem Verein an. Darüber freut sich die Saarländische Triathlon-Union (STU), die als Ausrichter diesmal potenzielle Nachwuchskräfte aus 43 Schulen begrüßen darf. „Ich bin schon zum achten Mal dabei“, sagt Laurin Wortmann, 13, vom Max-Planck-Gymnasium. Wie der zwei Jahre ältere Bruder Hanno (ebenfalls MPG) gehört Laurin dem erweiterten STU-Landeskader an.

Auch Co-Landestrainer und Ex-Nationalmannschaftsathlet Micha Zimmer, 27, sammelte in Wallerfangen einst erste Triathlon-Erfahrungen. Sarah Laschinger, 16, heute eine der besten deutschen Triathletinnen ihrer Altersklasse, räumte für das Gymnasium am Rotenbühl früher regelmäßig erste Plätze ab. STU-Funktionär Max Ludwig hat schon neue Talente entdeckt. „Es ist natürlich schön, wenn einige Kids an unserem Sport hängen bleiben, aber das ist keine Sichtung. Vielmehr geht es uns darum, den Schülern hier unseren Sport vorzustellen und ihnen zu zeigen, wie viel Spaß Triathlon machen kann“, sagt der Orga-Chef der Meisterschaften. Etwas ernster geht es dann doch noch bei den älteren Semestern zu. Die besten Teams der Jahrgänge 2003 bis 2006 sind gleichzeitig Landessieger im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“.



Für das Saarland starten in Berlin bei den Mädchen die Grundschule Merchweiler, das Illtal-Gymnasium und das DFG Saarbrücken. Bei den Jungs haben sich die Grundschule Hasborn, das Gymnasium am Rotenbühl und das DFG Saarbrücken fürs Finale qualifiziert – mit Top-Zeiten. Cracks und Anfänger fanden in Wallerfangen optimale Bedingungen vor. „Der Wettkampfort für den größten Schüler-Triathlon des Saarlandes ist optimal. Seit 15 Jahren stellt uns die Gemeinde das Schwimmbad zur Verfügung und lässt vorher immer noch den Rasen mähen. Das ist bemerkenswert“, lobt Ludwig die Gastgeber.

Aber auch die Schulen und Eltern scheuten keine Mühen bei der Organisation der Veranstaltung, wie der STU-Mann am Vortag feststellte: „Ein Vater aus Saarbrücken kam gestern mit einem Anhänger an und lud 15 Fahrräder ab, die er vorher bei befreundeten Familien eingesammelt hatte – stark.“ Beim Auf- und Abladen der Drahtesel waren sicher auch viel Kraft und Ausdauer gefragt – ein Vorbild für alle Schnupper-Triathleten.

Viel los war auch an der Wechselstation aufs Fahrrad.
Viel los war auch an der Wechselstation aufs Fahrrad. FOTO: Ruppenthal