Alle unter einem Dach

Wallerfangen · Das „Haus der Generationen“ in Wallerfangen nimmt Gestalt an. Das historische Gebäude wird gerade ausgebaut, im Mai nimmt eine Sozialarbeiterin ihre Arbeit auf. Sie soll die Bürger zur Mitarbeit bewegen.

 Auf reges Interesse stieß der Tag der offenen Tür am früheren Sitz des Wasserzweckverbandes in der Felsberger Straße 2 in Wallerfangen (Archivfoto). Inzwischen ist das Gebäude zum Mehrgenerationenhaus umgebaut worden. Foto: Johannes A. Bodwing

Auf reges Interesse stieß der Tag der offenen Tür am früheren Sitz des Wasserzweckverbandes in der Felsberger Straße 2 in Wallerfangen (Archivfoto). Inzwischen ist das Gebäude zum Mehrgenerationenhaus umgebaut worden. Foto: Johannes A. Bodwing

Foto: Johannes A. Bodwing

"Bei manchen älteren Leuten leben die Enkel weit weg oder sie haben keine, andere wünschen sich vielleicht jemand, der ihren Kindern mal zeigt, wie man ein Fahrrad repariert oder ein Vogelhaus baut", sagt der Wallerfanger Bürgermeister Günter Zahn. "Diese Leute kann man zusammenbringen." Und zwar im "Haus der Generationen", das in der Wallerfanger Ortsmitte entsteht. Schon seit 2011 reifen die Pläne, das historische Gebäude in der Felsberger Straße 2, auf dem Gelände des Wasserzweckverbandes, zu einem Mehrgenerationenprojekt zu machen.

Der Wasserzweckverband zog Mitte 2012 aus dem über 200 Jahre alten Haus, der ehemaligen Ölmühle, auf den Fabrikplatz um. Platz war also da, Geld auch: Ein Wallerfanger Bürger vermachte der Gemeinde eine Münzsammlung im Wert von 50 000 Euro, weitere 40 000 Euro bekam die Gemeinde als Zuschüsse.

Doch das Projekt geriet ins Stocken: Ein Förderverein musste gegründet werden. Der wird benötigt, da die Gemeinde als Träger keine Spenden annehmen darf. Bis Juli 2013 dauerte es, bis sich 16 Gründungsmitgliedern zusammenfanden, um das Projekt "Haus der Generationen" zu retten. Vorsitzende des Fördervereins ist Marietta Schott, Stellvertreterin Elke Rupp und Schatzmeisterin Monika Scholl. Ein Beirat, dem unter anderem Vertreter des Jugendrates und des Gemeinderates angehören, unterstützt den Vorstand.

Und das Haus ist auch bald soweit: Der ehemalige Pumpenraum, etwa 40 Quadratmeter groß und an den Wänden "in Wallerfanger Blau" gekachelt, ist vorbereitet: "Die Anlagen sind raus, jetzt wird eine Fußbodenheizung eingebaut", erklärte der Bürgermeister vor Ort. Diese Woche wird begonnen, die Drainage um das Haus zu legen. Ein kleiner Küchenraum entsteht nebenan, mit einer Durchreiche. Das Haus bekommt neue Toiletten, natürlich behindertengerecht. Drei kleinere Räume werden Gruppenräume. Das Dach ist schon neu, die Fenster ebenso. Hinter dem Haus gibt es schon einen Grillplatz, ein altes Gewächshaus und Platz zum Beispiel für Kaninchenställe, die sich die Wallerfanger Kinder in einer Befragung gewünscht hatten. In der Werkstatt gibt es sogar eine alte Schmiede, die reaktiviert werden könnte. "Das Haus hat sehr großes Potenzial", ist sich Zahn sicher. "Und es liegt zentral im Ort und ist zu Fuß gut zu erreichen."

Im Obergeschoss zieht im Mai schon jemand ein: eine Sozialarbeiterin, die sich um das Projekt kümmert. Von ihr erhofft sich Zahn, dass sie die Bevölkerung mehr in die Idee mit einbinden kann. Denn das Interesse der Bürger ist bisher dürftig. Nach und nach sollen nun Möglichkeiten für Begegnung und Austausch von Jung und Alt entstehen. Denn, betont Zahn: Das Haus steht allen Wallerfangern offen.

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