1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Wallerfangen

30000 Euro Förderung für Denkmal Quellheiligtum Sudelfels angekündigt

Förderung für antike Stätte auf dem Saargau : 30 000 Euro für Grabungen am Denkmal Sudelfels

Das Quellheiligtum Sudelfels bei Ihn gilt als einer der wichtigsten Kulturplätze römischer Zeit im Saarland. Diese Stätte soll künftig stärker aufgewertet und mit weiteren Sehenswürdigkeiten verknüpft werden, beispielsweise mit der Tropfsteinhöhle Niedaltdorf sowie dem Emilianusstollen St. Barbara.

Um die noch nicht vorhandenen Potenziale besser zu verknüpfen, hat der Kreistag Saarlouis in seiner bislang letzten Sitzung einstimmig die Vergabe eines touristischen Erschließungskonzeptes für 18 326 Euro beschlossen. Verbunden mit dieser planerischen Maßnahme sind Sanierungsarbeiten und neue Grabungen in dem Ensemble aus römischem Landhaus (Villa rustica) und Quellbereich.

Zwischenzeitlich hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bekannt gegeben, dass sie das Quellheiligtum Sudelfels in diesem Jahr als voraussichtlich eines von acht Denkmalen im Saarland fördert. Die in Bonn ansässige DSD stelle für Erd-, Sondierungs- und Sanierungsarbeiten sowie für weitere archäologische Untersuchungen 30 000 Euro zur Verfügung.

Nur einen Kilometer Luftlinie von der französischen Grenze entfernt befindet sich in einem Wander- und Waldgebiet der Gemeinde Wallerfangen die frei zugängliche Ausgrabung eines gallorömischen Quellheiligtums. Die hier aus dem Fels sprudelnde Quelle gab dem Ort seinen Namen: Sudelfels. Das Wasser wurde im 1. Jahrhundert in einem Brunnen gefasst, später entstanden das Brunnenhaus – Nymphäum – und weitere Tempelchen. An drei Seiten umfasste den Tempelbezirk eine Mauer.

Eines der drei Tempelchen im Zentrum der Anlage war der Quellnymphe Sirona geweiht. Den sechseckigen Brunnentempel schützt heute ein Pavillon. Eine Wasserleitung führte das Quellwasser in den Bau, dessen Eichenholz dendrochronologisch auf das Jahr 267 nach Christus datiert werden konnte.

Die südlich sich anschließende Villa Rustica mit mehreren Wirtschaftsgebäuden diente der Versorgung des Pilgerbetriebs. Das Hauptgebäude ist eine Risalitvilla, die einen bescheidenen Wohlstand bezeugt. Es gab in römischer Tradition einen kleinen Badebereich, der an dem im Grundriss apsisförmigen Frigidarium erkennbar ist, sowie eine – in den 1980er Jahre teilweise rekonstruierte – Hypokaustenheizung.

Über vier Jahrhunderte lang wurde die Pilgerstätte aufgesucht, wie Münzen und Schmuck bezeugen. Bei einer Grabung fand man auch bruchstückhaft erhaltene Statuen von Jupiter, Apollo und Merkur sowie eine wertvolle geschliffene Glasschale aus dem 2./3. Jahrhundert.