Wieder voll in seinem Element

Nach einer Zeit in ruhigeren Rettungssport-Gewässern tauchte Mehrfach-Weltmeister Thorsten Laurent jüngst wieder in der nationalen Spitze auf. Schneller denn je peilt der neue deutsche Senioren-Meister Ü40 jetzt seinen 14. WM-Titel an.

Thorsten Laurent ist im deutschen Rettungssport eine Berühmtheit. Mit 40 Jahren zählt der zigfache Welt- und Europameister zwar nicht mehr zu den Allerjüngsten, doch er scheint Gene in sich zu tragen, die ihn im Alter immer besser werden lassen - ähnlich einem guten Wein. Das stellte er jedenfalls zuletzt bei den deutschen Meisterschaften der Senioren in Luckenwalde unter Beweis, wo der Wettkampfwart der DLRG Wadgassen für seine Ortsgruppe eine der drei Gold-Medaillen abschleppte und gleich zwei deutsche Rekorde aufstellte. In den Teildisziplinen 50 Meter Retten einer Puppe und 100 Meter Hindernis, wo er seine Bestmarke aus jungen Jahren zudem um drei Sekunden toppte. Und das mit 40!

"Der runde Geburtstag war der Anstoß, wieder mehr Gas zu geben. Ich wollte schauen, was ein 40-Jähriger noch leisten kann", erinnert sich der frühere Militär-Weltmeister an den Neustart vor einem Jahr. Bei der Europameisterschaft in Alicante schwamm Laurent mit der Wadgasser Staffel und gewann drei Titel. Doch bei diesem Masters Ü30 war etwas anders: "Ich hatte erstmals das Gefühl, nicht mehr von meiner sportlichen Vergangenheit zehren zu können. Also habe ich mehr trainiert, bewusster als früher und mit einem klaren Ziel - die deutsche Meisterschaft", erzählt er. Der Saar-Sportler des Jahres 2001 stellte die Ernährung um und reduzierte sein Gewicht auf 98 Kilo. Die Figur des 1,95-Meter-Hünen wurde athletischer. "Ich bin viel gelaufen und habe Krafttraining gemacht, neue Reize gesetzt", erzählt der stellvertretende Betriebsleiter des Aqualouis. Beruflich blieb der Schwimmmeister "seinem Element Wasser" immer treu. Er trainierte zwar selbst weniger, aber verstärkt den Nachwuchs. Mit Erfolg. Unter seiner Führung sammelten die jüngeren Wadgasser Clubkollegen nationale und internationale Medaillen. Auch die Senioren schwammen in seiner Bugwelle große Erfolge ein. Zuletzt bei der deutschen Meisterschaft, die mit drei Mal Gold und Rang drei in der Vereinswertung endete.

Dass die Titelkämpfe in Luckenwalde stattfanden und zudem Orga-Chef Daniel Kuhrmann vom DLRG-Stadtverband ein guter Freund und Vater von seinem Patenkind Jette ist, war für Laurent ein Ansporn und sogar der Grund, den ungeliebten Kraulstil einzusetzen. Seine Erfolge in der "Goldenen Ära" der DLRG Wadgassen zwischen 1995 und 2005 mit dem WM-Gold von Sydney, Daytona Beach und Viareggio erkämpfte sich Laurent in der Rücken-Technik. Und der blieb er bis Ende 2015 treu. "Ich habe mich dagegen gewehrt, die Puppe hinter mir herzuziehen. Es widerspricht dem DLRG-Gedanken", sagt er. Im Rettungsfall bleibt der Kraulstil umstritten, im Sport bringt er wertvolle Sekunden. Das beweisen die neuen Bestzeiten. "Ich wollte bei meinen Freunden eine optimale Meisterschaft schwimmen und alles aus mir herauskitzeln", erklärt Laurent, der nun schneller schwimmt als vor 20 Jahren.

Nach einem regionalen "Testlauf" bei den Saarlandmeisterschaften in Lebach am kommenden Samstag und Sonntag will er bald wieder ins große Wasser springen. Bei den Senioren-Weltmeisterschaften wird er im September in den Niederlanden versuchen, sich sein 14. Gold zu sichern. Das wäre 17 Jahre nach dem ersten Weltmeister-Titel. "Wenn ich meine Form konservieren kann, wird es schwer sein, mich zu schlagen", sagt Laurent und schickt schon mal die Kampfansage an die internationale Konkurrenz.

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 Zwischen diesen Fotos liegen mehr als 15 Jahre: Im Jahr 2000 gewann Thorsten Laurent bei der WM in Melbourne Gold, Silber und Bronze. Jetzt schwamm er bei der Senioren-DM sogar teilweise noch bessere Zeiten – auch dank Unterstützung von Patenkind Jette. Fotos: rup/Laurent
Zwischen diesen Fotos liegen mehr als 15 Jahre: Im Jahr 2000 gewann Thorsten Laurent bei der WM in Melbourne Gold, Silber und Bronze. Jetzt schwamm er bei der Senioren-DM sogar teilweise noch bessere Zeiten – auch dank Unterstützung von Patenkind Jette. Fotos: rup/Laurent

Auf einen Blick Bei den Meisterschaften des Bezirks St. Wendel gewannen folgende Sportler den Titel und qualifizierten sich für die Landesmeisterschaft: Marie Hönge, Urexweiler (AK 10); Tobias Meyer, Schaumberger Land (AK 10); Anna-Sophie Boudier, Urexweiler (AK 12); Elias Nissen, Freisen (AK 12); Luisa Marx, St. Wendel (AK 13/14); Moritz Giebel, Schaumberger Land (AK 13/14); Pauline Klos, Freisen (AK 15/16); Robin Rauber, St. Wendel (AK 15/16). red