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Wer ernten will, muss säenNiedrige Decken, schmale Wände: Wer wohnt im kleinsten Haus?

Wer ernten will, muss säenNiedrige Decken, schmale Wände: Wer wohnt im kleinsten Haus?

Wadgassen. Karin Wilhelm kann sich gar nicht mehr daran erinnern, wann sie zuletzt Obst und Gemüse gekauft hat. Auf den Tisch kommt es bei ihr trotzdem jeden Tag. Von ihrem Selbstversorger-Garten können sie und ihr Mann Josef sich das ganze Jahr über ernähren. Über 40 Sorten Gemüse wachsen im Garten des Paares aus Wadgassen, fast alles, was man hier sieht, kann man essen

Wadgassen. Karin Wilhelm kann sich gar nicht mehr daran erinnern, wann sie zuletzt Obst und Gemüse gekauft hat. Auf den Tisch kommt es bei ihr trotzdem jeden Tag. Von ihrem Selbstversorger-Garten können sie und ihr Mann Josef sich das ganze Jahr über ernähren. Über 40 Sorten Gemüse wachsen im Garten des Paares aus Wadgassen, fast alles, was man hier sieht, kann man essen.Kartoffeln in zwölf Sorten, 14 Sorten Tomaten, Zuckerhut, Chinakohl, Radieschen, Buschbohnen, Stangenbohnen, Markerbsen, Zuckererbsen und Möhren. Es gibt Hochbeete mit Salanova, Eisberg-, Eichblatt, Frisee- und Kopfsalat, Endivien- und Feldsalat, Radicchio und Chicorée. Außerdem Pastinaken, Rote Beete, drei Sorten Kürbis, Zucchini, zwei Sorten Gurken, Paprika in vier Sorten, Peperoni, Aubergine, Spitzkohl, Filderkraut, Rotkohl, Wirsing, Brokkoli, Romanesco, Blumenkohl, Lauch und Mangold. Zwiebeln, Schalotten Lauchzwiebeln, Knollen- und Staudensellerie, Fenchel, Rucola und Petersilie und dazu eine große Auswahl an Kräutern und ein Beerenbeet. Netze über den Beeten schützen vor Schädlingen.

Dazwischen tummeln sich Schmetterlinge und Bienen, für die gibt es auch noch ein extra Blumenbeet. 13 000 Quadratmeter bewirtschaften die beiden 61-Jährigen, 3000 davon allein mit Gemüse. "Was uns schmeckt und sich bewährt, pflanzen wir wieder an", sagt Karin Wilhelm. Seit 1978 kümmern sie und ihr Mann sich schon um den Garten, ursprünglich hatte er Josef Wilhelms Vater gehört. Mit den Jahren haben sie immer mehr Fläche dazugekauft und -gepachtet.

Der Bruder von Josef Wilhelm und dessen Frau helfen bei der Arbeit und bekommen dafür auch ein Stück Garten zum Anbauen. Alle zusammen arbeiten etwa drei Stunden im Garten, jeden Tag. Gießen die Pflanzen, zupfen Unkraut, hacken die Erde auf und ernten. "Was zu viel ist, koche ich ein", sagt Karin Wilhelm. Täglich kocht sie mit Zutaten aus dem eigenen Garten. "Zu essen gibt es immer das, was als Nächstes weg muss", sagt Josef Wilhelm. Beide sind mit einem Nutzgarten aufgewachsen und kennen das aus ihrer Kindheit, dass man vor dem Kochen einmal durch den Garten spaziert und Zutaten sammelt.

Durch die Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt geht Karin Wilhelm nur, um sich die Preise anzusehen und den Kopf zu schütteln. "Ein einziges Mal habe ich eine Salatgurke gekauft, im Winter", sagt sie, "als wir keine mehr übrig hatten. Die hat aber so entsetzlich geschmeckt, dass wir sie nicht essen konnten!"

Da bauen die beiden Gemüsefreunde lieber selbst an - mit Erfolg: Eine ihrer Ananas-Tomaten ist sogar einmal stolze 1500 Gramm schwer geworden.

Für den Winteranbau haben sie gerade Spinat und Portulak gesät. Neben dem Gemüseanbau bewirtschaftet das Ehepaar übrigens noch eine große Streuobstwiese - mit über einhundert verschiedenen Apfelsorten.Kreis Saarlouis. Die Saarbrücker Zeitung sucht alle 14 Tage außergewöhnliche Rekordhalter. In unserer Serie "Kreisrekord" stellen wir ausgefallene Höchstmarken aus dem ganzen Landkreis Saarlouis vor. Für den nächsten Serienteil suchen wir den Besitzer des kleinsten Hauses: Wenn Sie in einem ungewöhnlich niedrigen oder schmalen Wohnhaus leben, melden Sie sich und nennen Sie uns die Maße dieses Bauwerkes! Meldeschluss ist am Sonntag, 26. August. Den Gewinner stellen wir in der darauf folgenden Woche vor. Sie erreichen uns über Post, per E-Mail und per Telefon. nic

 Karin und Josef Wilhelm in ihrem rekordverdächtigen Gemüsegarten. Foto: Jenny Kallenbrunnen
Karin und Josef Wilhelm in ihrem rekordverdächtigen Gemüsegarten. Foto: Jenny Kallenbrunnen

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