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Feuerwehr-Reform
Wadgasser Wehren rücken zusammen

Drei der Wadgasser Löschbezirke bilden nun den Löschbezirk Mitte. Sie zogen ins neue gemeinsame Gerätehaus um.
Drei der Wadgasser Löschbezirke bilden nun den Löschbezirk Mitte. Sie zogen ins neue gemeinsame Gerätehaus um. FOTO: Ruppenthal
Wadgassen. Drei Wadgasser Löschbezirke werden einer: Die Wehr hat ihre gemeinsame Unterkunft bezogen. Einweihung ist im September. Von Rolf Ruppenthal

Historische Entscheidung für die Feuerwehr Wadgassen: Seit dem Wochenende gibt es keinen Löschbezirk Wadgassen, keinen Löschbezirk Hostenbach und keinen Löschbezirk Schaffhausen mehr - und das trotz einer zum Teil mehr als 100-jährigen Tradition. Dafür gibt es nun den Löschbezirk Mitte,  und der ist im neuen Feuerwehrgerätehaus zwischen dem Gemeindehaus Schaffhausen und dem DRK-Gästehaus zu Hause.
Am Wochenende wurde noch einmal mächtig gerödelt, die letzten
Ausrüstungsutensilien nach Schaffhausen geschafft, Spinde und
Gerätschaften ins neue Gerätehaus geschleppt. Danach wurde gefeiert.



Die eigentliche Einweihung findet jedoch erst am 23. September statt. „Und diese Zeit brauchen wir noch“, betonte Wehrführer Guido Hübschen am Wochenende, denn nach seinen Worten ist noch jede Menge Feintuning angesagt.
Mit der Umstrukturierung hat sich die Wadgasser Feuerwehr den Zeichen der Zeit angepasst. Zum einen kontert man so die demografische Entwicklung, zum anderen will man die Wehr flexibler und leistungsstärker machen. Längst arbeiten die meisten Feuerwehrleute auswärts, so dass tagsüber bei Alarmierung schlichtweg zu wenig Einsatzkräfte zur Verfügung standen.

„Auch mit der Freistellung der Feuerwehrleute im Einsatzfalle durch die Arbeitgeber wird es immer schwieriger“, erklärt der stellvertretende Löschbezirksführer, Peter Becker.
Mit dem Löschbezirk Mitte verfügt die Feuerwehr Wadgassen nach ihrer  Überzeug über eine schlagkräftige Truppe. Möglich wurde diese Anpassung an die Entwicklungen der Zeit durch die Erweiterung des bisherigen  Gerätehauses in Schaffhausen. Mit einem Kostenaufwand von rund 1,7 Millionen Euro wurde nicht nur das bisherige Schaffhauser Gerätehaus saniert, sondern auch um einem modernen Funktionstrakt erweitert.

Der neue Hallenbereich verfügt über drei weitere Fahrzeugboxen, sodass nun alle sieben Fahrzeuge einsatzbereit geparkt werden können -  mit Ausnahme des betagten RW Öl. Da der Uralt-Magirus inzwischen Museumswert hat, soll er in naher Zukunft durch einen GW 2
Logistik ersetzt werden. Bis dahin wird er im bisherigen Wadgasser
Gerätehaus stationiert.

Neben den Fahrzeugboxen verfügt der Neubautrakt auch über die zeitgemäßen Sozialbereiche, insbesondere für die Feuerwehrfrauen. „Jetzt ist endlich auch ein ordentlicher Schwarz-Weiß-Bereich vorhanden“, betont der Wehrführer, „verschmutzte und kontaminierte Einsatzkleidung kommt nicht mehr mit der  Zivilgarderobe der Feuerwehrleute in Berührung.“
Ein weiterer Vorteil besteht auch darin, erzählt Peter Becker, „dass wir hier am neuen Standort die komplette Ausstattung vor Ort haben, was sowohl im Einsatzfalle als auch bei Übungen von großen Vorteil ist.“
Die neue Aufteilung in Löschbezirk Mitte für die Ortsteile Wadgassen,
Schaffhausen und Hostenbach garantiert mit den weiter bestehenden
Löschbezirken Werbeln, Differten und Friedrichweiler, dass fast jeder Einsatzort in den geforderten acht Minuten Ausrückzeit erreicht werden kann. Und eine interkommunale Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden soll zudem die Feuerwehr noch leistungsstärker, aber auch wirtschaftlicher machen.



In Wadgassen gibt es derzeit 78 aktive Feuerwehrleute. Die Jugendfeuerwehr zählt derzeit 19 Mitglieder, die Alterswehr verfügt über 30 Akteure.