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Kommunale BIldungspolitik
Wadgassen zahlt Bücher und Flöten

Wadgassen. Fast 900 Kindern eröffnet die Gemeinde einen kostenlosen Zugang zum Musizieren – Schulbücher geschenkt.

Die Gemeinde Wadgassen schenkt ihren Grundschulkindern auch im kommenden Schuljahr alle Schulbücher. Fast jedenfalls, denn eine Gebühr von 25 Euro müssen die Eltern bezahlen. In den übrigen Kommunen des Saarlandes werden Gebühren erhoben, die Bücher dann aber nur ausgeliehen. Bürgermeister Sebastian Greiber unterstrich jetzt einen Beschluss des Gemeinderates, diese 2009 begonnene Praxis fortzusetzen. Wadgassen hatte sich damals der landesweiten Einführung des Leihsystems nicht angeschlossen. Dafür kauft die Gemeindeverwaltung die Bücher und gibt sie zu Schulbeginn aus. Nebeneffekt laut Greiber: „Man muss bei einer Rückgabe nicht über Eselsohren in den Büchern diskutieren.“ Rund 46 000 Euro lässt sich die Gemeinde das kosten.



Die Grundschulen in Wadgassen, Differten sowie Hostenbach/Schaffhausen besuchen derzeit rund 500 Kinder. In allen zweiten Klassen gibt es ab kommendem Schuljahr eine weitere Fördermaßnahme der Gemeinde: Alle Zweitklässler bekommen Blockflöten, die sie behalten können. Verbunden damit ist Blockflöten-Unterricht, den die Musikschule mit Sitz in Werbeln erteilt, die ebenfalls in gemeindlicher Regie betrieben wird.

Dieses Angebot jenseits aller Lehrpläne kann Wadgassen auch deswegen machen, weil so viele Musiker in der Gemeinde auf beachtlichem Niveau spielen. Nicht zuletzt dem Erhalt der „Musikgemeinde Wadgassen“ soll der kostenlose Flötenunterricht für die Grundschüler dienen, sagt Bürgermeister Greiber.

Das neue Angebot setzt laut Greiber fort, was bereits seit zwei Jahren an den Kitas der Gemeinde Wadgassen praktiziert werde. Dort lernen alle Kinder „unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten der Eltern“ spielerisch, Zugang zu finden zum Musizieren. Auch das übernimmt die kommunale Musikschule. Bezahlt werden die Kräfte aus Fördertöpfen. Eine halbjährige Lücke in diesem Jahr schließt die Gemeinde mit eigenem Geld. Es sind etwa 390 Kinder ab drei Jahren, denen das angeboten wird. Greiber unterstrich, er betrachte „BIldung nicht nur als Pflichtaufgabe einer Kommune, wir wollen noch die Kür draufsetzen.“