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Auch das ist interkommunale Zusammenarbeit
Azubis kann man sich auch teilen

Schauen Azubi Daniel Lauer zu (von links): David Wendel, Bademeisterin Christin Schmidt, sowie die Bürgermeister Hartwin Faust und Sebastian Greiber.
Schauen Azubi Daniel Lauer zu (von links): David Wendel, Bademeisterin Christin Schmidt, sowie die Bürgermeister Hartwin Faust und Sebastian Greiber. FOTO: Ruppenthal
Wadgassen . Fachkräfte fürs Schwimmbad sind Mangelware. Jetzt teilen sich Ensdorf, Wadgassen, Püttlingen und Saarlouis einen Azubi. Um diese Art der interkommunalen Zusammenarbeit, großes Thema im Saarland derzeit, machen die Vier kein großes Aufheben. Von Johannes Werres

Vielleicht erklärt sich der Mangel an Fachkräften ja öfter so einfach wie bei Daniel Lauer, 19. Wie er denn drauf kam, sich in dem gesuchten Mangel-Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe, also Schwimmmeister, zu entscheiden? Wo er doch eigentlich werden wollte, was so viele wollen: „Was im technischen Bereich. Kfz-Mechatroniker oder Zerspanungsmechaniker bei Saarstahl.“ Und nun das, warum? „Ich wusste gar nichts davon. Ich hatte nie darüber nachgedacht.“ Er musste erst drauf stoßen.


Das Besondere seiner Ausbildung ist aber etwas anderes. Der junge Völklinger macht seine Ausbildung bei der Gemeinde Ensdorf. Die hat aber nur ein zwar großes, aber für die Ausbildung nur im Sommer nutzbares Freibad. Also, berichtet Bürgermeister Hartwin Faust, habe er bei Kommunen um Hilfe gebeten, die ein Hallenbad haben. Wegen der ganzjährigen Ausbildung. Und weil er froh war, endlich einen Schwimm-Azubi für die Gemeinde gefunden zu haben. „Wadgassen hat sofort mit Ja geantwortet, ohne Wenn und Aber.“ Was ihn nicht weiter wundert, denn „Helfen ist kein Thema“ zwischen Wadgassen und Ensdorf. „Das klappt außerordentlich gut.“

Es folgten Püttlingen und Saarlouis. Ergebnis: Daniel Lauer macht das erste Winter-Lehrjahr in Wadgassen, das zweite in Püttlingen und das dritte in Saarlouis.



Interkommunale Zusammenarbeit auf dem Schwimmbad-Sofa: Bürgermeister Sebastian Greiber und Hartwin Faust mit Daniel Lauer und David Wendel.
Interkommunale Zusammenarbeit auf dem Schwimmbad-Sofa: Bürgermeister Sebastian Greiber und Hartwin Faust mit Daniel Lauer und David Wendel. FOTO: Frank Villmen

Wenn Kommunen in der Ausbildung so zusammenarbeiten, ist das „eine gelebte, selbstverständliche interkommunale Zusammenarbeit“, sagt Wadgassens Bürgermeister Sebastian Greiber. Für diese so genannte IKZ, viel diskutiert auf Kreis- und Landesebene, brauche man keinen Anschub aus Saarbrücken. Was man auch daran sehe, dass die Bau- du Betriebshöfe auf dem kleinen Dienstweg zusammenarbeiteten, wenn Not am Mann sei. David Wendel weiß das aus eigener Erfahrung. Er ist er Schwimmmeister in Ensdorf, der Ausbilder von Daniel Lauer. Im Sommer. Im Winter arbeitet er im Bauhof.

Wendel hat Daniel Lauer kennen gelernt, als der als Bufdi, im Bundesfreiwilligendienst bei der Gemeinde Ensdorf tätig war. Im Umweltamt. Aus dem Kontakt wurde das Rettungsschwimmer-Abzeichen, das Daniel machte. Schwimmen gefiel ihm, der ansonsten Fußball spielt. Es folgte Beckenaufsicht in Ensdorf.

Der Meister werde sein nächstes Ziel, sagt Daniel Lauer. Der Job bei der Gemeinde indes ist ihm wohl sicher, sagt Faust. Und Greiber denkt, ein Azubi in einem Mangelberuf in der Nachbarkommune entspanne die Lage generell.

Vier Ausbildungsorte, sagt Wendel, kämen der Ausbildung zugute. „Verschiedene Bäder, verschiedene Technik, verschiedene Perspektiven. Das lernt man nicht in nur einem Bad.“


Auf sie kommt es an: Azubi Daniel Lauer (links) und Schwimmmeister David Wendel
Auf sie kommt es an: Azubi Daniel Lauer (links) und Schwimmmeister David Wendel FOTO: Frank Villmen