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Wadgassen organisiert Rathaus wegen Corona um

Eine Art Zweischicht-Betrieb : „Rathaus der Reserve“ soll vor Ansteckung schützen

Wie der Wadgasser Bürgermeister Sebastian Greiber den Rathausbetrieb in Zeiten der Corona-Ansteckung neu organisiert.

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit in den öffentlichen Verwaltungen schon jetzt stark verändert. Beispiel Wadgassen. In den letzten beiden Wochen wurde die Organisation der Verwaltung komplett verändert und umgebaut. „Ab sofort gibt es ein Rathaus der Reserve“ sagt Bürgermeister Sebastian Greiber. Die Hälfte der Mitarbeiter bleibe als „Reserve-Mannschaft“ für alle Verwaltungstätigkeiten und die kommunalen Betriebe zu Hause. Alle „systemkritischen Schlüsselpositionen“ wurden mit Home-Office ausgestattet.

Zu der einschneidenden Umorganisation gehört auch, dass alle Rathaus-Mitarbeiter vor Ort in Einzelbüros separiert sind, während eine „Reserve-Mannschaft“ zu Hause bleibt, teilweise mit Home-Office ausgestattet. Die Kommunikation erfolge dann ausschließlich per E-Mail, Telefon oder Video-Konferenzen, informiert Greiber. Nach 14 Tagen werde gewechselt. Damit sei für den Fall einer eventuellen Quarantäne gewährleistet, dass die Verwaltung der Gemeinde Wadgassen innerhalb kürzester Zeit wieder einsatzbereit sei, ohne neue Infektionsketten zu provozieren.

Der 14-Tage-Rhythmus ist an die Quarantäne-Vorgaben gekoppelt und stellt sicher, dass die beiden Rathaus-Teams nicht durchmischt werden. Damit solle möglichst verhindert werden, eine Infektion von einer Gruppe in die andere zu übertragen. Greiber bittet um Verständnis: „All diese Maßnahmen schränken natürlich den von uns gewohnten schnellen Bürgerservice massiv ein. Auch viele Projekte sind jetzt erstmal zurückgestellt, da wir uns jetzt voll und ganz auf die Krise und alle systemkritischen Dinge konzentrieren.“

Zudem hat der Wadgasser Verwaltungschef alle Mitarbeiter, die aufgrund gesundheitlicher Vorbelastungen zur akuten medizinischen Risikogruppe gehören, nach Hause geschickt. Für die übrigen Mitarbeiter bedeute das eine deutliche Mehrbelastung, sagt Greiber. „Das ist gelebte Solidarität in einem starken Team“, lobt er.