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Von Hippies und der Macht der Blumen

Von Hippies und der Macht der Blumen

Saarlouis. Es galt als absoluter Höhepunkt in der amerikanischen Hippiebewegung, ein ultimatives Erlebnis, das am Samstag auf den Tag genau vor 40 Jahren in ein langes Wochenende startete. Die Rede ist von einem Riesenfestival in Woodstock, auf dem Musiklegenden wie Jimi Hendrix, Santana, Joe Cocker und viele andere Künstler im Zeichen der Friedensbewegung auftraten

Saarlouis. Es galt als absoluter Höhepunkt in der amerikanischen Hippiebewegung, ein ultimatives Erlebnis, das am Samstag auf den Tag genau vor 40 Jahren in ein langes Wochenende startete. Die Rede ist von einem Riesenfestival in Woodstock, auf dem Musiklegenden wie Jimi Hendrix, Santana, Joe Cocker und viele andere Künstler im Zeichen der Friedensbewegung auftraten. Wer kann sich daran noch erinnern, wer hat es wie miterlebt und an wem ist diese Zeit ohne Eindrücke vorübergezogen? Die Saarbrücker Zeitung hörte sich bei einigen bekannten Persönlichkeiten mal um.

"Ich war quasi an der Quelle, habe diese Zeit sehr intensiv und direkt erlebt", erzählt Alfred Gulden, Schriftsteller und Musiker aus Saarlouis. Er möchte diese Zeit nicht missen, hat sie ihn doch stark geprägt. "Dass ich heute immer noch in Bewegung bleibe, kommt von damals", sagt Gulden. Als die amerikanische Hippiebewegung ihren Höhepunkt feierte, war er gerade in den USA. Zwar war er nicht auf dem legendären Woodstock-Konzert, aber so manche Musiker aus dieser Zeit hat er hautnah erlebt oder gar persönlich kennen gelernt. Unlängst habe er zum wiederholten Male den Woodstock-Film in seiner Originallänge gesehen, und Easy Rider, der als Kultfilm das Lebensgefühl der 60er Jahre beschreibt, gehört ohnehin zu seinen Favoriten. Und auch die Musik hört er heute immer noch gerne.

Die Musik ist es auch, die Hilla Koch-Neumann bis heute fesselt. Dabei schwärmt sie ungebrochen von Joan Baez, "eine Kämpferin mit sanfter Stimme und wunderschönen Melodien". Die Saarlouiser Künstlerin war damals mit 30 Jahren bereits fest auf Familienleben eingestellt, aber wenn sie auch die Hippiezeit nicht zelebrierte, einiges aus dieser Zeit hatte sie dennoch geprägt. "Für uns Frauen war das ja eine ganz wichtige Zeit", sagt Koch-Neumann.

Die Mundart-Autorin Karin Peter aus Wadgassen arbeitete vor 40 Jahren bereits fest Schuldienst. "Ich musste doch Vorbild sein", erzählt sie schmunzelnd. Woodstock war für sie daher kein Thema. Auch Saarlouis Bürgermeister Klaus Pecina hatte damals ganz andere Interessen. "Natürlich kannte man die Musik, aber die Hippiebewegung ging an mir als Sportler vollkommen vorbei", sagt er.