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Sportvereine
Stabwechsel beim Selbstläufer im Bisttal

Generationswechsel beim Verein Bisttal-Runners Wadgassen:  Bürgermeister Sebastian Greiber (rechts) bedankt sich bei Hubert Beck (links) und begrüßt dessen Nachfolger Thomas Leutzgen (Mitte).
Generationswechsel beim Verein Bisttal-Runners Wadgassen:  Bürgermeister Sebastian Greiber (rechts) bedankt sich bei Hubert Beck (links) und begrüßt dessen Nachfolger Thomas Leutzgen (Mitte). FOTO: Ruppenthal
Wadgassen. Nach 23 Jahren an der Spitze gibt Hubert Beck den Vorsitz der Bisttal-Runners an Thomas Leutzgen ab.  Von Johannes Werres

Sie müssen dann doch lächeln, als sie den Erfolg des Wadgasser Vereins „Die Bisttal-Runners“ beschreiben wollen und spontan das Wort Selbstläufer benutzen. Es passt halt wirklich auf den Verein, dessen derzeit rund 240 Mitglieder meistens bleiben, wenn sie einmal eingetreten sind. Drei Viertel seien aktive Läufer, sagt Hubert Beck, 68, bis zu 80 haben Marathon-Erfahrung. Beck war von Anfang an dabei, 23 Jahre, ist Gründungsvorsitzender, jetzt hat er den Vorsitz abgegeben an Thomas Leutzgen, 56. Der leitete am  Donnerstag erstmals eine Vorstandssitzung.


Die Bisttal-Runners entstanden aus einer Startergemeinschaft. Animiert von der Trimm-Dich-Bewegung der 70er entstand innerhalb des TV Wadgassen ein Lauftreff. Daraus bildeten, wie Beck weiter erzählt, sich 1995 die Bisttal-Runner. 1997 meldeten sie sich beim Saarländischen Leichtathletikverband offiziell als Laufgruppe an. Am Namen Bisttal-Runners hat Beck seinen Anteil, wie er berichtet. Der Name beschreibe ganz einfach, dass viele Läufer aus dem Bisttal kommen. Die meisten aus de Gemeinde Wadgassen, einige auch aus der Umgebung. Gelaufen wird im Warndtwald und im Wadgasser Wald. Erhebliches Engagement entwickelten die Runners beim noch jungen Wadgasser Sommer-Biathlon namens Abtei-Race. Besonders die jungen Vorstandsmitglieder, erzählt Leutzgen, brächten da jetzt eine Menge neuer Ideen ein. Denn im Vorstand habe aktuell ein echter Generationswechsel stattgefunden.

Das wiederum gefällt dem Wadgasser Bürgermeister Sebastian Greiber, selbst Läufer bei den Bisttal-Runners. Er dankte Beck nicht nur „im Namen der Gemeinde“ dafür, die Läufer so stabil zusammengehalten zu haben. Er gratulierte auch den Läufern zum Chef-Wechsel, den derzeit keineswegs jeder Verein so hinkriege. Die Bisttal-Runners seien „mehr als nur Laufen. Es geht sehr familiär zu“. Darauf legen sie aber auch Wert.  Sie meinen es ernst mit Breitensport, bekundet Beck. „Wir betreiben keinen  Leistungssport. Es ist Hobby und Geselligkeit.“ Wofür schon spricht, dass auch 80-Jährige mitlaufen. Trotzdem gibt es natürlich Spitzenläufer bei den Bisttal-Runners, etwa den Marathon-Mann Frank Villmen.



Doch es zählt die Gruppe, die sich „von selbst“ zum Lauf einteile, Länge und Dauer ganz nach Selbsteinschätzung. Kein Druck, „und niemand wird zurück gelassen“. Beck: „Es geht darum, so anzukommen, wie man losgelaufen ist. Mit Atemnot ins Ziel – da ist was falsch gelaufen.“ Aber das lerne man schnell. Manchen habe er schon motiviert – man übersetzt am besten: überredet zum Laufen. „Mancher hat schon gesagt, das ist nichts für mich – und ist dann dabei geblieben. Halbmarathon gelaufen.“

Der Neue im Vorsitz versteht sich auch nicht als Leistungssportler. „Laufen ist für mich Ausgleich“, sagt Leutzgen, der bei einem Autozulieferer arbeitet, „Verbundenheit mit anderen.“ Maximal zwei Stunden am Stück laufe er, um „ein bisschen Anstrengung“ als gehe es ihm auch.