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Sportplatzkonzept im Gemeinderat Wadgassen!Vereinsbedingungen!

Damit Talente bleiben : Start für Wadgassens Sportplatzkonzept

Ein Sportplatzkonzept soll aus der Not eine Tugend machen: Der Wadgasser Rat hat dem Plan zugestimmt, den Jugendfußball neu aufzumischen.

Das Sportstättenkonzept für alle Wadgasser Fußballvereine wird kommen, aber die CDU-Fraktion im Rat hat mit einem der schärferen politischen Mittel gegen die Präsentation des Konzeptes von Bürgermeister Sebastian Greiber (SPD) protestiert. Sie hat sich an der Abstimmung demonstrativ nicht beteiligt. Was den Fortgang nicht bremsen konnte, angesichts einer in einem saarländischen Gemeinderat nicht allzu häufigen absoluten Mehrheit der SPD.

CDU-Fraktionschef Manfred Zang machte zwar deutlich, dass seine Fraktion große Teile des Konzeptes für gut halte, sich aber außer Stande sehe, verantwortet zu entscheiden. Denn die Fraktionen hätten das Finanzierungskonzept nicht prüfen können, weil es nicht schriftlich vorgelegen habe. Die Zahlen wurden in mündlichem Vortrag in der Sitzung präsentiert.

Fünf Naturrasenplätze und einen Tennenplatz (Brasche) gibt es in Wadgassen. Die Rasenplätze in Friedrichweiler, Hostenbach und Schaffhausen werden von den 300 Spielern in 22 Mannschaften der Jugendspielgemeinschaft Bisttal (JSG) genutzt. Der Naturrasen in Werbeln liegt still, weil der SV aufgelöst wurde. Den Naturrasenplatz in Differten und den Braschenplatz in Wadgassen nutzen nur die jeweiligen örtlichen Fußballvereine, sie gehören nicht der JSG an, weil beide nicht mehr über eine eigene Vereinsjugend verfügen.

Die drei JSG-Rasenplätze sind nach der von Justin Thieser erarbeiteten Analyse der Gemeinde „überstrapaziert“, weil sie deutlich mehr Stunden im Jahr bespielt werden als empfohlen. Die Plätze in Differten und Wadgassen bleiben unter den Grenzen. Zumindest die drei JSG-Plätze müssten, sagt Bürgermeister Sebastian Greiber, zur selben Zeit für viel Geld saniert werden, je Platz 200 000 bis 250 000 Euro. Bedingungen, sagt Greiber, die es Vereinen aus Nachbargemeinden leicht machten, Wadgasser Nachwuchstalente abzuwerben.

Der aktuelle Vorschlag nun, den der Rat mit 21 Ja-Stimmen, einem Nein und ohne Teilnahme der CDU annahm, sieht so aus: Die drei Naturrasenplätze würden um etwa die Hälfte der Stunden entlastet, hielten also länger, wenn erstens der Tennenplatz in Wadgassen zum Kunstrasenplatz umgebaut und auch von  JSG-Mannschaften benutzt würde (600 000 Euro). Gleichzeitig würde dort das Clubheim erneuert (500 000 Euro). Und wenn zweitens eine Freilufthalle gebaut würde, ebenfalls mit Kunstrasen ausgestattet (400 000 Euro). Die Freilufthalle könnte neben der Kita Sonnenschein in Schaffhausen errichtet werden. Dafür könnten die sanitären Anlagen der ebenfalls angrenzenden Sporthalle genutzt werden.

Ein ausgefeiltes, detailliertes Finanzierungskonzept gebe es noch nicht, sagte Greiber. Das sei nur Schritt für Schritt möglich. Greiber rechnet gegen, was die Gemeinde für ansonsten nötige Sanierungen nicht zahlen müsste. Und er geht von Förderprogrammen unter anderem des Landes aus; da müssen erstmal Anträge gestellt und genehmigt werden.

Anders bei der Freilufthalle. „Da verzichten wir auf eine Förderung.“ Sponsoring soll für 200 000 Euro, die Hälfte der Kosten, sorgen. Der Löwenanteil könnte laut Greiber von einem Unternehmen kommen, nach dem die Halle im Gegenzug benannt würde. Die Freilufthalle, 30 mal 15 Meter, ausgestattet mit Digitaltechnik, die das Jugend-Training attraktiv machen soll, kann auch vermietet werden, in der ganzen Breite vom Geburtstag bis zum Gottesdienst. Wird das angenommen, könnte die Gemeinde damit sogar Geld verdienen, was nicht erlaubt wäre, wenn sie Fördergeld in Anspruch nähme.

Die Finanzierung der Halle hält die CDU mit Blick auf die Kosten für „fragwürdig“, den Bau des Kunstrasenplatzes unterstützt sie. CDU-Ratsmitglied Björn Jakobs warb um Verständnis, „wir können dem nicht zustimmen“, und Fraktionskollege Hermann Hennrich begründete das erneut: „Wir haben zu den Kosten nichts Schriftliches, nicht mal eine Tischvorlage.“

Zum Konzept gehört auch, dass die Verträge zwischen Gemeinde und Vereinen geändert werden. So soll die Pflege der Rasenplätze in eine Hand gelegt werden, idealerweise soll das die Gemeinde übernehmen. Sie würde dann auch über die Platznutzung entscheiden. Vor allem aber müssten sich alle Vereine verpflichten, an der Jugendspielgemeinschaft Bisttal (JSG) teilzunehmen. „Hier ist eine Kooperation aller Vereine unumgänglich“, heißt es in dem Konzept.

Der alte Bolzplatz hinter der Sporthalle in Schaffhausen: Hier wäre Platz für die geplante Freilufthalle. Foto: Thomas Seeber

SPD-Fraktionschef Jürgen Fäh nannte die vorgetragenen Zahlen schlüssig und hob besonders hervor, dass versucht werde, über eine Sanierung hinaus Jugendarbeit zu fördern. Fraktionskollege Hans-Peter Kurtz meinte Richtung CDU: „Ein Schritt nach vorn. Ich weiß nicht, was Sie da noch beraten wollen. Verzögern Sie die Maßnahme nicht.“ Und so fällte die Ratsmehrheit den Grundsatzbeschluss, der zunächst noch keine Ausgaben umfasst.