Schwimmer Thomas Lurz bei IHK regional in Wadgassen

IHK regional : „Klare Ziele und Durchhaltevermögen“

Top-Schwimmer Thomas Lurz war Referent beim Jahresabschluss der IHK regional im Alten Abteihof in Wadgassen.

Was Spitzensportler schaffen, kriegen auch Unternehmer hin und Privatpersonen. Wichtige Aspekte dafür sind: Motivation, klare Ziele und vor allem Durchhaltevermögen. Darauf verwies am Mittwochabend im Alten Abteihof Wadgassen der erfolgreichste deutsche Schwimmer, Thomas Lurz. Er war Referent bei der Jahresabschlussveranstaltung IHK regional Saarlouis im Alten Abteihof. „Die richtige Motivation ist alles“, begrüßte IHK-Vizepräsidentin Sonja Anton die rund 90 Zuhörer.

Zu was das führen kann, stellte Thomas Lurz mit Einblicken in seine Erfolgsgeschichte dar. Mit 39 Jahren ist er als Schwimmer schon in Rente, sagte der gebürtige Würzburger. Inzwischen arbeitet er als Personaldirektor des Bekleidungsunternehmens s.Oliver. Er hat ein Studium als Diplom-Sozialpädagoge abgeschlossen und ist Master of Business Administration. „Scheitern ist keine Option“, ist eine Lebenseinstellung des Erfolgssportlers. Anderenfalls brauche man gar nicht erst anzutreten. Wenn andere an Heiligabend zur Ruhe kamen, drehte Lurz seine Runden im Schwimmbecken. Immer einen Ticken voraus, immer eine Trainingseinheit mehr als andere. Das gehöre mit zum Erfolg. Aber auch Kräfte tanken. „Wenn du im Jahr 3500 Kilometer schwimmst, kennst du jede Kachel.“ Das sei nur noch langweilig, und „du kannst den Schwamm nicht immer nur ausdrücken“. Ausgleich, Vielfalt und Variationen gehörten mit dazu, um erfolgreich zu werden.

Ebenso wichtig sei das Durchhaltevermögen. „Es klappt zu 99,9 Prozent beim ersten Mal nicht.“ Dann gelte es, dran zu bleiben. Erst recht, weil „je höher die Ziele, umso höher die Konkurrenz“. Wer 25 Kilometer schwimme, sei eigentlich nicht ganz normal. Aber es war eine Erfahrung, mit der Lurz seine Standardstrecken neu bewerten konnte. Danach waren zehn Kilometer bloß noch Sprintstrecke. Und welche Bedeutung der Kopf habe, zeigte sich ebenfalls. Barcelona 2013, sein erstes Rennen über 25 Kilometer Freiwasser. Die Arme wurden schwer, berichtete Lurz. Unterwegs habe er das Ziel aus den Augen verloren und sich gefragt: „Warum tue ich mir so etwas an?“. Bei Kilometer 20 wusste er, es sind nur noch fünf Kilometer. „Das Ziel war wieder sichtbar.“ Bei Kilometer 23 war er Vierter und wollte aufs Treppchen. Am Ende siegte Lurz mit 0,4 Sekunden vor dem Belgier Brian Ryckeman.

Genau so gehe es auch im wirtschaftlichen Leben um Durchhaltevermögen und immer wieder: Um klare Ziele. „Ich weiß genau, was mein Ziel ist, und ich weiß genau, wie ich dorthin komme“, sagte Thomas Lurz. Dann müsse der Fokus auf das Wesentliche gelegt werden. „Du musst es immer und immer wieder versuchen.“ Manchmal helfe einfach das Glück des Tüchtigen. Wie bei seinem ersten Sieg bei einer Deutschen Meisterschaft. „Ich habe nur gewonnen, weil die richtig Guten krank waren.“ Mit einer Zeit, mit der danach niemand mehr Sieger wurde.

Vorgesetzte seien wichtig, sagte Lurz. Wie Trainer im Sport. Um ihre Leute zu coachen. Mit zielführenden Rückmeldungen, mit motivierenden Rahmenbedingungen. Gute Trainer machten jedoch keine Kaffeepause und säßen nicht auf der Bank. „Die laufen die ganze Zeit am Beckenrand auf und ab und geben Tipps.“

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