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Mundart
Dem Saarländischen auf der Spur

Der Wadgasser Patrik H. Feltes mit seinen neuen Büchern im Deutschen Zeitungsmuseum.
Der Wadgasser Patrik H. Feltes mit seinen neuen Büchern im Deutschen Zeitungsmuseum. FOTO: Johannes A. Bodwing
Wadgassen. Von Johannes Werres

Manchmal braucht man was zum Mitbringen oder Mitgeben für Leute von außerhalb des Saarlandes. Lyoner geht schlecht. Alkoholika gibt’s überall. Kohle-Andenken? Wirkt schon museal. Und Stahl? Wie denn? Aber: Wer heimfährt, nimmt eigentlich immer mit, was er gehört hat: An den saarländischen Dialekt erinnern sie sich alle. Und an die erwartete, gefühlte und geografisch tatsächlich vorhandene Nähe zu Frankreich.


Daraus hat der Wadgasser Patrik Feltes etwas gemacht, das sich als apartes kleines Geschenk für die da draußen durchaus eignet. Das kleine, ansprechend gestaltete Büchlein „Geminn. Schpondaan se Besuuch“. Feltes nahm seine Kamera bei gelegentlichen Besuchen in der Grenzstadt Saargemünd/Sarreguemines mit. Er fotografierte Alltägliches, Beiläufiges. Die 14 Fotos betextete er mit kleinen Gedichten im moselfränkischen Dialekt seiner Heimat Wadgassen. Anlässlich einer Tagung in Saargemünd wurden diese Gedichtchen von Bertrand Hiegel und Marianne Haas-Heckel ins Rheinfränkische Lothringens übertragen und ins Französische. Nun steht alles nebeneinander und lädt den Fremden zum Studieren ein.

Wie ähnlich und wie verschieden die beiden fränkischen Varianten sind. Und wer es nicht versteht, hat ja das Französische. Die Kombination schafft genau den Spagat zwischen Nähe und Ferne, den man braucht, um sich vom Saarland faszinieren zu lassen. Der Deutsche von jenseits des Saarlandes muss sich da schon ein bisschen Mühe geben. Belohnen kann sich der Leser, indem er die QR-Codes am Ende des Buches aufruft: Dort kann man die Gedichte auch hören.



Erschienen in der Edition Saarflugblätter.