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Ortsrat Wadgassen will Wehr nicht zusammenlegen

Ortsrat Wadgassen will Wehr nicht zusammenlegen

Wadgassen in der Feuerwehrkrise: Der Ortsrat Wadgassen lehnt die Zusammenlegung der Löschbezirke Wadgassen, Schaffhausen und Hostenbach am Schaffhauser Standort ab. Er will, dass der Löschbezirk Wadgassen am jetzigen Standort bleibt.

Falls die drei Löschbezirke Wadgassen , Hostenbach und Schaffhausen an einem Standort, nämlich Schaffhausen , zusammengelegt werden, dann "werden sich mindestens 80 Prozent der Wadgasser Wehrfrauen und Wehrmänner aus der Feuerwehr verabschieden". So heißt es in einem Antrag, den Wadgassens Ortsvorsteher Hans-Jürgen Könen am Mittwochabend im Ortsrat vorlegte. Den Antrag, der den Verbleib der Wadgasser Wehr am eigenen Standort in der Abteistraße fordert, nahm der Ortsrat gegen die Stimmen der beiden FDP-Vertreter an.

Damit lehnte der Ortsrat die Zusammenlegung von drei der sechs Löschbezirke der Gemeinde ab, die der Gemeinderat längst beschlossen hat. Laut Bürgermeister Sebastian Greiber sind auch die Löschbezirksführern dafür gewesen. Inzwischen seien 300 000 Euro für die Planung ausgegeben worden. Jetzt stehe die erste Tranche der Finanzierung des Umbaus in Schaffhausen im neuen Gemeindehaushalt an, sagte Greiber in der Sitzung. In deren Verlauf lehnte der Ortsrat den Entwurf für den Etat ab.

Fraktionen wie Wehrführer seien für die Zusammenlegung gewesen, nachdem sich ein Neubau einer Wache als unbezahlbar erwiesen habe, sagte Greiber. Das Land zahle für Neu- oder Umbau eine Million Euro; ein Neubau würde die Gemeinde weitere 2,5 Millionen Euro kosten.

Warum also meldete sich der Ortsrat erst jetzt? Weil er bislang nicht damit befasst worden sei, sagten Mitglieder des Gremiums. Greiber entgegnete, den Ortsräten sei spätestens im März 2013 empfohlen worden, sich damit zu beschäftigen. "Der Ortsrat Wadgassen hat aber keinen Gebrauch davon gemacht."

Greiber vermutete Parteipolitik, "Spielen mit Angst in der Bevölkerung und Unruhe unter den Feuerwehrkameraden", was "unsäglich und verantwortungslos" sei. SPD-Frau Birgit Brill widersprach: "Die Feuerwehr ist auf uns zugekommen".

Offenbar, stellte Greiber fest, klafften die Meinung des Löschbezirksführers und der Mannschaft "weit auseinander". Ziemlich gereizt verlief die Debatte vor allem zwischen Greiber, Könen und dem früheren Löschbezirksführer Kurt Malter.

Der Antrag ist nicht allein damit begründet worden, dass der "Konsens mit dem Löschbezirk Wadgassen nicht hergestellt worden" und "über die Köpfe der Feuerwehrkameradinnen und -Kameraden hinweg gehandelt" worden sei. Aufgeführt werden außerdem sechs feuerwehrtechnische Bedenken gegen die Zusammenlegung im einen Kilometer entfernten Schaffhauser Standort. Beispiel: Dann läge eine Bahnschranke zwischen Wache und vielen Einsatzgebieten. Der Wehrführer der Gesamtgemeinde, Guido Hübschen, konterte: Dafür gibt es längst ein Alarmsystem, das Züge anhalte. Hübschen unterstrich, eine zusammengelegte Wehr erfülle alle gesetzlichen Ansprüche etwa der Ausrückzeiten. Umkehrt bringe der einzelne Löschbezirk tagsüber nur selten genug Wehrleute auf, um ein Auto komplett zu besetzen. Zusammenarbeit sei notwendig. Die Wehr-Jugend der drei Bezirke mache es vor. Nach anfänglichem Ruckeln klappe das bestens. So erklärten sich auch die guten Zahlen in der Jugendwehr. Überzeugend klar wurde in der Sitzung nicht, warum der Ortsrat jetzt fordert, die Feuerwehr am eigenen Standort zu lassen. Aber es ist schon ein starkes Stück, von 80 Prozent Austritten aus der Wehr zu reden, falls die vom Gemeinderat längst beschlossene Zusammenlegung umgesetzt wird. Der Beschluss steht jetzt mal so da, direkte Folgen hat er nicht.

Dabei geht am gemeinsamen Standort für Wehrleute und Material kein Weg vorbei, nicht finanziell und erst recht nicht funktionell. Die einzelnen Wehren brauchen einander in jedem größeren Einsatz - und dann sind sie auch gut. Und nur das macht sie letztlich attraktiv für das anstrengende Ehrenamt und nur das wiederum schützt Leben und Eigentum der Bürger. Absolut glaubwürdig erscheint, dass die Sicherheit im Ortsteil Wadgassen unter der Kooperation nicht leiden würde. Es darf daher jetzt nur darum gehen, jedem Feuerwehrmann und jeder Feuerwehrfrau aus Wadgassen den Weg zur gemeinsamen Wache zu erleichtern.