Neues Heim für Motorräder und Gespanne

Neues Heim für Motorräder und Gespanne

Kein neues Motorradmuseum entsteht in Wadgassen, sondern ein Clubheim mit Ausstellung. Das hat der MVC Bous in viel Eigenleistung seit Anfang 2016 auf den Weg gebracht. Die offizielle Eröffnung ist für den 7. Mai 2017 geplant, passend zum 40. Geburtstag des Vereins.

Mit einem richtigen Motorradmuseum waren sie von 1989 bis 2007 im markanten Hauptgebäude der alten Cristallerie Wadgassen . Nun ist es eine ehemalige Schreinerei der Cristallerie nahe dem alten Abteiweiher. "Das wird kein neues Motorradmuseum", erklärte Wolfgang Neis, Vorsitzender des Motorrad-Veteranen-Club Bous (MVC). "Es ist jetzt ein Clubheim mit Ausstellung." Das Gebäude am Abteiweiher wurde zur neuen Heimat des MVC. Denn die früheren Pläne für das Outlet-Center in Wadgassen hatten zur Schließung des Museums geführt. Danach begann eine kleine Odyssee für Verein und Maschinen. "Am Längsten waren wir in Völklingen", sagte Neis. Die Motorräder standen dort in einem Wasserturm des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Die neue Bleibe wurde über Villeroy & Boch gefunden, denen das Gebäude am Weiher gehört. "Das haben wir dann für zehn Jahre gemietet. Im Januar 2016 wurde der Vertrag unterzeichnet, im Februar haben wir mit den Arbeiten angefangen."

Das denkmalgeschützte aber verfallende Gebäude brachte der Verein über Monate hinweg wieder auf Vordermann. Alleine 272 neue Scheiben stecken in den großen Industriefenstern, stellte Harry Neis dar, Bruder von Wolfgang Neis und früherer Vorsitzender des MVC. "Jede Scheibe erforderte eine eigene Schablone, und alle sind einzeln eingefügt, weil das früher nicht genau auf Maß gearbeitet war", sagte Harry Neis. Von Beginn an sei klar gewesen, dass dieses Gebäude in seinem historischen Charakter erhalten bleibt. Das Dach wurde von Dachdeckern komplett erneuert, um vieles andere kümmerten sich Clubmitglieder.

So sah der alte Zustand innen aus, bevor der Motorradclub tätig wurde. Foto: Wolfgang Neis. Foto: Wolfgang Neis
Mit viel Eigenleistung hat der MVC Bous das historische Schreinerei-Gebäude am Abteiweiher hergerichtet. Foto: Johannes A. Bodwing. Foto: Johannes A. Bodwing

"Wir hatten das Glück, dass noch viele Handwerker sind", sagte Harry Neis. Innen- und Außenfassade wurden hergerichtet, im Kellergeschoss entstand eine behindertengerechte Toilette. Aber auch der Wildwuchs ringsum wurde beseitigt. "Als wir anfingen, war alles zugewuchert", sagte Wolfgang Neis. Drei Etagen stehen später zur Verfügung. Derzeit ist das Erdgeschoss fertiggestellt. Mit einer Theke, mit Mobiliar und einem Wärme spendenden Pelletofen. So um die 50 Maschinen und Gespanne sollen auf die einzelnen Geschosse verteilt werden. Unters Dach kämen aber nur die Mopeds, meinte Wolfgang Neis lächelnd. Wegen der steilen historischen Holztreppe, die dort hochführt. Für die wärmeren Tage soll auch das Ufer des Weihers genutzt werden. "Das sind etwa fünf Meter. Da können Garnituren hin, mit Blick auf den Teich." Mit dem neuen Clubhaus verbunden ist das Ziel, "die Szene wieder zusammenführen". Nach Ende des Motorradmuseums sei da einiges auseinandergefallen. Sonntagmorgens findet nun von zehn bis 13 Uhr eine Art Frühschoppen statt. Sowohl für die rund 35 Vereinsmitglieder wie auch für Bekannte aus anderen Vereinen. 2017 wird der MVC Bous 40 Jahre alt. Deshalb ist am 7. Mai die offizielle Eröffnung des Clubheims sowie ein Ersatzteilmarkt vorgesehen.