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Narren machen der Vernunft endlich ein Ende

Narren machen der Vernunft endlich ein Ende

Nalbach/Wadgassen/Schmelz/Siersburg. Da braut sich was zusammen vor dem Nalbacher Rathaus. Derweil harrt Albert Steinmetz hinter verschlossenen Türen und oben im ersten Stock der Dinge, die da kommen. Er steht in diesem Jahr für den gesundheitlich außer Gefecht gesetzten Bürgermeister als Zirkusdirektor direkt an der närrischen Front

Nalbach/Wadgassen/Schmelz/Siersburg. Da braut sich was zusammen vor dem Nalbacher Rathaus. Derweil harrt Albert Steinmetz hinter verschlossenen Türen und oben im ersten Stock der Dinge, die da kommen. Er steht in diesem Jahr für den gesundheitlich außer Gefecht gesetzten Bürgermeister als Zirkusdirektor direkt an der närrischen Front. Gardemädchen rücken in die Manege vor, Gruppen des Kindergartens, der ERS und Grundschule und eine Abordnung aus Piesbach. Doch noch fühlt sich Steinmetz als Herr der Lage. Mit süßen Wurfgeschossen sucht er die Massen zu beschwichtigen.Rote Nasen gibt es in der zart von Schnee durchsetzten Kälte. Mit kräftigen Schunklern trotzen große und kleine Belagerer den Temperaturen und stellen ihre Forderungen. Steinmetz knickt eoin, verspricht "eine Loipenzone bis zur ERS". Egal, er landet im luftigen Kerker, außer Gefecht gesetzt bis Aschermittwoch.

Sieg ohne Prinzenpaar

Ohne ihr eigenes Prinzenpaar bliesen die Wadgasser Glasspatzen am Fetten Donnerstag zum Sturm auf das Rathaus. Während Stefan und Saskia an der Saarbrücker Uni über ihrer Klausur brüteten, sorgten Präsident Dieter Daub und das Regionalprinzenpaar Claudia und Ewald bei eisigen Temperaturen für einen "heißen Tanz" vor dem Wadgasser Verwaltungssitz. Und was die Glasspatzen in die Schlacht warfen, waren aller Ehren wert: Mehr als 33 "Kampfwagen" und Fußgruppen sorgten für Superstimmung. Die Ortsvorsteher Hans-Jürgen Koenen, Wadgassen, Albert Wagner, Schaffhausen, und Harald Kaufmann, Hostenbach, waren schnell überwältigt, nachdem sich Verwaltungschef Harald Braun frühzeitig geflohen war.Emanuels Stuhl ist weg

Bürgermeister Armin Emanuel, Schmelz,wird nicht schlecht staunen, wenn er am Wochenende aus Potsdam zurückkehrt. Sein Stuhl ist weg. Seine beiden Stellvertreter Wolfram Lang und Silvio Lang konnten sich der starken Macht, die das erste Dreigestirn in der Schmelzer Fastnachtsgeschichte um sich geschart hatte, nicht widersetzen. Lang gab sein Bestes. Aber: Mit "Wenn nicht jetzt, wann dann" - dem Schlachtlied des Dreigestirns - zogen Prinz Christian I, von der Linsekaul, Prinzessin Indira Gandy I. aus dem Tal der Liebe und Bauer Jule I. vom Roschberg ins rote Rathaus ein. Tatkräftig unterstützt wurden sie durch Susanne Thome von der KKJA und Silke Philippi vom Kirchenchor und natürlich vielen, vielen Narren.Waldgeist ohne Chance

Und auch für Silvanus den Waldgeist sah es schlecht aus. Der hatte sich zwar sehr bemüht, seinen Regierungssitz in Siersburg zu verteidigen, aber letzten Endes vergebens. Gegen eine starke Kinderschar und den Siersburger Tollitäten hatte er keine Chance. Ein großes Heer versammelte sich vor dem Rathaus und machte deutlich, dass des Waldgeists letztes Stündlein geschlagen hatte. "Waldgeist, Waldgeist, wir Narren wir sind schlau, Waldgeist Mätzchen, komm raus aus deinem Bau", riefen sie immerzu. Mit viel Wortwitz trugen das Gemeindeoberhaupt und das Prinzenpaar ihr Gefecht aus. Aber selbst die Bestechungsversuche des Waldgeistes nutzten nichts. Der Waldgeist wurde bis Aschermittwoch in die Verbannung geschickt.