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Kaffeekanne im Wald, Reifen im Gebüsch

Kaffeekanne im Wald, Reifen im Gebüsch

Schaffhausen. In Wäldern, auf Parkplätzen, an Straßenrändern, an vielen öffentlichen Plätzen lassen sich seit einigen Tagen Helfer beobachten, die eifrig Müll einsammeln. Müll, den andere illegal und gewissenlos entsorgen

Schaffhausen. In Wäldern, auf Parkplätzen, an Straßenrändern, an vielen öffentlichen Plätzen lassen sich seit einigen Tagen Helfer beobachten, die eifrig Müll einsammeln. Müll, den andere illegal und gewissenlos entsorgen. Auch Schaffhausen hat am achten landesweiten Frühjahrsputz "Picobello" teilgenommen, dazu luden Ortsvorsteher Albert Wagner und der Ortsrat unter dem Motto "der Dreck muss weg" ein. Neben Mitgliedern des Deutschen Roten Kreuzes machten die Katzengruppe aus dem Kindergarten und die Erstklässler der Grundschule mit und bewiesen damit ein großes Umweltbewusstsein.Wohin mit nutzlosen Autoreifen, Haushaltsgeräten, Möbeln und Müll? Rücksichtslose Menschen werfen Abfall in die Natur, und das können die Kinder des Jugendrotkreuzes aus Schaffhausen gar nicht verstehen. "Dafür haben wir kein Verständnis, das ist Umweltverschmutzung", sagten Franziska, Maik, Frank, Steven und Marcus am Samstag, als sie rund um den Sportplatz und im nahe gelegenen Wald gemeinsam mit den Erwachsenen Müll einsammelten. Und davon fanden sie jede Menge: Flaschen, Verpackungsmaterial, Papier, aber auch Haushaltswaren wie eine Kaffeekanne oder Lampen.

Ihr größter Fund war am Parkplatz unterhalb des Sportplatzes. Dort lagen im Gebüsch verteilt sechs Autoreifen, zum Teil noch mit vollem Profil, fast neu. Anstatt die Reifen am Wertstoffhof abzugeben, hatten sich die Umweltsünder die Abgelegenheit hinter dem Parkplatz zunutze gemacht, um ihre Altlasten los zu werden. "Das finden wir richtig doof", sagten die Kinder. Mit Hilfe der Erwachsenen stapelten sie die Reifen in eine Ecke, packten die Müllsäcke dazu. Und wie der Ortsvorsteher meinte, wird die Gemeinde die Sammelstationen zum Wochenbeginn anfahren, um den Müll abzufahren.

Der Parkplatz am Sportplatz rückt diese Woche ohnehin in den Mittelpunkt eines Treffens der Ortsratsmitglieder. Er soll nämlich wieder in Schuss gebracht werden. Mit der Putzaktion im Ort zeigte Wagner sich zufrieden. Bereits am Freitag machte sich die "Katzengruppe" von Silke Hoffmann aus dem Kindergarten auf, um am Waldrand und rund um die Schutzhütte sauber zu machen.

 Rund um den Parkplatz am Sportplatz fanden die Helfer jede Menge Müll und einen Stapel Autoreifen. Foto: Heike Theobald
Rund um den Parkplatz am Sportplatz fanden die Helfer jede Menge Müll und einen Stapel Autoreifen. Foto: Heike Theobald

Am Samstag nahmen sich die Erstklässler der Grundschule den Waldbereich vor. Allerdings nicht alle, wie der Ortsvorsteher erzählte. Er erhielt die Rückmeldung, dass es Eltern gab, die Argumente nannten, um ihr Kind nicht daran teilnehmen zu lassen. "Die Aktion vernichte Arbeitsplätze", sei eines gewesen, ein anderes Argument: "Kinderarbeit".