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Stele: Eule, Mühlrad und die Bist stehen für Differten

Stele : Eule, Mühlrad und die Bist stehen für Differten

Stele nach einem Entwurf der Künstlerin Mecki Ganster wird heute auf dem neu gestalteten Dorfplatz an der Pfarrkirche enthüllt.

Manchmal genügt der Künstlerin Mecki Ganster eine Melodie oder ein Text, um sich inspirieren zu lassen. Doch bei ihrem Entwurf zu einer für sie eher außergewöhnlichen Auftragsarbeit zog es die 65 Jahre alte Wadgasser Bürgerin, die vor rund einem Jahr auch ihre Galerie von Altenkessel an ihren Heimatort geholt hat, sehr oft in die Natur. Viel sei sie im Eulenmühlental gewandert, mehrere hundert Bilder habe sie gemacht und die Schönheit der Natur in sich aufgesogen. Denn, das betont die Künstlerin, die Schönheit von Differten zeige sich eher „auf den zweiten Blick“.

Die Menschen dort, sagt sie, sind ihr ans Herz gewachsen. „Es sind klare und einfache Menschen ohne Schnörkel. Es lässt sich dort ruhig und völlig entspannt leben“, schwärmt sie. So galt es für die, für den „liebenswerten Ort mit zahlreichen, aktiven Vereinen, die durch eine tolle Zusammenarbeit punkten“ ein ganz besonderes, bleibendes Motiv zu entwickeln. Selbst historische Forschungen zu den Mühlen entlang der Bist hat sie angestellt, um tief in dieses Tal einzutauchen.

Im Vorfeld zum 950-jährigen Jubiläum des Wadgasser Gemeindebezirks bekam sie den Auftrag, ein Logo und in der Folge eine Stele zu entwerfen. Das Logo ziert längst die zahlreichen Shirts, die im Rahmen der Feierlichkeiten stolz von den Helfern getragen wurden. Mit der Enthüllung der Stele, sagt sie, schließt sich der Kreis der Feierlichkeiten. Etwas Bleibendes, erzählt sie in ihrer Galerie, wollten die Verantwortlichen des Festausschusses haben – mit der Stele, sagt sie, können die Differter zukünftig immer wieder auf ihr Jubiläumsjahr zurückblicken.

Leichtgemacht hat es sich die Künstlerin mit dem Faible „für das Wesentliche“ nicht bei der Suche nach dem passenden Motiv. „Eine Kirche oder etwas Ähnliches, das wäre nicht das Passende gewesen. Differten besticht durch die Natur“, sagt sie. Der Weg zum passenden Motiv, erklärt sie, war recht lang. „Doch als sich das Motiv im Kopf entwickelt hat, war die Ausführung auf Papier sehr schnell gemacht“, berichtet die Künstlerin.

Eine Eule, dazu ein Mühlrad und schließlich die Bist, in einem Blick soll der Betrachter erfahren, was Differten ausmacht, sagt sie. Begeistert von diesem Entwurf, erzählt Frank Villmen von der Gemeindeverwaltung, waren auch die Mitglieder des Festausschusses. Aber nicht nur bei der Motivauswahl, auch bei der Gestaltung war Mecki Ganster überaus kreativ. Viele Gedanken hat sie sich über die Sockelform gemacht. „Zudem wollte ich, dass die Stele nicht einfach zu entfernen ist, aber auch nicht zum Sitzen dient“, sagt sie.

Diese detaillierte Zeichnung reichte Villmen weiter an den Differter Bildhauer Wilhelm-Michael Kasakow. Er hat in rund 40 Stunden an der 120 Zentimeter großen Stele aus Bundsandstein aus der Eifel gearbeitet. „Ich habe bisher nur den Prototyp gesehen und war davon schon ganz begeistert“, erzählt Ganster. Das Original, das heute enthüllt wird, kennt sie ebenso wenig wie den Bildhauer. „Ich bin richtig aufgeregt, freue mich sehr auf diesen Moment“, sagt sie.

Die Stele auf dem neu gestalteten Dorfplatz am Fuß der Pfarrkirche in Differten wird am heutigen Freitag, 6. Oktober, im Beisein der Künstlerin Mecki Ganster (Entwurf) und des Bildhauers Wilhelm-Michael Kasakow (Ausführung) um 17 Uhr feierlich enthüllt. Anschließend sind die Gäste zu einem kleinen Umtrunk eingeladen.