1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Wadgassen

Erste katholische Gottesdienste in Saarlouis nach Corona am 3. Mai

Kostenpflichtiger Inhalt: Weihwasserbecken bleiben trocken : Erster katholischer Gottesdienst in Saarlouis nach der Corona-Pause (aktualisiert)

Ab diesem Sonntag dürfen wieder Gottesdienste gefeiert werden. Der katholischen Pfarrer Hans-Kurt Trapp in Saarlouis-Fraulautern machte den Anfang. Pfarrer Frank Kleinjohann aus Saarlouis berichtet, wie eine Pfarrei den Wiedereinstieg organisiert, und wie die umfangreichen Schutzmaßnahmen aussehen.

Schrittweise laden die katholischen Pfarreien in der Region wieder zu Sonntagsgottesdiensten ein, nachdem Bund, Länder und das Bistum Trier die Voraussetzungen zur Lockerung der Corona-Einschränkungen am 30. April geschaffen haben. Seit Mitte März waren einzelne katholische Kirchen allenfalls zum individuellen stillen Gebet geöffnet.

Die Pfarreiengemeinschaft rechts der Saar (Roden, Fraulautern, Steinrausch) nutzte am Sonntag bereits die erste Möglichkeit dazu.

Sonntag, 10 Uhr: Statt die Finger ins Weihwasserbecken zu tauchen, wurden gleich am Eingang der Dreifaltigkeitskirche in Saarlouis die Hände mit einem Desinfektionsmittel besprüht. In großen Abständen nahmen die Gläubigen ihre Plätze ein. Nur Paare standen dichter beisammen, das ist erlaubt. Rund 60 Personen nutzten die Gelegenheit zum ersten Termin seit dem 13. März. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt: in Fraulautern auf 70, in der Nachbarkirche in Roden auf 60.

Große Abstände eingehalten in Fraulautern an diesem Sonntag. Ehepaare dürfen ausdrücklich zusammensitzen. Foto: az

Pfarrer Hans-Kurt Trapp hielt die Messe in großen Teilen ohne Maske, jedoch mit großem Abstand vorne am Altar. „Wie wichtig eine Tür ist“, sprach Trapp die aktuelle Situation infolge der Ausgangsbeschränkungen an, „durch die man hindurchgehen kann in die Freiheit, das haben wir in den letzten Wochen erfahren“. Diese Zeit habe andererseits gezeigt, dass viele „die Türen der Herzen geöffnet“ hätten.

Zum Austeilen der Kommunion trug auch Trapp eine Schutzmaske. Die Hostie teilte er mit einer silbern glänzenden breiteren Pinzette aus.

Bei erster Gelegenheit wieder geöffnet: Messe schon an diesem Sonntag in Maria Himmelfahrt in Saarlouis-Roden Foto: Thomas Seeber

Er habe sich gefühlt wie in seiner allerersten Messe, sagte Trapp. „Ein Fest.“ Aber auch „ich denke, so war es ziemlich gut“. Für die kommenden Messen (sonntags um 10 in Fraulautern, um 18 Uhr in Roden) müssen sich die Gläubigen telefonisch anmelden. Trapp hat den Kontakt zur Gemeinde per Brief und Telefon gehalten.

In der Pfarreiengemeinschaft links der Saar (inklusive St. Ludwig) sowie in der Pfarreiengemeinschaft Bous-Ensdorf beginnen die Gottesdienste nach Angaben von Pfarrer Frank Kleinjohann am Samstag, 9. Mai, wieder, zunächst mit nur drei in der Woche: samstags um 17 Uhr in Lisdorf (mit 58 zugelassenen Plätzen), sonntags um 9.30 Uhr in Bous (48 Plätze) und um 11 Uhr in St. Ludwig (52 Plätze zugelassen).

Auch hier muss man sich im Pfarrbüro anmelden, und zwar bis donnerstags, 17 Uhr, und das für jeden Gottesdienst neu. Die Namensliste dient zur Kontrolle beim Einlass in die Kirche. Sie wird nach Angaben von Kleinjohann 14 Tage aufbewahrt, um dem Gesundheitsamt im Falle einer Corona-Erkrankung die Rekonstruktion der Infektionskette zu ermöglichen. Alle diese Regeln stammen aus dem Schutzkonzept des Bistums. Kleinjohann bittet: „Die Plätze werden bei weitem nicht reichen.“ Man solle nicht etwa um die Plätze kämpfen, notfalls „geduldig abwarten“.

In der evangelischen Kirche Saarlouis finden erst ab Pfingsten wieder Gottesdienste statt. Foto: Volker Hassenpflug

Ein Empfangsdienst am Eingang gleicht die Liste mit den Besuchern ab. Allein für diesen Dienst hat das Bistum Trier ein dreiseitiges Schutzkonzept veröffentlicht.

Es gilt der Zwei-Meter-Abstand in der Kirche, Ehepaare und Familien, die in einem Haushalt leben ausgenommen. Mund-/Nasenschutz ist obligatorisch für die Messbesucher, sie müssen ihr eigenes Gesangbuch mitbringen und sich am Eingang die Hände desinfizieren.

Im Kirchenraum selbst sichern Regieanweisungen, dass das Schutzkonzept des Bistums eingehalten wird, erklärte Kleinjohann. Dazu gehören Einbahn-Regelungen, der Ausfall des Friedensgrußes und die sonst bei jedem, der die Kommunion empfängt, einzeln gesprochene Formel „Der Leib Christi“ - „Amen“. Die Formel wird einmal für alle gesprochen.

Taufen und Trauung sind im Bistum Trier vorerst immer noch nicht möglich. „Eine Terminvereinbarung scheint daher im Moment nicht sinnvoll“, sagt Kleinjohann. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich auch jede Gottesdienstteilnahme gut überlegen, rät das Bistum.

Die evangelische Gemeinde Saarlouis feiert erst wieder am Pfingstsonntag (31. Mai). Laut Presbyterium wird nämlich zurzeit renoviert. Für den Pfingstgottesdienst obligatorisch sind aber auch hier Anmeldung, Masken, Abstandswahrung, kein Gesang, Desinfektionsmöglichkeiten. Die Beschränkungen erlauben auch hier nur eine kleinere Anzahl an Gottesdienstbesuchern, schreibt das Presbyterium.

Aber auch die katholischen Pfarreien bleiben von Normalität weit entfernt. Die Dispens von der Sonntagspflicht, also die Befreiung davon, bleibt in Kraft, teilte das Bistum mit. Und die Weihwasserbecken bleiben weiter leer.

Anmeldung links der Saar: Pfarrbüro Saarlouis, Tel. (0 68 31) 40 187, Bous (0 68 34) 23 78; Ensdorf (0 68 31) 52 264
Anmeldung rechts der Saar (Roden, Fraulautern, Steinrausch): Pfarrbüro telefonisch von 9 Uhr bis 17 Uhr jeweils am Mittwoch und Donnerstag, Telefon (0 68 31) 80 526.