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Projekt
Eine Liebeserklärung an die Heimat

Andreas Lorson (links) überreichte im Wadgasser Rathaus Bürgermeister Sebastian Greiber (Sechster von links) die Auftragskomposition „Die Schöne an der Bist“. Mit dabei waren Vertreter der Wadgasser Musikvereine.
Andreas Lorson (links) überreichte im Wadgasser Rathaus Bürgermeister Sebastian Greiber (Sechster von links) die Auftragskomposition „Die Schöne an der Bist“. Mit dabei waren Vertreter der Wadgasser Musikvereine. FOTO: Ruppenthal
Wadgassen. Im Juni soll die Komposition „Die Schöne an der Bist“ bei einem Open Air in Wadgassen uraufgeführt werden. Gedruckt ist sie schon. Von Johannes Werres

Allmählich nimmt Gestalt an, was zumindest im Saarland einzigartig ist: Die Gemeinde Wadgassen hat einen 23-jährigen Komponisten aus Wadgassen beauftragt, eine Komposition zu schaffen, die Wadgassen zum Thema hat, ganz gezielt auf die Wadgasser Musikvereine geschrieben und von eben diesen Vereinen aufgeführt wird. Jetzt hat Andreas Lorson diese Komposition namens „Die Schöne an der Bist“ bei der Edition 49 in Karlsruhe drucken lassen. Die Partitur des 17 Minuten langen Stücks ist umfangreich. Lorson schrieb sie eigens für die Uraufführung, die für den 9. Juni geplant ist, zum Open Air im Parkbad.



Die Besetzung der Uraufführung rekrutiert sich allein aus den vier Bläser- und den beiden Zupforchestern der Gemeinde. Selbst in reduzierter Besetzung werden das laut Lorson noch 60 bis 70 Musiker sein.

Nächster Schritt: Lorson schreibt Auszüge der Partitur für jeden dieser Vereine einzeln und für den Harmonika-Verein. Er arrangiert die Noten dann exakt auf die Möglichkeiten jedes einzelnen Vereins und damit aller Orchester dieser Gemeinde. Denn die Wadgassen-Hymne soll nicht nach der Uraufführung vergessen, sondern als Alleinstellungsmerkmal in das Repertoire der örtlichen Musikverein übernommen werden, wie Bürgermeister Sebastian Greiber bei der Übergabe der ersten Partituren an die Vereine sagte. „Die Schöne an der Bist“, womit Wadgassen gemeint ist, ist nach Angaben des Komponisten zugleich schwierig zu spielen und doch darauf abgestellt, einem breiten Publikum zu gefallen. Dem Laien werde es streckenweise vorkommen wie eine Filmmusik, Fachleute aber würden den hohen Anspruch der Partitur erkennen. Lorson, der aus einem der Zupforchester hervorgegangen ist, hat bereits die Uraufführung von fünf seiner größeren Kompositionen erlebt, sie wurden von der Kritik sehr positiv aufgenommen.

Lorson sagte, er habe aus jedem der sechs Wadgasser Gemeindeteile ein musikalisches Thema entwickelt, die durch refrainartige Elemente voneinander getrennt würden. Der einzelne Ortsteil lasse sich aber nicht mit einem der musikalischen Themen identifizeren: bewusst nicht, wie auch Greiber unterstrich, weil es ja um den Klang der Gesamtgemeinde gehe. Die Uraufführung wird Björn Jakobs dirigieren.