"Die Gitarre war wie ein Magnet"

"Die Gitarre war wie ein Magnet"

Jolina, mit dir einen Termin zu machen, ist im Augenblick schwierig. Womit bist du beschäftigt?Jolina Beuren: Ich bereite mich auf die nächste Aufnahmeprüfung als Jungstudentin für Mandoline an der Hochschule für Musik in Saarbrücken, der HfM, vor. Also übe ich. Für Gitarre bin ich bei der HfM schon seit letztem Jahr, bei Juan Carlos Munoz

Jolina, mit dir einen Termin zu machen, ist im Augenblick schwierig. Womit bist du beschäftigt?Jolina Beuren: Ich bereite mich auf die nächste Aufnahmeprüfung als Jungstudentin für Mandoline an der Hochschule für Musik in Saarbrücken, der HfM, vor. Also übe ich. Für Gitarre bin ich bei der HfM schon seit letztem Jahr, bei Juan Carlos Munoz.

Was heißt Juniorstudentin?

Jolina Beuren: Unterricht jede Woche einmal pro Instrument. Dazu gibt es Angebote wie Ensemble, Harmonielehre, Gehörbildung.

13 Jahre bist du, zu früh, um zu wissen, ob du Berufsmusikerin werden möchtest?

Jolina Beuren: Doch, schon. Wenn nicht, könnte es auch Bio werden, Forschung.

Frau Beuren, Jolina hat im Bundeswettbewerb einmal mit der Gitarre und einmal mit der Mandoline gewonnen. Ein paar Wochen später Prädikat "sehr gut" beim internationalen Wettbewerb André Segovia in Velbert. Ihre beiden Geschwister haben auch Bundeswettbewerbe gewonnen. Wie geht das? Gene?

Monika Beuren: Ihre Schwester Svenja hat mit der Gitarre auch einen ersten und einen zweiten Bundespreis mitgebracht. Und ihr Bruder Tim hat auf der Gitarre mehrfach Preise im Bundeswettbewerb Jugend musiziert gemacht. Mein Vater war auch Zupfmusiker. Ich selbst unterrichte Mandoline, Gitarre und musikalische Früherziehung im Saitenspielkreis Differten. Meine Aufgabe ist, bei Kindern ab vier Jahren zu schauen, ob Talent da ist - und Spaß dabei. Ohne Spaß geht es nicht.

Jolina Beuren: Stimmt.

Monika Beuren: Bei unseren Dreien hat man von klein auf gemerkt, sie haben den richtigen Rhythmus, können schnell spielen. Das hat man gefördert. Als die Kinder klein waren, war die Gitarre hier im Wohnzimmer wie ein Magnet. Ihr erster Weg nach der Schule war zur Gitarre. Das musste sein. Ich kenne das auch. Wenn man ein echter Musiker ist, mit Herz, dann muss man da einfach hin.

Sind auch andere aus dem Saitenspielkreis Differten bis zur Bundesebene von Jugend musiziert gekommen?

Monika Beuren: Aber ja. Am Bundeswettbewerb kann man als Solist nur alle drei Jahre in der jeweils höheren Altersgruppe antreten. Dazwischen kann man sich im Ensemble bewerben. Tim, Svenja und Jolina haben das gemacht, jeweils mit anderen Spielern aus dem Saitenspielkreis. Und sie gewannen jedes Mal Preise.

Jolina Beuren: Beim ersten Mal, im Zupf-Ensemble, war ich sogar noch zu jung für die Bundesebene. Aber die anderen beiden, Clara Tedesco und Julia Koitzsch, haben mich altersmäßig raufgezogen und ich durfte mit.

Monika Beuren: Das werden wir nie vergessen. Das war 2010. Jolina hatte sich eine Woche vorher beim Schlittenfahren den kleinen Finger gebrochen - den einzigen Finger, den sie auf der Mandoline nicht braucht. Sie haben trotzdem gewonnen.

Wie ist das, wenn man so oft zu Bundeswettbewerben fährt?

Monika Beuren: Fast wie Familientreffen, manche kennt man schon, Freundschaften entstehen. Und das Publikum ist unglaublich wohlwollend. Die Musik ist wunderbar. Das Niveau steigt von Jahr zu Jahr.

Spielen Sie auch als Familie zusammen?

Monika Beuren: Ja, zu Weihnachten, bei allen Familienfesten. Und als Jolina jetzt in Velbert beim internationalen Wettbewerb spielte, wurde das im Internet weltweit übertragen. Svenja, ihre Schwester, konnte in Venezuela zuschauen, wo sie für einige Zeit lebt. Das war toll.

Jolina, bleibt noch Zeit für anderes?

Jolina Beuren: Ich spiele noch Tennis, treffe mich mit Freunden. Gitarre und Mandoline übe ich so ungefähr eine Stunde am Tag.

Hörst Du auch Musik?

Jolina Beuren mit ihrer Gitarre und . . . Foto: Carolin Grell.
. . . ihrer Schwester Svenja sowie . . . Foto: Thomas Seeber.
. . . Bruder Tim. Foto: hth.
Jolina Beuren mit ihrer Gitarre und . . . Foto: Carolin Grell.
. . . ihrer Schwester Svenja sowie . . . Foto: Thomas Seeber.
. . . Bruder Tim. Foto: hth.

Jolina Beuren: Ja, Rock, zum Beispiel. Eminem, das ist mein Star.