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App Maja sammelt fleißig, was die Leute ihr so sagen

Zu Projekten wie diesem Kreisel in Differten würde sicher gern mancher Bürger etwas sagen. Das soll über die politische App der CDU Wadgassen möglich sein, wenn sie einmal in allen Ortsteilen Wadgassens eingeführt ist.
Zu Projekten wie diesem Kreisel in Differten würde sicher gern mancher Bürger etwas sagen. Das soll über die politische App der CDU Wadgassen möglich sein, wenn sie einmal in allen Ortsteilen Wadgassens eingeführt ist. FOTO: Erich Collet
Wadgassen. Maja ist das Bienchen, das im Buch und in der Zeichentrick-Serie im Fernsehen Eindrücke um sich herum einsaugt und weitergibt. So, nämlich Maja, heißt eine neue politische App für Wadgassen. Einzigartig zumindest im Saarland, sagen ihre Erfinder. Von Johannes Werres

Die App Maja hat die CDU Wadgassen entworfen und vor einer Woche zunächst nur für den Gemeindeteil Wadgassen selbst in Betrieb genommen. Maja in der App soll tun, was Biene Maja im Film auch macht. In einer knappen Woche zählte Jakobs 485 Zugriffe, von denen 120 zur Installation der App führten. „Das geht richtig ab.“


Wer die App auf sein Handy geladen hat, kann aussuchen, wen er erreichen will: den CDU-Ortsverein, die Fraktion im Orts- oder im Gemeinderat. Jakobs rechnet nicht nur mit Beschwerden, auch mit Ideen für Lösungen. Über die könnte mit der App sogar abgstimmt werden. „Mit so einem Stimmungsbild im Rücken können wir ganz anders als bisher in die Ratssitzungen gehen.“ Möglich auch, gezielt nur bestimmte Gruppen, etwa Altersgruppen, anzusprechen. Man kann auch Fotos verschicken.

Ausgedacht hat sich das Björn Jakobs, der kürzlich den Vorsitz der Wadgasser CDU von Thomas Seilner übernommen hatte. Jakobs würde die App gern für alle Wadgasser Ortsteile einführen und danach der CDU im Saarland insgesamt anbieten.



Björn Jakobs Foto: Benno Leinen Photography Wadgassen
Björn Jakobs Foto: Benno Leinen Photography Wadgassen FOTO: Benno Leinen Photography Wadgassen / Photographer:Benno Leinen

Tatsächlich umgesetzt hat die App sein Stellvertreter Kurt Werner Malter. Der Geschäftsführer der Firma Compelec Computersysteme weiß, wie es geht. Denn Malter hat zuvor „InGenuis-Office“ entwickelt, ein Programm für katholische Pfarrbüros. Das war zunächst auch eher für den Wadgasser Hausgebrauch gedacht. Es fand aber rasche Verbreitung, zuerst im ganzen Bistum Trier. „Heute“, sagt Malter, „hängen Tausende Pfarrbüros an InGenius. Und es laufen immer neue Verhandlungen mit weiteren Bistümern.“

Sinn der neuen App ist die schnelle, gezielte Kommunikation von Bürgern mit Kommunalpolitikern. Ein Beispiel kann man schon auf der App sehen. Jemand beschwert sich, dass der Bordstein einer Straße in Wadgassen nicht in Ordnung sei. Für solche Meldungen braucht man eine email-Adresse, das bloße Laden der Maja-App bleibe anonym, sagt Malter.

Die Wadgasser CDU will mehr mit Bürgern in Kontakt kommen, sagen Jakobs und Malter, und sie wolle sich verjüngen. Das soll neben der Maja-App ein weiterer Schritt voranbringen: „Wir werden im nächsten Ortsrat Plätze freihalten für engagierte junge Bürgerinnen und Bürger aus Wadgassen.“ Die müssten nicht MItglied der CDU sein, um auf die Kandidatenliste zu kommen.

Biene Maja wurde übrigens im Original-Buch von ihrer Erzieherin Kassandra unterrichtet. Ob Jakobs und Malter daran dachten, dass Kassandra, die geistige Mutter von Biene Maja, bei den alten Griechen damit geschlagen war, eine begabte Seherin zu sein, der niemand glaubte? Aber in Wahrheit stand auch gar nicht Biene Maja Patin für „Maja - die neue politische App für Wadgassen“, sondern ganz einfach das Kürzel aus Malter und Jakobs.

Maja, App für Wadgassen, im Google Play Store oder im Apple I TUnes Store (Beta Version); Info: bjoernjakobs@cdu-ov-wadgassen.de