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CDU im Rat Wadgassen lehnt Tourismuskonzept aus Kostengründen ab

Gemeinderat Wadgassen : Tourismuskonzept bleibt umstritten

Dieses sieht eine Verknüpfung von Wildpark, Hallenbad und Sauna vor — das beschloss der Gemeinderat Wadgassen.

So ganz geht der Gemeinderat nicht mit auf dem Weg in die touristische Zukunft der Gemeinde Wadgassen. In der Sitzung am Dienstagabend in der Glück-Auf-Halle in Hostenbach kündigten die Grünen Enthaltung an und die CDU stimmte komplett gegen das vorliegende Grobkonzept für Differten.

Diese Entscheidungen muten etwas sonderbar an – oder, wie es Bürgermeister Sebastian Greiber formulierte, „schräg“. Denn die Fraktionsvorsitzenden hatten selbst das Planungsbüro ausgewählt, um ein Tourismuskonzept zu entwickeln. Und der Ortsrat Differten stimmte dem Vorhaben bereits im Dezember 2020 zu.

Der CDU-Vorsitzende Manfred Zang kritisierte vor allem eine fehlende Gegenrechnung der bislang ermittelten Kosten. Das erklärte Greiber mit dem frühen Stadium der Planung, natürlich werde später genau nachgerechnet. Doch jetzt gehe es erst einmal um eine Grundlage für Anträge auf Fördermittel und Kontakte mit privaten Investoren.

Das Tourismuskonzept verknüpft in Differten den Wildpark sowie Hallenbad und Sauna mit einer neuen Struktur. Insgesamt stehen dabei Investitionen in Höhe von rund 8 Millionen Euro im Raum. Der größte Teil davon sei laut Greiber durch Fördermittel finanzierbar.

Mit zum Konzept gehört auch eine Beherbergung mit Alleinstellungsmerkmal. Des Weiteren sind ein Stellplatz für Wohnmobile, ein Abenteuerspielplatz, eine Mountain-Bike-Strecke sowie ein Kneipp- und Erlebnisweg geplant. Der bisherige Wildpark soll als Wald- und Wild-Familienpark eine neue Struktur bekommen.

Sowohl von den zuständigen Ministerien wie von der saarländischen Tourismuszentrale und dem Landkreis „wurde das Grundkonzept positiv aufgenommen“, sagte Greiber.

Die SPD „steht voll hinter dem Projekt“, versicherte deren Vorsitzender, Jürgen Fäh. „Wir unterstützen diesen Antrag, damit die Verwaltung alle Förderanträge stellen kann.“ Die CDU-Fraktion sei „in großer Sorge um die finanziellen Auswirkungen“, merkte Manfred Zang an. Zwar werde das Konzept zu Beginn bezuschusst, aber „die Folgekosten gehen voll zulasten der Gemeinde“. Mit rund 8 Millionen Euro Investitionen sei zu rechnen. „Wir glauben nicht, dass das reichen wird“.

„Die Gemeinde selbst wird nicht in dieser Größenordnung investieren“, stellte Greiber dar. Deshalb kämen ja private Investoren mit ins Boot. Auf Zangs Frage, wie es weitergehe, falls keine Privaten gefunden würden, meinte Greiber: „Wenn wir keinen finden, dann wird’s nicht gemacht.“

Der Rat stimmte mit deutlicher Mehrheit am Dienstagabend dem touristischen Grobkonzept zu, bei Enthaltung der Grünen und Ablehnung durch die CDU. Damit wurde die Verwaltung beauftragt, die Detailplanung zur weiteren Umsetzung voranzutreiben, Fördermöglichkeiten zu prüfen und zu beantragen sowie die Ausarbeitung eines Business Case zu beauftragen. Letzteres führt zu präziseren Daten über Kosten, Nutzen, Aufwendungen und Risiken.

Raus aus dem Corona-Modus – das beschlossen die Parteien am Dienstagabend einstimmig. Mit Wirkung zum 8. März werden Beschlüsse vom April 2020 aufgehoben. Darin hatte unter anderem Bürgermeister Greiber weitere Kompetenzen bekommen und ein Notausschuss war bewilligt worden. Unter dem Punkt Mitteilungen und Anfragen reichte Manfred Zang eine Anfrage zu Gerichtsverfahren der Gemeinde seit 2015 ein. Zu Anzahl, Kosten und Ergebnissen wird die nun Verwaltung eine Auflistung erstellen.