1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Wadgassen

Braun bleibt dabei: Quelle ist gefährdet

Braun bleibt dabei: Quelle ist gefährdet

Wadgassen. "Eine Bananenrepublik in Mittelamerika ist noch vorbildlich dagegen." Für unzulässig hält Wadgassens Bürgermeister Harald Braun die Genehmigung für eine Deponie am nördlichen Ortsrand. Am Dienstag informierte er den Bau- und Umweltausschuss über das Problem

Wadgassen. "Eine Bananenrepublik in Mittelamerika ist noch vorbildlich dagegen." Für unzulässig hält Wadgassens Bürgermeister Harald Braun die Genehmigung für eine Deponie am nördlichen Ortsrand. Am Dienstag informierte er den Bau- und Umweltausschuss über das Problem. So nebenbei habe die Gemeinde 2006 erfahren, der Firma Hector liege schon seit 2002 eine Deponiegenehmigung für das Werk Lisdorf vor. Die zugehörige Fläche befindet sich in etwa auf Höhe des Bouser Stahlwerkes aber links der Saar hinter einem schmalen Baumstreifen. Ohne Anhörung der Gemeinde sei diese Genehmigung zustande gekommen, kritisierte Braun. Seit Februar 2007 laufe deshalb ein Verfahren, denn neben Verkehrsbelastungen bestehe Gefahr für die nahe gelegene Rotsolig-Quelle. Schlimmstenfalls könnten Nitrate aus deponiertem Material zur Schließung des Parkbades führen. Zumal Ablagerungen an Stellen erfolgten, die nicht der Genehmigung entsprächen. Derzeit weise die Quelle noch Trinkwasserqualität auf. Ein Anwalt von Hector erklärte: "Wir sprechen über eine abfallrechtliche Genehmigung." Und da sei die Nachbargemeinde nicht anzuhören. Zudem führten die Grundwasserströme nicht zur Rotsolig-Quelle. Das hydrologische Gutachten spreche eine Beeinträchtigung in südöstliche Richtung an, konterte Braun. Dort liege die Rotsolig-Quelle. "Diese Quelle wird aber im gesamten Gutachten mit keinem Wort erwähnt." Unverständnis zeigten vor allem neue Ausschussmitglieder über die abwartenden Reaktionen zuständiger Behörden. Einstimmig erneuerte der Ausschuss einen Beschluss, der Braun zur Klage gegen die aus dessen Sicht unzulässige Deponierung befugt. Zudem soll ein unabhängiges Gutachten zur Grundwassersituation gefordert werden. (weiterer Bericht folgt)