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Leserreporter
Barrikaden und Glasscherben als üble Falle

(Symbolbild)
(Symbolbild) FOTO: dpa / Thomas Warnack
Wadgassen. Ein Mountainbiker hatte im Wald bei Differten und in Werbeln zwei unschöne Entdeckungen auf Radstrecken. Von Carolin Merkel

In der Freizeit im Wald unterwegs sein – gerade bei dem aktuell warmen Wetter gibt es für Spaziergänger, Läufer, aber auch Radfahrer wohl kaum etwas Schöneres. Ein Leser der Saarbrücker Zeitung hat derzeit aber nur wenig Spaß, wenn er in den Wäldern der Gemeinde Wadgassen mit seinem Rad unterwegs ist. „Ich habe am Wochenende auf einer Tour mit meinem Mountainbike erneut eine Barrikade gegen Mountainbiker im Wald gefunden“, berichtet er. Hierbei, erklärt er, handele es sich um eine Konstruktion aus mehreren dicken Ästen, die ineinander verkeilt waren und den Weg versperrten. „Diese Barriere stand in dem Waldstück hinter dem Wildpark in Differten.“


Und es war nicht die erste unerfreuliche Begegnung. „Erst Mitte letzter Woche habe ich in Werbeln in der Nähe des Fußballplatzes mehrere große Glasscherben entdeckt, die dort nebeneinander in die Erde gesteckt waren. An dem Tag war ich leider ohne Rucksack unterwegs und konnte kein Foto machen, bevor ich die Gefahrenstelle beseitigt habe“, erzählt er.

Der Leser findet es erschreckend, dass jemand zu solchen Mitteln greift, um Mountainbikern einen Denkzettel zu verpassen. „Der Täter nimmt dabei sogar schwere Verletzungen in Kauf. Ein platter Reifen wäre da noch das kleinere Übel“, sagt er. Er fordert gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme, „so sollte eigentlich ja für jeden Platz im Wald sein, egal ob Wanderer, Mountainbiker, Waldläufer oder Spaziergänger mit Hund“. Den Spaß lasse er sich nicht verderben, ein „ungutes Gefühl“ erklärt er, fahre im Moment allerdings mit. „In der nächsten Zeit werde ich hier in der Gegend wohl noch vorausschauender fahren müssen als sonst.“

Holger Tabellion vom Ordnungsamt der Gemeinde Wadgassen erklärt auf unsere Nachfrage, dass diese Vorgänge weder dem Umweltamt noch dem Ordnungsamt der Gemeinde bekannt seien. „Die Örtlichkeit in Differten gehört zum Saarforst. Die zweite Örtlichkeit in Werbeln ist für uns konkret leider nicht mehr nachvollziehbar. Ob die beiden Vorfälle zusammenhängen ist fraglich“, heißt es in der schriftlichen Erklärung. Er versichert, dass bei weiteren Vorfällen Kontrollen durchgeführt werden. „Insgesamt besteht natürlich immer ein Konfliktpotenzial zwischen Radfahrern und Fußgängern und Wanderer, was natürlich nie mit solchen Aktionen enden darf. Wobei wir hier glauben, dass es ein nicht hinnehmbarer Einzelfall war“, sagt Tabellion.

Dass es immer wieder Konflikte unter den Waldbenutzern gibt, das weiß auch Ingrid Schmiedel vom Saarforst. „Jeder darf in den Wald, die Grenze ist dort überschritten, wo andere verletzt werden können“, betont sie. „Wenn unsere Mitarbeiter so etwas sehen, beseitigen sie das, wir appellieren auch an die Waldbesucher, solche Gefahrenstellen zu beseitigen oder die Verantwortlichen, etwa bei Glasscherben, zu informieren“, sagt sie. Man sei dankbar für jede Information, auch wenn es sich um illegal abgelegten Müll handele. „Ansonsten kann man gerne auch den jeweiligen Revierleiter, die auf unserer Seite zu finden sind, kontaktieren“. Sollte es zu einer Verletzung durch einen Sturz kommen, sagt sie abschließend, bliebe nur noch die Anzeige bei der Polizei.



Weitere Informationen gibt es im Internet  unter: www.saarforst.de.