Aus sechs wurde eins

Die Gemeinde Wadgassen gibt es in der heutigen Form seit der saarländischen Gebietsreform aus dem Jahr 1974. Damals entstand aus den ehemals eigenständigen Dörfern Wadgassen, Hostenbach, Schaffhausen, Differten, Werbeln und Friedrichweiler die Großgemeinde Wadgassen, die heute knapp 19 000 Einwohner hat.Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort Wadgassen im Jahr 902

Die Gemeinde Wadgassen gibt es in der heutigen Form seit der saarländischen Gebietsreform aus dem Jahr 1974. Damals entstand aus den ehemals eigenständigen Dörfern Wadgassen, Hostenbach, Schaffhausen, Differten, Werbeln und Friedrichweiler die Großgemeinde Wadgassen, die heute knapp 19 000 Einwohner hat.Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort Wadgassen im Jahr 902. Damals stellte der letzte ostfränkische Karolinger, König Ludwig das Kind, in der "villa regia (Königshof) zu Wadegozzinga" eine Urkunde aus und erkannte dem Erzbischof von Trier gewisse Rechte zu. Der Königshof gelangte dann im Jahr 1080 durch eine Schenkung König Heinrich IV. in den Besitz von Sigbert I., dem Grafen des unteren Saargaus. Sigberts Sohn, Graf Friedrich von Saarbrücken, bestimmte den Hof mit allen zugehörigen Besitzungen testamentarisch zur Gründung eines Augustinerklosters. Erzbischof Albero von Trier gründete darauf dort im Jahre 1135 ein Prämonstratenserkloster, dessen erster Abt der aus der Abtei Prémontré berufene Chorherr Wolfram war. Der Abtei, deren einflussreiche Äbte das geistige und kulturelle Leben der Region gleichermaßen prägten wie die wirtschaftliche Entwicklung, kommt eine zentrale Bedeutung für den historischen Großraum Wadgassen zu. Im Jahre 1792, in den Wirren der Französischen Revolution wurde die Abtei ausgelöscht. Von dem einstmals beeindruckenden Gebäudekomplex hat sich nur wenig erhalten. Auch der Ort Differten kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Er wird erstmals im Jahr 1067 urkundlich erwähnt. Differten stammt vermutlich von dem Wort "Diffurthe" ab, was so viel wie "tiefe Furt" heißt. Das heutige Differten liegt also wahrscheinlich an einer Stelle, wo eine Furt durch den Bistbach führte. Die Geschichte Werbelns reicht mindestens bis ins Jahr 1214 zurück. Der Ortsname Werbelns ist wahrscheinlich von dem mittelhochdeutschen Wort "Wirbel" oder "Werbel" abgeleitet, was so viel wie "Wirbel im Fluss" bedeutet. Früher soll die Bist in Höhe des Ortes Werbeln ein starkes Gefälle gehabt haben, was dann zu gewissen Wirbel- und Strudelbildungen geführt hat, ist überliefert.Hostenbach und Schaffhausen werden erstmals 1225 beziehungsweise 1325 urkundlich erwähnt. Im Falle Hostenbachs handelt es sich um ein Schriftstück der Gräfin Hedwig von Zweibrücken, in der sie zwischen ihren Leuten und den Leuten des Klosters Wadgassen freies Eheschließungsrecht bestimmt. In Schaffhausen befand sich die Schäferei des Klosters Wadgassen. Schaffhausen ist aus Zhafhusen entstanden und war der Wortbedeutung nach vermutlich der Ort an dem die Schafe hausten, also weideten. Friedrichweiler wurde 1725 durch den Grafen Friedrich Ludwig von Nassau-Saarbrücken gegründet. Er kam damit dem Wunsche einiger Bewohner dieses Gebietes entgegen, die hier ansässig werden wollten. Aus Dankbarkeit benannten sie das Dorf nach dem Namen des Grafen.Doch in der Region gab es vermutlich schon lange vor den urkundlichen Erwähnungen menschliche Siedlungen. Steilbeinfunde aus Differten und Friedrichweiler lassen sich bis in die Steinzeit zurückdatieren. Und auch Relikte der Römer sind in Differten, Friedrichweiler und Werbeln gefunden worden. Bedeutendstes Fundstück dieser Epoche ist der 1893 entdeckte sogenannte Merkur von Differten. Dabei handelt es sich um eine vollständig erhaltene Sandsteinplatte, die das Abbild des römischen Gottes Merkur auf ihrer Vorderseite trägt. Der Fund ist ein keltisch-römisches Götterbildnis, das wohl aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten stammt und auf eine frühe Anbindung des Großraums Wadgassen an alte Handelswege hindeutet. red/cms