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Aus jedem Zimmer erklingt stets Musik

Differten. Ist man auf der Suche nach Svenja (18), Tim (16) oder Jolina (zehn), so genügt es, in Differten nach den "Musiker-Beurens" zu fragen. Hat man sein Ziel schließlich erreicht, gibt der große Notenschlüssel im Vorgarten des schnuckeligen Einfamilienhauses einen ersten Hinweis darauf, woher die Beurens ihren Spitznamen haben Von SZ-Mitarbeiterin Julia Backes

Differten. Ist man auf der Suche nach Svenja (18), Tim (16) oder Jolina (zehn), so genügt es, in Differten nach den "Musiker-Beurens" zu fragen. Hat man sein Ziel schließlich erreicht, gibt der große Notenschlüssel im Vorgarten des schnuckeligen Einfamilienhauses einen ersten Hinweis darauf, woher die Beurens ihren Spitznamen haben. Genügt dies noch nicht, so lassen die Klänge, die bis auf die Straße ertönen, keinen Zweifel mehr: Hier wird Gitarre gespielt und das ziemlich gut! Doch was verbirgt sich hinter den Mauern? Neben 15 Gitarren, sechs Mandolinen, einem Klavier, einem Cello, einem Kontrabass, zwei Akkordeons und einer Balalaika wohnt hier eine Familie, die an Musikalität nur schwer zu übertreffen ist: Mama Monika, Papa Oswald und die Geschwister Svenja, Tim und Jolina - jeder klimpert oder zupft den ganzen Tag auf irgendwas rum. Sie beherrschen mehrere Instrumente: Jolina spielt Gitarre, Mandoline und Cello, ihre älteren Geschwister Tim und Svenja Gitarre, Mandoline und Klavier. Der ein oder andere mag nun denken, dass da etwas nicht mir rechten Dingen zu geht und vielleicht allzu ehrgeizige Eltern am Werk sind - falsch gedacht. Svenja, die wie ihre Geschwister bereits mit vier den ersten Gitarrenunterricht erhielt, braucht die Musik wie die Luft zum atmen. In jeder freien Minute spielt sie auf ihren Instrumenten. Da muss Papa Oswald manchmal eingreifen, um seine Tochter überhaupt zu Gesicht zu bekommen. "Manchmal gehe ich spät Abends, wenn die anderen schon schlafen, in den Keller, um dort heimlich zu üben", verrät Svenja schmunzelnd. Für die Abiturientin bedeutet die Musik Spaß, Entspannung und Leidenschaft. Ihren Geschwistern geht es ähnlich. Austauschschüler Dan aus Amerika, der im Moment bei den Beurens zu Besuch ist, erzählt lachend: "Hier braucht man gar kein Radio, denn aus jedem Zimmer hört man den ganzen Tag Musik." Doch was ist das Geheimnis der Familie? Vielleicht ein Musiker-Gen, denn angefangen hat wohl alles mit dem Uropa, der Trompeter beim berühmten Zirkus Sarrasani war. Alle folgenden Generationen waren begeisterte Gitarren-Spieler, auch Mama Monika, die die Begabung an ihre Kinder weitergab. "Neben dem Talent haben auch der Differter Saitenspielkreis und die Musiklehrer Stefan Jenzer und Kerstin Schuldgen ihren Teil dazu beigetragen, dass die drei so gut sind", erklärt Mama Monika.Das alles muss sich natürlich irgendwann auszahlen: Die Geschwister sorgten in diesem Jahr für eine kleine Sensation, als alle drei den ersten Platz beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" in ihren Altersklassen gewannen. Jolina berichtet davon: "Zuerst war ich richtig aufgeregt, vor so vielen Leuten zu spielen, aber als ich dann einmal angefangen hatte, hat es riesig Spaß gemacht". Svenja und Tim waren etwas gelassener, denn Svenja hat bereits dreimal den ersten Preis auf Bundesebene, den dritten Preis beim Internationalen Gitarrenwettbewerb "Anna Amalia" und den ersten Förderpreis des Landkreises Saarlouis für Junge Begabte Künstler gewonnen. Tim hat ähnliche Erfolge: Er gewann zweimal den ersten Preis auf Bundesebene beim Wettbewerb "Jugend musiziert" und einmal den zweiten Preis. Da wundert es nicht, dass die Drei beruflich etwas mit Musik machen wollen.