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Gastronomie: Vergnügen in Saarlouis: Der Stadtrat will mehr mitreden

Gastronomie : Vergnügen in Saarlouis: Der Stadtrat will mehr mitreden

Ausgehen in Saarlouis: Nicht immer ein Vergnügen, räumen Stadtrat und Stadtverwaltung ein. Bald soll ein echtes Street-Food-Festival den Reinfall Anfang Juni ausgleichen. Und um die Altstadt sorgt man sich auch.

Wer nach Saarlouis kommt, soll sich gut amüsieren, aber das ist nicht immer der Fall. Darum sorgt sich derzeit der Stadtrat Saarlouis. Er will künftig mehr Mitsprache bei Veranstaltungen und vor allem besser informiert werden. Anlass ist das so genannte Street-Food-Festival Ende Juni auf dem Kleinen Markt in Saarlouis. Es war vom Publikum heftig kritisiert worden. Jetzt legten CDU und Grüne nochmal nach. „Rohrkrepierer“ nannte CDU-Ratsmitglied die Veranstaltung im Ausschuss an diesem Donnerstag. Das gastronomische Angebot habe nichts mit Festivals dieser Art zu tun gehabt. Statt kulinarischer Abwechslung habe es Fahrgeschäfte und Krammarkt gegeben. Von Müllproblemen, fehlenden Toiletten und dem Fehlen jeglicher Abstimmung mit Gewerbetreibenden habe man ihm berichtet. Das wohl war das Problem, wie sich bei einer Befragung der Stadtverwaltung herauskristallisierte. Gewissermaßen auf dem kurzen Weg hat danach das Hauptamt zugestimmt, als der Veranstalter der „Marktschreier“ in Saarlouis die Idee Street Food vorbrachte. Die Ortspolizeibehörde habe noch grundsätzlich zugestimmt. EIne schriftlichen Vertrag gab es demnach nicht. Das berichtete Bürgermeisterin Marion Jost.

Für die anderen Ämter (einschließlich ihrer selbst) sei das Festvial „eine Überraschung“ gewesen.

Auch Jost sagte: „Wir müssen die Kommunikation verbessern.“ Das könnte in einer Arbeitsgruppe auch mit Ratsmitgliedern sein, wie SPD-Ratsmitglied Lisa Geimer vorschlug. Und es wird eine schriftliche Antwort auf die Anfrage geben, wie sie Grünen-Ratsmitglied Philipp Julien („wir lassen uns nicht lapidar abspeisen“) verlangte: Darin werde stehen, wie es denn weitergehen solle. Es geht wohl dahin, möglichst schnell ein echtes Street-Food-Festival zu organisieren, um den Imagschaden für die Stadt auszugleichen.

Ärgerlich, fanden Ratsmitglieder, dass die Stadt das so genannte Festival indirekt auch gefördert habe. Denn laut Jost wurden dem Veranstalter die üblichen 1500 Euro Nutzungsgebühr für den Kleinen Markt erlassen.

Die Sorge um das Niveau der Ausgehstadt Saarlouis treibt die Stadtverwaltung auch anderswo um. Ganz dringend, sagte Jost, suche man jetzt Wege, um die Altstadt wieder zu einem Markenzeichen von Saarlouis zu machen, zu dem man gerne hingehe. Davon seit die Altstadt weit abgekommen.

(we)