Umfrage Feuerwerk Silvester

Kostenpflichtiger Inhalt: Umfrage : „Mit dem Geld könnte man viel Gutes tun“

Ein Verbot der Silvester-Feuerwerke käme gar nicht so schlecht an – ist jedenfalls das Ergebnis einer SZ-Straßenumfrage.

In etwas mehr als einem Monat ist es so weit. Wir begrüßen das neue Jahr. Aber wie lange tun wir das noch mit Pauken und Trompeten, Böllern und Raketen? Denn: Die Forderung der Deutschen Umwelthilfe, in 98 deutschen Städten wegen der Feinstaub-Belastung ein Feuerwerksverbot an Silvester zu verhängen, trifft bei einer Umfrage der SZ überwiegend auf Zustimmung. Eine deutliche Mehrheit spricht sich gegen Silvester-Feuerwerke aus. Aber einige Befragte wollen auch an der Tradition festhalten.

„Wer es tun will, soll es tun“, sagt Andreas Lauck. Er selbst „verschieße nix“, aber „respektiere die Traditionen“, sagt der Saarlouiser. Da gebe es doch genug andere Dinge, auf die man der Umwelt zuliebe verzichten könne.

„Ich bin etwas zwiegespalten“, sagt Vera Kunze aus Bous. Einerseits sei es eine Tradition zu Silvester, die aber „mittlerweile übertrieben“ wird. Die Forderung der Umwelthilfe findet sie gut, „zumindest einschränken“ solle man die Böllerei. „Doch wo ist die Grenze?“, fragt sie selbst etwas unsicher – für sie auf jeden Fall dort, wo die Feinstaub-Belastung zu hoch ist.

Die echten Feuerwerks-Fans sind bei dieser Umfrage in der Saarlouiser Fußgängerzone rund um den Großen Markt wohl nicht unterwegs, nur Alexandra Kiefer hat überhaupt nichts gegen das Feuerwerk an Silvester einzuwenden: „Einmal im Jahr darf es schon sein“, sagt die Frau aus Merzig. Es gebe „so viele andere Möglichkeiten, etwas für die Umwelt zu tun“.

„Man könnte gut darauf verzichten“, betont dagegen Norbert Rupp (Saarlouis). Weniger aus Umweltschutzgründen, aber: „Mit dem Geld könnte man viel Gutes tun, auch für die Umwelt.“ Geldverschwendung und Tierschutz („mein Hund hockt dann vier Stunden verängstigt unterm Sofa“) nennt er als Gründe für einen Feuerwerks-Verzicht.

„Mein kleiner Hund erschrickt sich jedes Mal“, berichtet auch Ursula Schrecklinger. Die Frau aus Wallerfangen „wäre dafür, nicht mehr zu böllern“. Die Umweltaspekte stehen bei ihr zwar im Vordergrund, aber sie findet es „vor allem störend, dass das ganze Jahr über bei fast jedem Anlass Feuerwerke stattfinden“. Bei privaten Feiern müsse das nicht sein, da könne man doch sinnvoll sparen.

„Es gibt auch eine akustische Umweltbelastung“, betont Elisabeth Paul aus Nalbach. Deshalb, aber auch wegen der Luftverschmutzung durch Feuerwerke „hätte ich nichts dagegen, wenn es abgeschafft wird“. Die Forderung der Umwelthilfe hält sie für berechtigt, verweist zudem darauf, dass private Silvester-Feuerwerke „in Frankreich nicht üblich“ seien, trotzdem werde dort sehr schön gefeiert.

Auf die Praxis in Australien weist Liane Bauer (Saarbrücken) hin. Dort gebe es ebenfalls keine privaten Feuerwerke an Silvester, nur die öffentlichen von Städten wie Sydney. „Früher gab es bei uns bis zwei Tage vor Silvester überhaupt keine Feuerwerkskörper zu kaufen“, erinnert sie sich, heute sei die Böllerei „nicht mehr normal“. Angesichts vieler privater Feuerwerke „fast jeden Samstag“, fordert sie „wieder mehr Demut vor der Umwelt und den Mitmenschen“.

Andreas Lauck (Saarlouis) böllert selbst nicht, respektiert es aber. Foto: Ajk. Foto: Axel Künkeler
Es gibt zu viele Feuerwerke, sagt Ursula Schrecklinger (Wallerfangen). Foto: ajk. Foto: Axel Künkeler
Peter Rosar (Saarwellingen) ist gegen die private Böllerei. Foto: Axel Künkeler
Vera Kunze (Bous) ist zwiegespalten, „weil es übertrieben wird“. Foto: Axel Künkeler
Norbert Rupp (Saarlouis) könnte aufs Feuerwerk gut verzichten. Foto: Axel Künkeler
Elisabeth Paul (Nalbach) sieht Frankreich als Vorbild. Foto: Axel Künkeler

„Professionelle Feuerwerke haben durchaus ihre Berechtigung“, erklärt Peter Rosar, „aber nicht die private unkontrollierte Böllerei.“ Für den Saarwellinger ist daher die Forderung der Umwelthilfe berechtigt: „Das kann ich nur unterstützen.“ Vor drei Jahren habe er Silvester in Berlin erlebt, doch „außer Nebel“ habe er nichts mehr gesehen. Spätestens da habe er über den Sinn der Silvester-Feuerwerke nachgedacht. „Das Geld kann man sinnvoller verwenden“, sagt er heute, „hauptsächlich wegen der Umwelt.“

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