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Zwei Gastronomen berichten von Corona-Krise in Überherrn, Körprich

Registrierungspflichtiger Inhalt: Corona-Krise im Kreis Saarlouis : Gastronomen weiter in der Zwangspause

Sich mit einem Lieferservice über Wasser halten oder lieber gleich ganz schließen, diese Entscheidung mussten im zweiten Lockdown wegen der Corona-Pandemie die Gastronomen treffen. Zwei Beispiele aus dem Kreis Saarlouis.

Christoph Schommer von der Körpricher Landbrauerei hat sich wie im ersten Lockdown dazu entschlossen, auch jetzt wieder einen Abholservice anzubieten. „Wir haben mit Beginn des zweiten Lockdown wie immer in der ersten Novemberhälfte Betriebsferien gemacht und sind seitdem mit einem Abholservice am Start“, berichtet der Geschäftsführer und Küchenchef: „Anfangs hatten wir täglich geöffnet, doch dann mussten wir feststellen, dass es sich von Montag bis Mittwoch gar nicht lohnt. Deswegen ist aktuell erst ab Donnerstag geöffnet, bis Samstag nur abends ab 17 Uhr, sonntags durchgehend von 11 bis 19 Uhr.“ An Wochenenden wird auch ausgeliefert. Die Bierspezialitäten der Brauerei sind ebenfalls wieder in den beliebten Siphons erhältlich.

„Wir haben zwar zum Ende des Jahres rund 20 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr, aber auf der Ertragsseite sieht es gar nicht so schlecht aus, weil der Wareneinsatz deutlich geringer ausfällt und das Servicepersonal eingespart wird“, rechnet er vor. Zurzeit stemmt er den Betrieb zusammen mit seiner Frau, seiner jüngsten Tochter und einer Küchenhilfe.

Aktuell sei die Nachfrage deutlich geringer als im ersten Lockdown: „Die überwältigende Solidarität unserer Stammgäste im Frühjahr hat jetzt etwas abgenommen.“ Als Grund vermutet er unter anderem, dass viele Menschen bei ihren Ausgaben zurückhaltender geworden seien. Viele seien selbst von Kurzarbeit bedroht oder ihnen drohe gar der Verlust des Arbeitsplatzes. Fürs neue Jahr wünscht sich Schommer ein schönes Frühjahr, um frühzeitig die Freiluftsaison im großzügigen Biergarten hinter dem Gasthaus eröffnen zu können.

Christoph Schneider vom Margaretenhof in Berus hat aktuell komplett geschlossen: „Zum einen macht es wirtschaftlich wenig Sinn, zum anderen hat das aber auch private Gründe“, sagt er: Seine Eltern und Gründer des Familienbetriebs, zu dem neben dem Restaurant auch ein kleines Hotel gehört, sind im Herbst beide innerhalb eines Monats gestorben. „Wir nutzen die Zeit, wieder unsere Kräfte zu sammeln und um zu renovieren“, berichtet Schneider.

Finanziell bleibt der erneute harte Lockdown auch bei ihm nicht ohne Folgen: „Das Polster, was wir uns in der Freiluftsaison auch dank des Traumwetters erarbeitet hatten, ist nahezu aufgebraucht.“ Sein festangestelltes Personal musste er in Kurzarbeit schicken. „Und auch die staatlichen Hilfen fließen nur zögerlich.“ Sein Wunsch für 2021: „Ich wäre glücklich, wenn ich zum Valentinstag am 14. Februar ein ausgebuchtes Restaurant hätte. Ideal wäre, eine Woche vorher den Betrieb wieder hochzufahren. Beiden Gastronomen fehlen auch die vielen Weihnachtsfeiern.