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„Wir werden enger zusammenwachsen“

„Wir werden enger zusammenwachsen“

Obwohl Grenzen heute wieder verstärkt spürbar sind, appellierten Bürgermeister Bernd Gillo und sein französischer Kollege Gilbert Weber an die Macht der Freundschaft. Auch die erhöhte Grundsteuer war ein Thema.

Zum 31. Mal hatte die Gemeinde Überherrn ihre Bürger am Wochenende zum Neujahrsempfang eingeladen. Viele sind dieser Einladung gefolgt, so dass im Kulturhaus volles Haus zu vermelden war, eine Gelegenheit, sich einmal wiederzusehen, außerhalb des Alltagstrotts miteinander zu reden, Meinungen auszutauschen und zu diskutieren.

Ein alter Überherrner begrüßte als Überraschungsgast die Gäste. Mundartdichter Harald Ley spann Überlegungen zu Grenzen, die einmal kommen und einmal gehen, derzeit aber leider wieder zu spüren sind. Als Kind habe er die Grenze erstmals erfahren, als die Teile des Märklin-Baukastens von der "Godie" nicht zu den Teilen des französischen Mecano-Kastens passten, der vom Paten aus Creutzwald kam.

Aber auch verstärkte Grenzkontrollen ändern nichts an der Freundschaft über die Grenze, was Bürgermeister Bernd Gillo und sein französischer Kollege Gilbert Weber, Maire der Partnerstadt L'Hopital, bestätigt haben.

Sie stehen für Grundrechte ein

"Wir werden noch enger zusammenwachsen und dabei all unsere Kraft darauf verwenden, unsere Grundrechte gemeinsam zu verteidigen. Sei es als Einigkeit, Recht und Freiheit oder als Liberté, Egalité und Fraternité. Kein Terrorist oder Fanatiker wird es je fertigbringen, unsere Grundrechte zu vernichten", sagte Gillo. Letztendlich war diese Partnerschaft nicht nur eine der ersten, sondern ist bis heute auch eine der erfolgreichsten, wie auch Dorothée Guldener, Vorsitzende des Förderkreises Partnerschaft, in ihrer Begrüßung betonte. Wer diese, unsere Grundrechte akzeptiere, der sei im übrigen in Überherrn herzlich willkommen, sagte Bürgermeister Gillo.

Die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge in der Gemeinde sei zwar eine große Herausforderung, mit Hilfe der vielen engagierten Hauptamtlichen und unzähligen Ehrenamtlichen sei die Gemeinde hier aber auf einem guten Weg.

Keine leichte Entscheidung

Dicken Beifall von den Gästen im Kulturhaus Überherrn erntete Bürgermeister Gillo noch einmal für den Mut, als erste Gemeinde eine Klage gegen die Kreisumlage einzureichen. Um jedoch die Auflagen als Haushaltssanierungskommune zu erfüllen, habe man die Grundsteuer erhöhen müssen. Dies sei dem Rat und der Verwaltung nicht leicht gefallen. Um die notwendige Haushaltskonsolidierung weiterhin zu erfüllen, soll eine "Arbeitsgruppe 2024" im kommenden Jahr neue, kreative und innovative Vorschläge erarbeiten. Die Arbeitsgruppe soll mit Vertretern von Handel, Handwerk, Gewerbe, Banken und Politikern besetzt sein.

Geschafft worden sei einiges im letzten Jahr. Einiges sei aber auch noch zu tun, wie beispielsweise die Fertigstellung des Bistener Dorfplatzes, die Entscheidung über die Sanierung von Reichshof und/oder Bürgersaal, oder des Altforweiler Feuerwehrgerätehauses, sagte Gillo.

Die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs mit klassischen Jazz-Standards stammte von der Wagner-Band.