Windhund Intaj aus Altforweiler ist Meister in Frankreich

Kostenpflichtiger Inhalt: Frankreich-Meister : „Intaj weiß, wie der Hase läuft“

Frankreichs erfolgreichster Windhund, ein Saluki, heißt Intaj und kommt aus dem Kreis Saarlouis, genauer gesagt aus Überherrn-Altforweiler.

Der  arabische Windhund von Meiko Guldner und Sabine Freidinger gewann am ersten Septemberwochenende das „Championat de France“ in Laferte sur Amance in der Coursingdisziplin.  „Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich an die Siegerehrung denke, mit dem Titel habe ich überhaupt nicht gerechnet“, erinnert sich der stolze Hundebesitzer Guldner. Zwar hat sein fünfjähriger Rüde bereits zahlreiche Rennen gewonnen, die Meisterschaft sei aber bislang sein größter Erfolg gewesen.

Um überhaupt an der Meisterschaft teilnehmen zu dürfen, musste Intaj innerhalb eines Jahres diverse Qualifikationsrennen in Frankreich bestreiten, bei denen er drei für sich entscheiden konnte. Bei Windhunderennen gibt es zwei verschiedene Disziplinen, eines davon ist das Rennen auf der Bahn, bei der bis zu sechs Salukis 480 Meter in einem Oval einem künstlichen Hasen hinterherlaufen, wobei der schnellste gewinnt: „Das habe ich früher auch gemacht, das macht aber nur wenig Spaß“, betont Guldner. Die Disziplin, bei der Intaj nun den französischen Meistertitel geholt hat, heißt Coursing.

Dabei wird ein künstlicher Hase gejagt, der eigentlich nur aus einem Fell besteht, das an einer Schnur befestigt, auf Lenkrollen über eine Naturwiese gezogen wird. Hierbei geht es aber sowohl um Schnelligkeit, als auch um Taktik, Intelligenz, Kondition, Gewandtheit und Arbeitseifer, die die Richter bewerten: „Es gewinnt also nicht unbedingt der schnellste Hund, der den Hasen fängt“, erklärt der Hundetrainer: „Intaj wusste von Anfang an, wie der Hase läuft. Ich habe 2015 in Landstuhl auf der Rennbahn angefangen, mit ihm zu trainieren, ich habe gleich gemerkt, welches Talent er hat und wie sehr ihm der Sport gefällt.“

Weitere Informationen über den deutschen Windhundeverband: www.windhundverband.de

Beim Coursing sind die Strecken mit über 1000 Metern zudem deutlich länger und daher ideal für den muskulösen, gut durchtrainierten Rüden: „Zwischen Mai und November sind wir jedes Wochenende auf einem Rennen, dazu reisen wir durch ganz Europa“, sagt Guldner, der froh ist, dass er seine Lebensgefährtin auch für den Sport begeistern konnte. Ansonsten könne die Beziehung auch nicht funktionieren, der Sport nehme sehr viel Zeit und finanzielle Mittel in Anspruch. Da muss die Frau schon mitziehen, erklärt Guldner.

Bei Wettkämpfen sei Intaj zwar ein riesiges Kraftpaket, zu Hause lasse er es dafür ruhiger angehen: „Er ist ein richtiges Sensibelchen und total verschmust. Auch will er mit jedem gut Freund sein, außer mit anderen Hunden rauft er sich gerne, das liegt aber an der Rasse“, weiß Guldner. Salukis sind von den Genen nämlich noch sehr nah am Wolf, da sie bereits seit über 6000 Jahren existieren. Es sind klassische Jagdhunde aus dem arabischen Raum, wo sie seit Urzeiten verehrt und als Jagdgehilfen geschätzt werden: „Es wird sogar vermutet, dass es sich bei Zeichnungen in ägyptischen Pyramiden um Salukis handelt.“

Seine Leidenschaft für Salukis hat Guldner erst 2015 auf einer Reise nach Abu Dhabi entdeckt, wo er sie hautnah erleben konnte. Über das Internet hat er dann den Rüden Intaj in Ungarn gefunden und ihm ein Zuhause gegeben. Mittlerweile hat Guldner drei Salukis zu Hause, darunter den Bruder von Intaj, Davu. Auch eine Hündin, Ramsha lebt mit dem Champion zusammen: „Ich denke darüber nach, eine Saluki-Zucht zu eröffnen, Intaj hätte dafür  die perfekten Gene.“ Aber auch sportlich haben die beiden noch einiges vor. So soll Intaj im kommenden Jahr wieder brillieren, wenn es zur EM nach Ungarn geht. „Für Intaj wäre das ja quasi ein Heimspiel, ich denke, er wird wieder ganz vorne mitlaufen und hat Chancen auf eine tolle Platzierung.“ Ob es allerdings für den Titel reichen kann, weiß er nicht. Es wird aber wohl auch die letzte Chance auf einen EM-Titel sein, mit acht Jahren ist die Rennkarriere bei den Salukis beendet.

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