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Windelzuschuss soll Nachteil ausgleichen

Windelzuschuss soll Nachteil ausgleichen

Kreis Saarlouis. Für Familien mit Wickelkindern und für inkontinente Personen ergeben sich finanzielle Nachteile, wenn der Müll ab 1. Januar nach der Zahl der Leerungen der Tonnen berechnet wird. Acht von 13 Kommunen im Kreis Saarlouis haben deswegen einen so genannten Windelzuschuss eingeführt. In den meisten übrigen Kommunen ist noch damit zu rechnen

Kreis Saarlouis. Für Familien mit Wickelkindern und für inkontinente Personen ergeben sich finanzielle Nachteile, wenn der Müll ab 1. Januar nach der Zahl der Leerungen der Tonnen berechnet wird. Acht von 13 Kommunen im Kreis Saarlouis haben deswegen einen so genannten Windelzuschuss eingeführt. In den meisten übrigen Kommunen ist noch damit zu rechnen.

Die Person, für die der Zuschuss beantragt wird, muss in der jeweiligen Gemeinde den Hauptwohnsitz haben. Bei Kleinkindern ist mit dem Antrag einmalig eine Geburtsurkunde vorzulegen. Bei inkontinenten Personen muss ein ärztliches Attest eingereicht werden, das in der Regel als Dauerattest für drei Jahre gilt; zusätzlich müssen die Mehrkosten mit Gebührenbescheid oder Nebenkostenabrechnung nachgewiesen werden.

Die Anträge gibt es im Rathaus der jeweiligen Gemeinde, bei vielen auch auf der Internetseite. Der Antrag muss in Saarwellingen, Lebach und Schmelz bis zum 30. Juni für das Vorjahr gestellt werden. In den übrigen Kommunen wird der Zuschuss ab dem Monat der Antragstellung gezahlt.

Dillingen führt ab 2011 einen Windelzuschuss ein. Der jährliche Zuschuss beträgt pauschal bis zwei Kinder 50 Euro und ab drei und mehr Kinder 75 Euro. Die Beihilfe beträgt für Inkontinente n 50 Euro für ein Jahr. Saarlouis zahlt jährlich 50 Euro pro Kind (behinderte Kinder auch über drei Jahre) oder Erwachsenen. Fragen beantwortet das Familienreferat, Tel. (0 68 31) 44 34 40.

Lebach hat 2000 einen Windelzuschuss für Familien mit mehr als einem Kind unter drei Jahren eingeführt. Pro Kind werden 25 Euro im Jahr gewährt, für Inkontinente maximal pro Jahr 50 Euro. Die Gemeinde Schmelz führt ab Januar dasselbe Zuschuss-System wie Lebach ein.

Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg hat einen Zuschuss von 50 Euro im Jahr im Juli 2009 eingeführt. Hier ist ein unbefristetes Dauerattest für Inkontinente möglich, für Kinder wird der Zuschuss automatisch bis zum Ende des dritten Lebensjahres gewährt.

In Saarwellingen gibt es seit Juli 2009 einen jährlichen Windelzuschuss in Höhe von 55 Euro. Die Gemeinde Überherrn bietet seit Juni 2010 einen Zuschuss von 55 Euro im Jahr. Ebenso wie in Schwalbach und Rehlingen-Siersburg werden im Bedarfsfall die Kosten für die Ummeldung des Müllgefäßes (22 Euro) übernommen.

In Schwalbach gibt es einen Zuschuss für Kleinkinder seit 2007, seit 2008 auch für Senioren und Behinderte. Für Kleinkinder wird ohne Antrag für den Zeitraum von 36 Monaten ein Zuschuss von 54,48 Euro im Jahr gezahlt. Derselbe Zuschuss kann auch von Inkontinenten jährlich beantragt werden. Über eine eventuelle Anpassung in 2011 denkt die Gemeinde derzeit nach.

 Im Schnitt verbraucht ein Baby 1800 Windeln im Jahr. Die müssen auch alle entsorgt werden. Foto: SZ
Im Schnitt verbraucht ein Baby 1800 Windeln im Jahr. Die müssen auch alle entsorgt werden. Foto: SZ

In den Gemeinden Bous, Nalbach, Wallerfangen und Ensdorf wird noch über die Einführung eines Windelzuschusses beraten. In Wadgassen gibt es derzeit keine Regelung. Einen Windelsack lehnen alle Kommunen aus Diskretion ab.