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Weltweit Visitenkarten aus Holz

Altforweiler. Eines verbindet die Garderobe des Festspielhauses in Baden-Baden, Schauräume von Villeroy & Boch in Peking, Bombay, Seoul, Läden von Juwelieren in der Schweiz mit dem Vereinshaus Fraulautern: Den Besucher empfängt ein Innenausbau aus Holz, der den ersten Eindruck bestimmt - und der aus Altforweiler kommt Von SZ-Redakteur Johannes Werres

Altforweiler. Eines verbindet die Garderobe des Festspielhauses in Baden-Baden, Schauräume von Villeroy & Boch in Peking, Bombay, Seoul, Läden von Juwelieren in der Schweiz mit dem Vereinshaus Fraulautern: Den Besucher empfängt ein Innenausbau aus Holz, der den ersten Eindruck bestimmt - und der aus Altforweiler kommt. Solcher Innenausbau ist ein großes Geschäftsfeld der Firma Schreinerei Gersing GmbH, die jetzt ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Ein "erfolgreiches Familienunternehmen", wie Wirtschaftsminister Jürgen Rippel in einem Grußwort unterstreicht. Am Samstag ist Tag der offenen Tür bei Gersing.Es sind die Architekten der großen Geschäftskunden, die ihre Entwürfe bei Gersing fertigen lassen. Diese Architekten, meist aus der Region, sind das Zahnrad, das den Altforweiler Betrieb mit der Welt verbindet. Jetzt, in der Finanzkrise, beobachtet Erhard Gersing "etwas Zurückhaltung" der gewerblichen Kunden, "aber auf keinen Fall einen Einbruch". Ohnehin steige die Nachfrage privater Kunden: nach Türen, nach dem eigenen Wohnraum angepassten Möbeln, nach barrierefreien Einrichtungen für Küche und Bad. Das ist zum Beispiel ein in der Höhe verstellbarer, hölzerner Waschtisch. Einen Einblick ins Spektrum gibt der neu gebaute Schauraum. Dort zu sehen auch neue Trends in anderen Materialien als Holz.Neu auf dem Gelände auch so etwas wie ein künstlerisches Ausrufezeichen: sehenswert. Die Schweizer Künstlerin Tatjana Tiziana hat einen kleinen Turm rundum bemalt. Ihr Stil ist "surrealer Barock". Durch eine barocke Scheinarchitektur sieht man auf eine gemalte Landschaft - auf genau die Landschaft, die man sähe, stünde nicht der Turm im Weg. Ganz unmittelbar teilen sich zwei Merkmale des Barock mit: Perspektive und die Fähigkeit, Materie in Bewegung, in Schwingung, zu versetzen. Das setzt ins Bild, wofür der Sponsor aus der Schweiz, DavidSolar, steht: Photovoltaik. DavidSolar hat, sagt Erhard Gersing, in Altforweiler ein Pilotprojekt installiert.Solarzellen bilden das Dach Das Hallendach von Gersing wurde 2008 mit 995 Quadratmetern Solarzellen gedeckt: buchstäblich, denn die Solarzellen selbst bilden das Dach. 14 Vierpersonen-Haushalte ließen sich so mit Strom versorgen, sagt Gersing. Vor 50 Jahren gründete Heribert Gersing die Firma, Sohn Erhard Gersing leitet sie heute. Seine Tochter Sandra Haas-Gersing ist nach einem Studium der Betriebswirtschaft ins Unternehmen eingestiegen; derzeit legt sie mit einer Schreinerausbildung nach.24 Menschen haben bei Gersing Arbeit: 13 Facharbeiter sind beschäftigt, vier Helfer und sechs Auszubildende. Gersing: "Wir wollen unseren Nachwuchs selbst ziehen." Schreiner lernen sie hier. "Wer das lernt, entscheidet sich sehr bewusst für diesen Beruf." Tag der offenen Tür: Samstag, 16. Mai, zehn bis 19 Uhr. 11.30 Uhr Grußwort von Bürgermeister Thomas Burg; Musik und Ausstellung auf dem Firmengelände: Comotorstraße 3, Überherrn-Altforweiler.