Wehren sind ein "Schnäppchen"

Überherrn. Rauch drang gegen 15.30 Uhr am Samstag aus Fenstern in den oberen Etagen eines dreieinhalbstöckigen Wohn- und Geschäftshauses in Überherrn. Dicht wie eine graue Wand stand er teilweise in Räumen, in denen Feuerwehrleute mit Atemschutz nach Verletzten suchten

Überherrn. Rauch drang gegen 15.30 Uhr am Samstag aus Fenstern in den oberen Etagen eines dreieinhalbstöckigen Wohn- und Geschäftshauses in Überherrn. Dicht wie eine graue Wand stand er teilweise in Räumen, in denen Feuerwehrleute mit Atemschutz nach Verletzten suchten. Beteiligt an der Jahresübung nahe dem Bahnübergang waren die fünf Löschbezirke der Gemeinde Überherrn, die große Drehleiter der Saarlouiser Wehr sowie das DRK Überherrn.

Ein "Schnäppchen" für die Kommunen sei finanziell gesehen die ehrenamtlich geleistete Feuerwehrarbeit: Das machte Bernd Paul, stellvertretender Kreisbrandinspekteur, am Sonntagmorgen beim Kreisfeuerwehrtag im Überherrner Kulturhaus deutlich. Ohne Gebäudekosten und Verzinsungen koste die Feuerwehr im Landkreis Saarlouis im Schnitt etwa 13,50 Euro jährlich pro Einwohner, stellte Paul der Verbandstagung des Kreisfeuerwehrverbandes Saarlouis dar. Es gebe im Landkreis Löschbezirke (LBZ) mit mehr als 200 Einsätzen im Jahr. Das "geht an die Belastungsgrenze", sagte Paul. Andere LBZ lägen dagegen bei ein bis null Einsätzen.

Vor dem Hintergrund sinkender Bevölkerungszahlen im Landkreis sowie stark zergliederter Besiedlung und Industrie sei der Schutz der Bevölkerung weiterhin flächendeckend zu erhalten, ebenso die soziale Rolle der Feuerwehr. Deshalb würden in den kommenden Monaten die Brandschutzbedarfspläne der Gemeinden überörtlich aufeinander abgestimmt. Von der Einführung des Digitalfunks bis zu Veränderungen in der Kreisalarmzentrale müsse in den nächsten Jahren vieles bewältigt werden. Darauf verwies Kreisbrandinspekteur Martin Hell vor versammelten Führungskräften des Landkreises und vor Verantwortlichen aus Verwaltung, Politik, Kreis- und Landesfeuerwehrverband, dem Landeskommando für zivil-militärische Zusammenarbeit und Werksfeuerwehren sowie dem für Schirmherrin Monika Bachmann anwesenden Kreisbeigeordneten Oswald Kriebs. Am Sonntagnachmittag setzte ein großer Umzug vom Waldstadion zum Marktplatz den Schlusspunkt des dreitägigen Kreisfeuerwehrtages. An die 700 Teilnehmer aus zahlreichen Löschbezirken waren daran teil. Im kräftig besetzten Festzelt auf dem Überherrner Marktplatz folgte der Ausklang mit Spielmannszügen und den "Pfundskerlen" aus Tirol.

Auf einen Blick

Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ehrte der Landesfeuerwehrverband - vom Bundespräsidenten genehmigt - Wehrführer Hans-Jürgen Speicher (Überherrn) und Kreisbrandinspekteur Martin Hell (Lebach). Das Ehrenkreuz in Silber erhielten Wehrführer Hans Kartes (Lebach), Oberlöschmeister Andreas Meuren (Schwalbach) sowie die Oberbrandmeister Hans Josef Speicher (Wadgassen) und Toni Weber (Lebach).

Befördert wurden nach der Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Überherrn: Christoph Hewer (Bisten) zum Oberfeuerwehrmann, Ulrike Weirich (Altforweiler) zur Hauptfeuerwehrfrau, Susanne Lehmann (Bisten) zur Löschmeisterin, zum Hauptlöschmeister Rüdiger Hart (Altforweiler) und Patrick Lagrange (Berus), zum Brandmeister Markus Weinmüller (Überherrn) und zum Oberbrandmeister Joachim Beikert (Überherrn). Verabschiedet aus dem aktiven Dienst ist der Oberbrandmeister und frühere Löschbezirksführer von Altforweiler, Peter Klein.

 Die Ehrenabordnung mit der Kreisstandarte in Überrherrn
Die Ehrenabordnung mit der Kreisstandarte in Überrherrn
 Rettung naht durch einen Feuerwehrmann, der über eine Leiter ins Obergeschoss klettert. Fotos: az
Rettung naht durch einen Feuerwehrmann, der über eine Leiter ins Obergeschoss klettert. Fotos: az
 Die Ehrenabordnung mit der Kreisstandarte in Überrherrn
Die Ehrenabordnung mit der Kreisstandarte in Überrherrn

Geehrt wurde Willi Eichholz (Überherrn) mit dem Silbernen Ehrenzeichen für 25 Jahre aktive Dienstzeit. az