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Von global zu lokal: Wirtschaftskrise greift um sich

Felsberg. "Ich werfe diesen Leuten nicht nur Gier vor", umriss Hans-Josef Hoffmann am Donnerstagabend im Felsberger Dorfzentrum die Finanz- und Wirtschaftskrise. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bank 1 Saar hält das Verhalten von Topmanager der etwa 30 weltweit agierenden Großbanken für "Irrwitz, Wahnsinn, obszön und unverantwortlich" Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Felsberg. "Ich werfe diesen Leuten nicht nur Gier vor", umriss Hans-Josef Hoffmann am Donnerstagabend im Felsberger Dorfzentrum die Finanz- und Wirtschaftskrise. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bank 1 Saar hält das Verhalten von Topmanager der etwa 30 weltweit agierenden Großbanken für "Irrwitz, Wahnsinn, obszön und unverantwortlich". Wende zum BesserenEinfache Grundregeln der Ökonomie seien verletzt worden, wo Renditen, überzogene Vergütungssysteme und Wetten auf künftige Werte im Vordergrund standen. Doch der "Spekulationskapitalismus" sei damit am Ende, sagte Hoffmann vor rund 40 Zuhörern. Eine Wende zum Besseren sieht er mittlerweile, denn zu den "Bad-News" (schlechten Nachrichten) kämen inzwischen auch bessere Nachrichten. Mittel- und langfristig sei er optimistisch und hoffnungsvoll. "Was geht Sie als Landrätin die Weltwirtschaftskrise an?", wandte sich Moderator Fred Eric Schmitt an Monika Bachmann. Von Dauerarbeitslosen über Lehrstellen bis zur Jugendhilfe reiche das Feld, so Bachmann. Und hofft, dass die Krise zu nicht noch mehr Betroffenen führt. Die Abwrackprämie wirke sich positiv aus, stellte Günter Stark vom Autohaus Dechent Saarbrücken dar. Unklar sei für ihn das nächste Jahr, wenn der Markt womöglich gesättigt sei. Schuldenberg belastet"Die Gemeinde Lebach ist hoch verschuldet", sagte Wolfgang Müller, CDU-Fraktionsvorsitzender im dortigen Stadtrat. "Wir sind Opfer der Entwicklung", und womöglich müssten zum Jahresende unliebsame Entscheidungen getroffen werden. Die Kommunalen Dienste Überherrn (KDÜ) sehen sich für die Zukunft gut gerüstet. Geschäftsführer Bernd Gillo umriss dabei auch Pläne für alternative Energieversorgung, die mit Arbeitsplätzen einhergingen. "Werden Sie nicht mutlos", sprach Hans-Josef Hoffmann abschließend die Jugend an, auch in Hinblick auf den Abitur-Doppeljahrgang. Wer sich das nötige Wissen aneigne und von der Masse abhebe, habe gute Chancen.