Viel Wirbel um marode Turnhalle

Große Aufregung verursachte vor fast genau einem Jahr die Turnhalle in Bisten. Der Gemeinderat Überherrn hatte in geheimer Abstimmung mehrheitlich den Abriss beschlossen, Wochen später rollte der Bagger an und riss das marode Gemäuer nieder.

1964 erbaut, hatte die Turnhalle Bisten es nicht einmal bis zu ihrem 50. Geburtstag geschafft. Zu lange war diese Sportstätte vernachlässigt worden. Zum Schluss standen Wassereimer und Wannen statt Sportler auf der Spielfläche im Innern, um die Regenphasen zu bewältigen. Wo Wasser nicht durch die Decke tropfte, sickerte es durch Risse im Beton. In angrenzenden Räumen hing dunkler Schimmel an den Wänden. Stählerne Fensterrahmen waren massiv durchgerostet, an einer Fassade konnten Backsteine problemlos mit zwei Fingern aus der Wand gezogen werden. Die jahrzehntelange Vernachlässigung hatte zu Schäden geführt, für deren Sanierung ein Gutachten mindestens 400 000 Euro veranschlagt hatte. Vermutlich werde es mehr, hieß es damals, wenn das marode Gemäuer tatsächlich angegangen werde.

Trotzdem gab es Stimmen für den weiteren Erhalt. Denn der Nutzungsgrad sei sehr hoch, und für eine Dachsanierung stünden im Haushalt 2013 an die 50 000 Euro. Doch für die erforderliche Komplettsanierung der Turnhalle Bisten lag zu keiner Zeit ein überzeugendes Finanzierungskonzept vor.

Der Überherrner Bürgermeister Bernd Gillo schätzte die Sanierungskosten eher auf eine halbe Million Euro. Dagegen lag nach seiner Darstellung "der Restbuchwert der Halle bei knapp 8000 Euro".

In einer von der CDU beantragten geheimen Abstimmung fiel im November 2013 die Entscheidung zum Abriss der Bistener Turnhalle. Dabei gab es 23 Ja-, sechs Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Seit dem Abriss der Turnhalle baut die Bürgerwerkstatt in Bisten das frei gewordene Gelände zum vielseitig nutzbaren Dorfplatz um. Bereits bestehende Garagen wurden erweitert, es folgt noch ein zusätzlicher Anbau. Damit haben Feuerwehr und Dorfgemeinschaft mehr Platz für ihre Aktivitäten. Am östlichen Rand des Geländes ist eine Toilettenanlage geplant, dazu eine Rampe zum angrenzenden Vereinshaus. Beides soll behindertengerecht ausgeführt werden. Für den Platz selbst ist ein wasserdurchlässiger Belag vorgesehen. Insgesamt sind für die Neugestaltung rund 140 000 Euro vorgesehen, 50 Prozent davon sind Fördermittel. Im Frühjahr 2015 soll das Gelände fertig werden.