Viel Frust nach dem Frost

Kreis Saarlouis. Das, was im vergangenen Winter gnadenlos begonnen hat, findet seit einigen Wochen eine traurige Fortsetzung. Keine Kommune ohne Schlaglöcher, Flickenteppiche und zu den alten kommen neue Schäden hinzu. Wie es in den Städten des Landkreises aussieht, darüber hatte die Saarbrücker Zeitung berichtet. Jetzt wirft sie einen Blick in die Gemeinden

Kreis Saarlouis. Das, was im vergangenen Winter gnadenlos begonnen hat, findet seit einigen Wochen eine traurige Fortsetzung. Keine Kommune ohne Schlaglöcher, Flickenteppiche und zu den alten kommen neue Schäden hinzu. Wie es in den Städten des Landkreises aussieht, darüber hatte die Saarbrücker Zeitung berichtet. Jetzt wirft sie einen Blick in die Gemeinden. Und auch dort ist man mächtig am stöhnen. Notdürftige Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren. Und die Gemeinderäte müssen sich mit Blick in leere Kassen anstrengen, Geld für Sanierungen rauszukitzeln.

75 000 Euro sollen in Bous bereitgestellt werden, um dringend notwendige Sanierungen anzugehen. Die Höhen- und Hindenburgstraßen, die Schillerstraße, die Jost-, Brunnen- und Stockgartenstraße, oder die Straße am Industriegelände seien am härtesten betroffen, wie der Bürgermeister Stefan Louis erklärte.

Ensdorf wird erst nach Ende der Frostperiode eine endgültige Bestandsaufnahme von Straßenschäden machen. Jetzt schon sieht die Gemeinde Schadensstellen "mehr über weniger über alle Straßen" verteilt.

Die Fußbachstraße und die Hauptstraße in Piesbach sind die größten Sorgenkinder der Gemeinde Nalbach. Mit Kaltasphalt versucht die Kommune, wie alle anderen auch, das Gröbste zu beseitigten.

Die Witterungsbedingungen haben natürlich auch in Rehlingen-Siersburg ihre Spuren hinterlassen. "Aber nach den letzten Wochen eines besonders strengen Winterauftaktes hätte ich fast noch Schlimmeres befürchtet", erklärte Bürgermeister Martin Silvanus. Seiner Meinung nach zahlte es sich aus, dass die Gemeinde seit mehr als zehn Jahren regelmäßig ein jährliches Straßendeckensanierungs-Programm auflegt, im Wert zwischen 100 000 und 200 000 Euro.

Und auch Saarwellingens Bürgermeister, Michael Philippi, meldet: "Die Heftigkeit der Schlaglöcher hält sich in Grenzen." Mit Kaltasphalt repariere der Baubetriebshof kleinere Schlaglöcher, größere Schäden würden gegebenenfalls ins Sanierungsprogramm aufgenommen. Ähnlich äußert sich auch Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer. In der Gemeinde Schwalbach gebe es wenige Schadensschwerpunkte, so zum Beispiel im Gewerbegebiet Hild.

Von einem "erschreckenden Bild" spricht Stephan Barth von der Gemeinde Schmelz. Alleine im Ortsteil Hüttersdorf seien 25 Straßen betroffen, also jede dritte Straße. Starke Straßenschäden seinen im Bereich von Steilstrecken oder entlang der Primsaue aufgetreten. "Alleine für Hüttersdorf werden Sanierungskosten von 200 000 Euro erwartet, wobei alleine eilbedürftige Maßnahmen Kosten von 150 000 Euro verursachen werden", erklärt der Fachbereichsleiter. Die Gesamtkosten schätzt er auf 500 000 Euro. "Sie können in keinster Weise auch nur annähernd auf Grund der strengen haushaltstechnischen Vorgaben aufgebracht werden", erklärt Barth.

600 000 Euro hat die Gemeinde Wadgassen in ihrer Eröffnungsbilanz für die Beseitigung von Straßenschäden vorgesehen, wie der Bürgermeister Harald Braun auf Anfrage mitteilte. Welche Straßen in seiner Gemeinde betroffen sind und welche Straßen saniert werden, darüber gab der Bürgermeister keine Auskünfte.

"Der frühe und andauernde Wintereinbruch hat die Situation in allen Gemeindestraßen nochmals dramatisch verschärft", meldet Wallerfangens Bürgermeister Günter Zahn. Was ihm die größte Sorge bereitet ist die L355, die durch Wallerfangen bis hoch auf den Gau führt. Schäden auf Landstraßen werden aus allen Kommunen heraus gemeldet. Für die L355 in Wallerfangen habe das Land 2010 eine "komplette Sanierung versprochen".

Die Sanierung sei jedoch aus der Planung wieder herausgenommen worden. Mit einem Brief an das Ministerium möchte Zahn nun versuchen, die Landstraße wieder auf den Sanierungsplan für 2011 zu bekommen.

 Ähnlich wie in der Überherrner Industriestraße sind auch andere kommunale Straßen vom Winter gezeichnet. Foto: Theobald
Ähnlich wie in der Überherrner Industriestraße sind auch andere kommunale Straßen vom Winter gezeichnet. Foto: Theobald

Die Industriestraße in Überherrn ist seit Jahren schon ein Dauerthema der Gemeinde in Sachen Straßenschäden. Dort und in der Warndtstraße seien die Schäden besonders stark. Der Bauhof sei derzeit dabei, mit Kaltasphalt Schlaglöcher zu verfüllen. Eine flächendeckende Bestandsaufnahme wird die Gemeinde erst nach der Winterperiode machen.