Teufelsburg in Felsberg: Veranstaltungen und Geschichte

Teufelsburg in Felsberg : Gewaltige Mauern auf einem Bergsporn

Die Teufelsburg bei Felsberg taucht 1698 erstmals in Karten auf. 1964 begannen die Ausgrabungen der überwucherten Reste der Burg.

Der Teufel ist ein heikler Verbündeter. Diese Erfahrung machte der Legende nach ein Ritter zu Felsberg. Beim Kampf um Alice von Forbach tötete er seinen Bruder. Dafür hatte er dem Teufel seine Seele verkauft und fuhr in die Hölle ein. „Teufelsburg“ wird die Burganlage auf dem Bergsporn über Felsberg genannt.

Die Burg ist „begehbare Geschichte.“ Holger Zenner, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Teufelsburg, steht in einem rekonstruierten Gewölbe, das seit 1987 als Burgmuseum eingerichtet ist. „Viele glauben, das hier sei der Rittersaal gewesen. Aber das war nur der Vorratsraum. Hier drüber waren noch mindestens drei Stockwerke.“ Dazu gehörten der Rittersaal, Schlafräume des Burgherrn, Schlafräume für Gäste und weitere für Damen. Dann kam der Dachstuhl.

Was vielen Besuchern als imposant aufragende Burg erscheint, ist nur ein Teil der vermutlich bis zu 25 Meter hohen Hauptburg. Einen Eindruck der gesamten Anlage einschließlich Vorburg vermittelt ein Modell im Museum. Etwas über zwei Meter lang ist es, im Maßstab 1:100. 1200 Bögen DIN-A-4-Papier stecken darin und 20 Flaschen Kleber. In weiteren Schaukästen liegen unter anderen Münzen, Werkzeuge und Wasserrohre aus Ton. Vieles sind Funde beim Wiederaufbau. Die Wappenschilde am Gewölbe sind Nachbildungen.

Interessante Aspekte der Teufelsburg aber liegen nicht beschriftet in Vitrinen. Sie ergeben sich aus steinernen Resten. So wie die beiden Schießscharten unter der Holzbrücke. Ihre Position weist darauf hin, dass der Burggraben früher etwa zwei Meter tiefer gewesen sein dürfte. Hier mündete von Süden her der Weg zur Burg ein. Wer dort eindringen wollte, fand sich zwischen Mauern und Türmen auf freiem Schussfeld wieder.

In der Sandsteinwand im Westen des Grabens sind Vertiefungen erkennbar. Im unteren Bereich waren sie vermutlich für hölzerne Stützbalken; quadratische Löcher weiter oben könnten Auflagen für Holzbalken gewesen sein. Demnach stand dort womöglich eine Art Gebäude im Graben. Im Norden liegen Mauerreste der Stallungen sowie die Schmiede. Von da führt ein schmaler Eingang in der Burgmauer hinauf zum Wehrturm. Beim Durchgang zum Inneren des Turms ist rechts der älteste bekannte Stein der Burg eingemauert. Mit der eingravierten Jahreszahl 1536.

Vom obersten Plateau der Anlage geht der Blick bei gutem Wetter über das Saarlouiser Becken hinaus bis zum Schaumberg. Auf der südöstlichen Seite dürften Unterkünfte gestanden haben. Von dort führt eine Treppe zu einer tiefer gelegenen Ebene und auf den runden „Eulenturm“. Nochmals einige Meter tiefer verläuft eine rund 50 Meter lange Sandsteinmauer im Süden der Burg. Daran entlang führt der Weg wieder unter der Holzbrücke hindurch zurück in den Burggraben.

1698 taucht die Teufelsburg erstmals als „Château Diablo“ in Karten auf. Sie ist Nachfolgerin der Burg Altenfelsberg, die auf dem Bergsporn des Hansenbergs bei Wallerfangen lag. Die erste Erwähnung Altenfelsbergs stammt von 1179. Im Jahr 1341 wurde sie im Streit zwischen Erzbischof Balduin von Trier und dem Wildgrafen Johann von Daun völlig zerstört.

Die Teufelsburg ist 1370 erstmals schriftlich erwähnt. Erbaut von Herzog Johann I. von Lothringen, das Lehen hatte Ritter Arnold von Felsberg. Über Jahrhunderte entwickelten sich sechs Bauperioden mit Vorburg und Hauptburg. Den Beginn machte um 1360 ein Kernbau auf dem Bergsporn rund 140 Meter über dem Saartal bei Saarlouis. Der einfachste Zugang erfolgte vom heutigen Oberfelsberg, wo ein betonierter Weg von der Metzer Straße (B 405) abzweigt. Dort stand vermutlich einmal ein Torhaus. Dann ging es rund 1,5 Kilometer bis zur eigentlichen Burg. Ein weiterer Weg führte, wie heute noch, den steilen Südhang hinauf.

Seit 1612 war die Burg nicht mehr bewohnt. Ab 1680 wurde sie zum Steinbruch für die nahe gelegene französische Festung Saarlouis. 1699 steht sie letztmals in einer Urkunde. 1964 begannen Ausgrabungen in dem längst überwucherten Schutthaufen auf dem Burgplateau. Nach und nach wurden Mauern und Türme der Hauptburg rekonstruiert. Um den früheren Vorratsraum herum entstand die heute weithin sichtbare Anlage. Doch diese Teufelsburg stellt nur etwa die Hälfte der ursprünglichen Burganlage dar. Sie erstreckt sich heute auf zirka 100 Metern Länge und bis zu 60 Metern Breite. Von der ähnlich langen Vorburg westlich des Burggrabens sind bloß noch Spuren erkennbar.

Für Wiederaufbau und Erhalt sorgt ab 1968 vor allem die Fördergemeinschaft Teufelsburg. In späteren Jahren machte sie die Burg zur Bühne für Ritterkämpfe, Konzerte, Theater und Mittelaltertage. Vieles davon in Kooperation mit der Gemeinde Überherrn, die auch Sanierung und Pflege der Burg betreibt.

Die landläufige Einschätzung der Teufelsburg als Kampfburg stellte der Allgäuer Burgenexperte Joachim Zeune 2009 in Frage. Er hält sie für „ein weithin sichtbares Herrschaftssymbol“. Hinzu kam wohl auch die Überwachung der Verkehrswege, wie des früheren Salzwegs auf der Strecke Merten-Felsberg-Beaumarais.

2009 entstand ein Rundweg um die Burgmauern. 2013 erneuerte das THW die Holzbrücke über den Burggraben, im selben Jahr richtete die Gemeinde ein Trauzimmer im Burgmuseum ein.

Alle Serienteile, die bisher erschienen sind, finden sich im Internet.

www.saarbruecker-zeitung.de/

Ansicht von der Burgbrücke; die Treppen rechts führen zum Burgmuseum der Teufelsburg. Foto: Johannes A. Bodwing
Ritterrüstung am Eingang des Burgmuseums auf der Teufelsburg. Foto: Johannes A. Bodwing
Modell der kompletten Teufelsburg mit Hauptburg (rechts) und Vorburg (links)  . Foto: Johannes A. Bodwing
Unter der Brücke lag der frühere Zugang zur Hauptburg. Foto: Johannes A. Bodwing
Holger Zenner, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Teufelsburg, hält bei Führungen ein profundes Wissen über die Burg bereit. Foto: Johannes A. Bodwing

museen-im-saarland

Mehr von Saarbrücker Zeitung