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SZ-Serie Frauen in Kommunalpolitik: Esther Woll, Kreistag

Frauen in der Kommunalpolitik : Der Naturschutz führte sie in die Politik

Die Grüne Esther Woll gibt offen zu, dass ohne die Unterstützung ihres Partners das Ehrenamt nicht möglich wäre.

Von Kindesbeinen an war Esther Woll politisch aktiv: „Ich bin in der Schweiz aufgewachsen. Das System in der Schweiz basiert viel mehr auf direkter Demokratie, mit den regelmäßigen Volksabstimmungen und Referenden.“ Durch ihre Familie war sie deshalb schon früh politisch interessiert. Als die heute 49-Jährige Diplom-Sozialarbeiterin und -pädagogin ins Saarland kam, trat sie direkt Bündnis 90/Die Grünen bei, berichtet sie, und übernahm auch bald Verantwortung: „Ich bin im Jahr 1994 in den Kreistag nachgerückt. Seither bin ich Mitglied des Kreistages mit einer Unterbrechung einer Legislaturperiode.“ Auch Kreisbeigeordnete war sie bereits, und damit eine der wenigen Frauen in diesem Amt.

Natur- und Umweltschutz, „die grüne Grundidee“, wie die Felsbergerin sagt, war „der wichtigste Beweggrund in der Politik mitzumischen“. Darüber hinaus gebe es noch ganz viele andere wichtige Themen zu bearbeiten: So liegen ihr als Sozialarbeiterin vor allem soziale Themen am Herzen. „Motivierend ist es für mich immer wieder, wenn ich sehe, dass wir auch aus der Opposition heraus bestimmte Impulse setzen können“, meint Woll.

Das politische Ehrenamt, das sie nun seit über 24 Jahren aktiv betreibt, ist bisweilen zeitaufwendig: „Da die grüne Fraktion nur aus zwei Personen besteht, muss ich an meinen Ausschüssen alleine teilnehmen.“ Mit ihrem Kollegen spricht sie sich dann ab. Neben den Ausschusssitzungen nimmt sie etwa einmal im Monat an der Kreistagssitzung teil. „Ich gehöre als Kreistagsmitglied noch verschiedenen Gremien an. Zwei bis drei zusätzliche Termine fallen an, zum Beispiel Aufsichtsratssitzungen. Wenn es mein Kalender zulässt, nehme ich auch an Terminen zum Beispiel in Schulen teil“, schildert Woll.

Diese Tätigkeit mit Familie und Beruf zu vereinen, ist nicht einfach, weiß die vierfache Mutter: „Dieses Ehrenamt kann ich nur deshalb wahrnehmen, da ich einen Partner habe, der sich um die Kinder kümmert und ich nicht ganztags arbeitet. Sonst wäre diese Arbeit nicht möglich.“ Dennoch, stellt sie fest, ist die aktive Teilhabe von Frauen in der Kommunalpolitik auf einem guten Stand: „Wir haben bei den Grünen immer viele sehr engagierte Frauen. Ich muss diese Frauen gar nicht erst motivieren, sie sind es bereits.“