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Solarpark soll 10,2 Megawatt bringen

Solarpark soll 10,2 Megawatt bringen

Die Gemeinde Überherrn will eine Null-Emissions-Gemeinde werden. Der neue Solarpark soll 7000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Aber auch Windkraft und Biogas sind Bestandteil des Energiekonzeptes.

Überherrn. In Sachen Energiewende legt die Gemeinde Überherrn lange schon ein gutes Tempo vor. Sonne, Wind und Wasser will sie anzapfen - mit dem ehrgeizigen Ziel, eine Null-Emissions-Gemeinde zu werden. Zwar machte Überherrn durch das Prädikat, Standort des größten Solarparks zu sein, einen Riesensprung in Richtung Ziellinie, aber die Großflächen-Fotovoltaikanlage ist eben nur ein Bestandteil des Energiekonzeptes.700 Kilowatt in der Spitze (Peak) erzeugen bisher Fotovoltaik-Anlagen auf gemeindeeigene Gebäude. Bürger haben Solaranlagen auf ihren Häusern installiert, die etwa 4300 Kilowatt in der Spitze leisten. "Und jetzt spielen wir in der Bundesliga", sagt Bürgermeister Bernd Gillo. Das 20 Hektar große Gelände des Solarparks gehört zu den Ländereien der Familie von Boch, Geschäftsführer der gegründeten Betreibergesellschaft "Solarpark Linslerhof" ist Wendelin von Boch. Wird der Solarpark nun regelmäßig in Betrieb genommen - er soll 10,2 Megawatt elektrische Leistung bringen - können 3000 Haushalte mit Strom versorgt werden. 7000 Tonnen CO2 werden dadurch jährlich eingespart.

Arbeit in Rekordzeit

Der Gemeinderat hatte mit einstimmigen Beschlüssen die Weichen gestellt; die Gemeindeverwaltung arbeitete auf Hochtouren, um alle Genehmigungen einzuholen. Viereinhalb Monate dauerte es von der Änderung des Flächennutzungsplanes bis hin zum genehmigten Bebauungsplan. Gillo spricht von einer Rekordzeit. "Vom Ortsrat über den Gemeinderat bis hin zur Gemeindeverwaltung und das Ministerium haben alle mitgezogen", erklärt der Bürgermeister stolz. Nicht nur, dass in Überherrn jetzt der größte Solarpark des Saarlandes steht, für die Gemeinde selbst bedeutet das in den kommenden 20 Jahren Gewerbesteuereinnahmen von 1,4 Millionen Euro.

"Unser Plan ist es, die Energiewende weiter voranzutreiben", erklärt Gillo. Windkraft ist ein weiterer Bestandteil des Energiekonzeptes. Eine Anlage soll demnächst in der Nähe des Senders in Berus entstehen, ein zweiter Standort ist auf einem Gelände der Familie von Boch nahe der B 269neu in Richtung Autobahndreieck Saarlouis geplant.

Und auch das Projekt Biogasanlage macht Fortschritte. Sie soll in der Nähe der Kläranlage gebaut werden. "Auch dieser Standort ist über die B 269neu zu erreichen", sagt Bernd Gillo. Mit Mais, Getreide, Ganzpflanzensilagen (ein durch Gärung konserviertes Grünfuttermittel) soll die Biogasanlage gespeist werden. "Wir nehmen mit der Anlage niemandem etwas weg", betont Gillo und tritt damit der Kritik entgegen, der Landwirtschaft dadurch zu schaden. "Im Gegenteil, wir wollen die Landwirte aus der Umgebung daran beteiligen", sagt Gillo. Sie sollen quasi die Lieferanten für die Anlage sein.

Algenproduktion erforschen

Neben der Biogasanlage möchte Gillo eine Algenproduktionsanlage als Forschungseinrichtung installieren. Algen haben die Eigenschaft, kohlendioxidhaltige Abgase aufzunehmen und sie zu filtern. Sie produzieren daraus mit Hilfe von Sonnenlicht Biomasse, und die wiederum könnte die Biogasanlage eingespeist werden. Ein Kreislauf, der sich schließt.

 Mit dem Solarpark Linslerhof steht bei Überherrn die größte Photovoltaikanlage des Saarlandes. Foto: Rolf Ruppenthal
Mit dem Solarpark Linslerhof steht bei Überherrn die größte Photovoltaikanlage des Saarlandes. Foto: Rolf Ruppenthal

Allerdings steckt dieser Prozess noch in den Kinderschuhen. Deshalb ist es Bernd Gillo wichtig, mit diesem Projekt in die Forschung einzusteigen und das gemeinsam mit den französischen Nachbarn anzugehen. Ohnehin wünscht sich der Bürgermeister, die Gemeinde Überherrn als Forschungsstandort attraktiv zu machen. Die Algenproduktionsanlage wäre für dieses Ziel quasi ein guter Anfang.