Solar-Projekt stößt auf Ablehnung

Überherrn. Anwohner aus dem Wohngebiet "Im Langfeld" in Überherrn sind entsetzt. Unmittelbar vor ihrer Haustür - knapp 30 Meter entfernt - soll auf einer von den Kommunalen Diensten Überherrn (KDÜ) erworbenen Fläche ein etwa 13 Hektar großes Fotovoltaik-Feld entstehen. Der Vorwurf: "Wir wurden nicht informiert." Ganz nebenbei und zufällig habe man davon erfahren

 Anwohner des Überherrner Wohngebiets "Im Langfeld" möchten kein Fotovoltaik-Feld in der Nähe ihrer Häuser. Sie sammeln Unterschriften gegen das Vorhaben. Foto: Heike Theobald

Anwohner des Überherrner Wohngebiets "Im Langfeld" möchten kein Fotovoltaik-Feld in der Nähe ihrer Häuser. Sie sammeln Unterschriften gegen das Vorhaben. Foto: Heike Theobald

Überherrn. Anwohner aus dem Wohngebiet "Im Langfeld" in Überherrn sind entsetzt. Unmittelbar vor ihrer Haustür - knapp 30 Meter entfernt - soll auf einer von den Kommunalen Diensten Überherrn (KDÜ) erworbenen Fläche ein etwa 13 Hektar großes Fotovoltaik-Feld entstehen. Der Vorwurf: "Wir wurden nicht informiert." Ganz nebenbei und zufällig habe man davon erfahren. Nicht nur, dass durch die Anlage etwa 18 Hektar Ackerland vernichtet werden, auch das Landschaftsbild - in der Nähe eines Naturschutzgebietes - verändere sich negativ. "Erneuerbare Energie um jeden Preis? Wir sagen Nein", lautet daher die Überschrift eines Informationsblattes, das ein Zusammenschluss von Bürgern aus Überherrn verfasst hat. Unterstützung für AnwohnerEs sind nicht nur Anwohner aus dem Wohngebiet Im Langfeld in Überherrn, die sich gegen ein geplantes Fotovoltaik-Feld wehren wollen. Unterstützung bekommen sie von Bürgern aus der Gemeinde, die sich solidarisch zeigen, denn über die Köpfe der Menschen aus Überherrn eine solche Entscheidung hinweg zu treffen, darüber sei man tief verärgert. "Als das Energiekonzept der KDÜ vorgestellt wurde, war davon nie die Rede", beschweren sie sich. Der Gemeinderat Überherrn stimmte im Oktober vergangenen Jahres dem Energiekonzept der KDÜ zu, einzelne Bauvorhaben müssen aber natürlich durch Genehmigungsverfahren und zur Beschlussfassung durch den Gemeinderat laufen. 35 Millionen Euro möchten die Kommunalen Dienste in den kommenden Jahren investieren, um eine in weiten Teilen CO2-freie Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Geplant sind Biogas-, Windkraft- und Wasserkraftanlagen sowie Solar- und Fotovoltaik-Anlagen. "Die Nutzung von Sonne, Luft und Wasser zur Energiegewinnung schützt unsere Umwelt und findet sicherlich die Zustimmung der Bürger", erklärt Dorothee Schmitt, Sprecherin der Bürgerinitiative. Die geplante Fotovoltaik-Anlage stünde jedoch auch entlang des Saarland-Rundwanderweges zum Marhof hin und eines weiteren Wanderwegs, beide werde nach Schmitts Aussage rege genutzt. "Das ist ein unzumutbarer Eingriff in die Natur", beschweren sich die Bürger. Die Gemeinde werbe für den Tourismus in Überherrn, doch andererseits lasse sie zu, dass das Landschaftsbild verschandelt werde. Berufung auf VereinbarungDie Bürgerinitiative beruft sich auf eine Vereinbarung des Nabu und der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft von 2005, wonach Freiflächen-Anlagen, wie die in Überherrn geplante, keinen landschaftsprägenden Charakter haben sollen. Und über die genannten Aspekte, die ihrer Ansicht nach gegen eine Flächen-Fotovoltaik-Anlage sprechen, hinaus befürchten die Anwohner des Wohngebietes Im Langfeld eine weitere, für sie alles andere als unwesentliche Konsequenz: Den Wertverlust ihrer Häuser. Die Bürgerinitiative startete mit einer Unterschriftenaktion in der Gemeinde. Sie will die Bürger über das Vorhaben aufklären und erklären, warum sie sich gegen den geplanten Standort ausspricht. Das Energiekonzept steht am Donnerstag, 1. Juli, auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Die Ratsmitglieder sind von ihnen angeschrieben worden, lassen die Anwohner des Langenfelds wissen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort